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07.02.1975 - 

Londoner Börse:

Charm aus der Steckdose

MÜNCHEN - Wie lassen sich 50 000 Börsengeschäfte, die nur mündlich abgeschlossen wurden, täglich verfolgen? Dies war das Problem, dem die Londoner Börse mit 360 Mitgliedsfirmen eine der größten der Weltfrüher gegenübergestellt war. Die Antwort ist ein Kommunikations-System, das aus einem Hauptrechner IBM System /370 Modell 145, zwei PDP-J1/40-Computern von Digital Equipment in der Funktion von Front-End-Prozessoren und 150 dezentralen Olivetti-Terminals TE 339 besteht. Es bedarf weder einer lebhaften Phantasie noch einer intimen Kenntnis des Börsengeschehens, um sich vorstellen zu können, daß es bei einer derartig großen Zahl von Transaktionen, die nicht schriftlich dokumentiert sind, zu Unstimmigkeiten kommen muß. Solche Abweichungen müssen - spätestens bei der Bezahlung - geklärt und berichtigt werden. Bis vor kurzem hatten rund 300 Angestellte der Börsenmaklerfirmen mit solchen Problemen Tag für Tag zu tun.

Heute erfolgen Prüfung und Abrechnung per Computer mit Hilfe des Software-Paketes Charm (Checking, Accounting and Reporting for Member Firms). 150 Datenstationen sind über private Telefonanschlüsse mit den zwei PDP-Rechnern von Digital verbunden. Diese Computer, die mit je 48 K-Worten-Hauptspeicher ausgestattet sind, bedienen jeweils die Hälfte der Terminals. Die Datenstationen sind in den Büros von 115 Mitgliedsfirmen installiert und an fünf Tagen in der Woche mit den Rechnern im on line-Betrieb verbunden. Eine geübte Bedienungskraft kann bis zu 200 Geschäftsvorgänge pro Stunde eingeben. Firmen, die bereits eine eigene Anlage installiert haben, geben Ihre Abschlüsse täglich auf Magnetband- oder Lochkarten herein. Wird bei der Verarbeitung ein Fehler festgestellt, so wird vom System eine Meldung an das Terminal generiert, so daß der Operator eine sofortige Korrekturmöglichkeit hat.

Vom System wird sichergestellt, daß jede Mitgliedsfirma täglich um 8.30 Uhr - eine Stunde vor Eröffnung des Börsenhandels - die Ergebnisse des Programmlaufes vom Vorabend als Ausdruck auf dem Terminal oder auf Magnetband erhält.

Der Computer hat zwar mit dazu beigetragen, daß die Börsen-Abrechnung heute rationeller vor sich geht: auf die Entwicklung der Kurse hat er jedoch keinen Einfluß.