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28.03.1986 - 

Neben Erweiterungen für Bürosysteme stand Netzebene im Vordergrund

Cheapernet und optisches CSMA/CD-Netz bei Siemens

HANNOVER (pi) - Das Funktionsspektrum des Btx-Systems 4000 und der Büroanlage 5800 erweiterte Siemens um mehrere Anwendungsmöglichkeiten, die auf der CeBIT '86 erstmalig vorgestellt wurden. Messe-Novitäten für die Bürokommunikation stellten auch zwei neue LANs dar.

Beim Btx-System 4000 stand die Diensteumwandlung von Bildschirmtext zu Teletex und ein neuer Bestelldienst mit gleichzeitiger Lagerverwaltung im Vordergrund. So wurden mit dem für die Büroautomatisierung konzipierten System 4000 unter anderem das Absenden und Empfangen von Ttx-Mitteilungen über den Datex-L-Anschluß und der Zugang zum öffentlichen Btx-System über Datex-P demonstriert. Und die Konzentratorfunktion der Anlage eröffnete erstmals die Möglichkeit, auf breiter

Basis die Leistungen einer zentralen DV-Installation über die Telefonleitung an den Arbeitsplatz zu bringen. Mit in das Vorführprogramm aufgenommen wurde auch die Terminalemulation 3270.

Software für die Hotelverwaltung

Darüber hinaus konnte man sich neue Software für das Bürosystem auf der CeBIT vorführen lassen, so zum Beispiel ein Grafikprogramm ,"Btx-Order" als allgemeinen Bestelldienst per Bildschirmtext für Kunden und die Anwendung "Shiot" für die Hotelverwaltung mit den Funktionen Zimmerreservierung und -bestellung, Gästedatenverwaltung, Rechnungsstellung, Gruppenreisereservierung und

Übernachtungsstatistik. Abgerundet wurden die Vorführungen durch die Demonstration eines Programmes zur Steuerung der Mitarbeiterorganisation im Außendienst.

Standard IEEE 802.3 berücksichtigt

Neben dem Btx-System hat Siemens auch das Image seiner Bürokommunikationsanlage 5800 für die CeBIT weiter aufpoliert. Hierbei fallen vor allem der Tischlaserdrucker 5834 und das Arbeitsplatzsystem 5822 ins Auge. Der neue Laserprinter ist kleiner und mit seiner zusätzlichen Kopierfunktion noch vielfältiger als die bisherigen Modelle. Er bringt eine Monatsleistung von 5000 Seiten "auf die Beine" und ist als Abteilungsdrucker für Arbeitsplatzsysteme gedacht. In einer Minute schafft das Tischmodell des Geräts zehn Seiten Text oder Grafik in verschiedenen Schriftarten, wie Modern, Classic oder Titan. Über das Busnetz kann der Printer auch Kontakt mit dem PC-D von Siemens halten. Er wird weiteren Angaben von Siemens zufolge aber auch als lokaler Drucker für nicht netzgebundene Arbeitssysteme anschließbar sein.

Die Grundkomponenten des Laserdruckers 5834 stellen die Druckeinheit und die elektronische Hintergrundintelligenz dar. Der Arbeitsspeicher hat ein Leistungsvermögen von 512 oder bei Bedarf auch von 768 KB, der Festplattenspeicher verfügt über 42 MB. Damit entspricht er weitgehend dem noch um zwei Seiten pro Monat schnelleren Büro-Laserprinter 5835 für zentrale Einsätze am Bürosystem 5800.

Das zur Systems ' 85 vorgestellte Arbeitsplatzsystem 5820 wurde um die Komponente 5822 ergänzt. Auf deren 19-Zoll-Bildschirm mit über einer Million Bildpunkten kann man sich zwei DIN-A4-Seiten gleichzeitig auf dem Bildschirm zurechtlegen und bearbeiten. Sowohl das Modell 5820 als auch die 5822-Version sind für das Nachrüsten mit einer Platine vorbereitet. Dadurch lassen sich dann beide Geräte zusätzlich wie ein PC benutzen, da die marktgängigen MS-DOS-Programme gefahren und in die Anwendungen des Bürosystems integriert werden können.

Die Möglichkeit der freizügigen Anbindung von unterschiedlichen Systemen und Endgeräten zu Text-, Daten- und Grafikverarbeitung an zentrale Systeme für Kommunikation und Speicherung gewinnt immer mehr an Bedeutung in der Bürokommunikation. Dieser Entwicklung trägt Siemens mit dem ebenfalls auf der CeBIT präsentierten elektronischen Cheapernet (Thin-Ethernet) und einem optischen CSMA/CD-Netz Rechnung.

Das bei Siemens neue Cheapernet-LAN eignet sich speziell für den Aufbau sehr flexibler Netze zum Verbund von Personalcomputern und Arbeitsplatzsystemen. Es stellt eine kostengünstige und vollkompatible Ergänzung der bereits seit einigen Jahren auf dem Markt eingeführten Standard-Ethernet dar. Die Kosten liegen - je nach Konfiguration - bis zu einem Drittel niedriger.

Als Übertragungsmedium dient ein 0,6 Zentimeter dünnes Koaxialkabel. Die größte Segmentlänge beträgt 185 Meter und läßt 30 Anschlüsse zu. Die maximale Anschlußentfernung reicht bis 1,2 Kilometer. Insgesamt sind 1024 Anschlüsse pro Netz möglich. Die zweite LAN-Novität das optische CSMA/CD-Netz, besteht aus Gradienten-Glasfaser. Die Anbindung der Stationen erfolgt über optische Transceiver an einen aktiven Sternkoppler mit 32 Anschlüssen. Die Sternkoppler sind in bis zu fünf Ebenen miteinander zu verknüpfen.

Die maximale Ausdehnung des optischen Netzes beträgt bei der Konfiguration in einer Ebene bis zu fünf Kilometer und in fünf Ebenen maximal 3,5 Kilometer. Sie übertrifft damit die Reichweite von elektrischen Netzen in hohem Maße.

Zugriffsprotokoll und Übertragungsgeschwindigkeit (10 MBit pro Sekunde) von Cheapernet, Ethernet und dem optischen CSMA/CD-Netz entsprechen dem Standard IEEE 802.3 und lassen sich darum einfach über Repeater für beliebige Netzkonfigurationen miteinander koppeln.

Die Anbindung über einen Interworking Service (IWS) an das Kommunikationssystem Hicom eröffnet darüber hinaus eine Reihe von Möglichkeiten zur Kommunikation per elektronischer Post mit den verschiedensten Endgeräten und zentralen Systemkomponenten.