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16.04.1976 - 

Vorschlag eines Praktikers

Checkliste für konjunkturgerechtes Verhalten

DORTMUND - Ausgehend von der Forderung nach einer "konsequenten Materialwirtschaft" präsentierte Refa-Ingenieur Wieland Wallentin (J. Hengstler KG, Aldingen bei Tuttlingen) bei der letzten "Deutschen Fachtagung Industrial Engineering" in Dortmund einen Maßnahmen-Katalog für die Zeitabschnitte der Konjunktur.

"Die konventionelle Einteilung des Konjunkturverlaufes in Depression, Aufschwung, Hochkonjunktur und Abschwung - also in vier Phasen - ist unbefriedigend, weil die interessantesten Phasen vor dem Aufschwung und vor dem Abschwung liegen", erklärte Wallentin. Er schlug deswegen eine Teilung in sechs Abschnitte vor: Depression, Vor-Aufschwung, Aufschwung, Hochkonjunktur, Vor-Abschwung und Abschwung.

Die folgenden beiden Listen aus dem Wallentin'schen Katalog sind jetzt aktuell: Der nächste Aufschwung ist schon in Sicht. -py

Maßnahmen in der Zeit des Vor-Aufschwunges

1. Die offenen Bestellungen für Material, Betriebsmittel und Personal überprüfen.

2. Den Terminänderungsdienst für Kundenaufträge verbessern.

3. Die Arbeitsverteilsysteme in Werkstätten, Lagern und Büros für den Aufschwung reorganisieren.

4. Engpaßkapazitäten vorsorglich ermitteln und abstellende Maßnahmen vorbereiten.

5. Überlappte Arbeit in, Büros und Werkstätten einfuhren.

6. Werkstattaufträge und Arbeitsvorgänge in den Vor-Fertigungen kapazitätsorientiert in Ordnung bringen.

7. Die Kapazität der Eingangskontrolle vorsorglich erhöhen: Die Leute warten auf Arbeit - das Material fließt!

8. Werkstattaufträge und Arbeitsvorgänge in den End-Fertigungen kapazitätsorientiert in Ordnung bringen,

9. Die Betriebskapzität durch neue Betriebsmittel ergänzen.

10. Überprüfen, ob die gewohnt kurzen Durchlaufzeiten durch Lager, Werkstätten und Büros auch während des Aufschwunges gesichert sind.

11. Vom Vertrieb die Informationen holen, mit welchen Erzeugnissen beim Aufschwung Marktanteile vergrößert werden sollen, damit Lieferbereitschaft und Mengensteigerungen vorbereitet werden.

12. Kurze Gesamt-Durchlaufzeiten für neue Erzeugnisse organisieren.

13. Neue Erzeugnisse bei Kunden erproben.

Maßnahmen in der Zeit des Aufschwunges

1. Die Bestände an offenen Bestellungen den steigenden Beschaffungszeiten anpassen.

2. Bestände an eingekauftem Material bei B- und C-Teilen erhöhen.

3. Bestände an offenen Werkstattaufträgen (nicht Werkstattbestände) erhöhen.

4. Bestände an Halbfertigwaren bei B- und C-Teilen erhöhen

5. Bestände an Erzeugnissen der neuen Bedarfssituation und neuen Lieferpolitiken anpassen.

6. Wenn Beschaffungszeit und Durchlaufzeit kleiner als die Reichweite des Kundenauftragsbestandes sind: nur noch auftragsgesteuert Bedarf ermitteln.

7. Wenn Beschaffungszeit und Durchlaufzeit größer als die Reichweite des Kundenauftragsbestandes sind: bei A-Erzeugnissen verbrauchsgesteuert Bedarf ermitteln.

8. Liefertermine für Kundenaufträge in die Zukunft schieben, um Puffer für eilige Aufträge zu haben.

9. Die Kapazitäten der Werkstätten erhöhen.

10. Überstunden einfuhren.

11. Künstliche Beschränkung der Lagerräume in Lagern und Zwischenlagern als Rückmeldesysteme erwägen.

12. Werkstattaufträge der Endfertigung mit größerer Vorlaufzeit starten, aber

- Werkstattbestände überwachen,

- Kapazitätsengpässe unverzüglich aufweiten.

13. Werkstattaufträge der Vor-Fertigung mit größerer Vorlaufzeit starten, aber

- Werkstattbestände überwachen,

- Kapazitätsengpässe unverzüglich aufweiten.

14. Für Fertigungshauptstellen Personal einstellen.

15. Mit den Großabnehmern langfristige Liefervereinbarungen treffen. (In Kapazitäts-Stunden/Monat/Erzeugnisfamilie oder in Umsatz/Monat!)

16. Ersatzkonstruktionen für Engpaßmaterial veranlassen.

17. Ersatzqualitäten für Engpaßelemente bestimmen (Material, Betriebsmittel, Personal).

18. Den Anteil eingekauften Materials erhöhen.

19. Folgekosten ungenügender Materialbeschaffung ermitteln und dem Einkauf melden.

20. Management-Kapazität freimachen, indem laufende oder gammelnde Projekte entweder

- abgeschlossen oder

- eingestellt werden.

21. Die Erprobung neuer Erzeugnisse (im Hause oder bei Kunden) abschließen.

22. Sonderwünsche von C-Kunden abwimmeln.