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01.09.1989 - 

Computer-Video-System überwacht Kassen vollautomatisch:

Checkout-Control gegen Kaufhausdiebstahl

Seit Jahren bemühen sich Warenhäuser um die Verhinderung oder zumindest Reduzierung von Diebstählen. Scanner-Kassen ergänzen Detektive und Überwachungskameras. Nun soll ein vollelektronisches Checkout-Überwachungssystem

den Klau und sogenannte "Freundschaftsverkäufe" weiter einschränken.

Nach Meinung von Branchenkennern des Einzelhandels werden Checkout-Überwachungssysteme in nächster Zeit so selbstverständlich sein wie heute die Scannerkassen zumal in der elektronischen Warensicherung ein zentrales Element in einer erfolgreichen Gesamtstrategie gegen Inventurdifferenzen gesehen wird.

Zum Zwecke der umfassenden elektronischen Warensicherung ist vor etwa einem Jahr mit der Einführung des Überwachungskonzeptes "Checkout-Control" begonnen worden, das auf elektromagnetischer Basis und voll computergesteuert arbeitet und im Checkout die passierenden Kunden auf versteckte Waren überprüft.

Bis dato arbeiten mehr als 1200 Abrechnungsstellen (Cheekouts) in SB-Warenhäusern und Supermärkten mit dem neuen System, das in einem Zeitraum von vier Jahren sowie einem einjährigen Probelauf von dem Unternehmen Senelco, Ratingen, für SB-Betriebe entwickelt worden ist. Mit dem Checkout-Control-System übernimmt der Computer auch in den Abrechnungsstellen die vollständige Steuerung und Kontrolle. Sämtliche Anforderungen vom unsichtbaren und preiswerten Sicherungsetikett bis zum störungsfreien Überwachungssystem im modernen Checkout werden bei dem genannten Überwachungskonzept erfüllt.

Schluß mit Personalklau und Freundschaftsverkäufen

Das Unternehmen ist zur Zeit dabei, ein weiter verbessertes Überwachungssystem zu präsentieren, das auch Diebstähle des Personals einbezieht. Der Diebstahl durch das eigene Personal gilt nämlich derzeit als eine wesentliche Ursache für die Entstellung der Inventurdifferenzen.

"Point of Sale Excetion Monitoring" (Posem) heißt das computergesteuerte Kamerasystem, welches direkt mit allen Kassen verbunden ist und Manipulationen durch das Kassenpersonal ein Ende bereiten soll.

Posem wird mit einem Rechner, Bildschirm und Drucker ausgestattet. Jede Kamera soll mehrere Kassen gleichzeitig überwachen. Auf dem Bildschirm erscheinen je nach Wunsch der Programmierung die Ware, die über das Kassenpersonal läuft und vom Kassierer beziehungsweise der Kassiererin erfaßt werden soll. Gleichzeitig erscheinen auf dem Bildschirm alle Beträge, die das Kassenpersonal erfaßt. Hierdurch kann in Zukunft der Diebstahl durch eigene Mitarbeiter unterbunden werden, ebenso auch die sogenannten "Freundschaftsverkäufe", wenn beispielsweise statt 99,90 DM nur 9,98 DM eingetastet werden.

Die Funktionsweise von Posem sieht vor, daß das System zunächst auf nicht normale Vorgänge an den Kassen programmiert wird. Das sind zum Beispiel Nullbon, Stornierungen oder alle Summenbeträge oberhalb von 200 DM. Posem wird des weiteren mit Informationen versehen, welche Gesamtsumme durchschnittlich je Kasse umgesetzt wird oder wie lange das Kassenpersonal durchschnittlich für den Abrechnungsvorgang benötigt. Für jede stärkere Abweichung von solchen Durchschnittswerten kann ein Schwellenwert programmiert werden.

Immer dann, wenn an einer Kasse solche nicht normalen Vorgänge geschehen oder wenn die jeweiligen Schwellenwerte unterschritten werden, soll Posem aktiv werden und den Vorgang registrieren. Das geschieht unabhängig davon, welche Kassen gerade von den Kameras beobachtet werden. Selbst wenn an mehreren Kassen gleichzeitig Abweichungen vom Normalverhalten auftreten, zeichnet der Rechner dies automatisch auf. Anschließend geht es darum, den Verdacht zu erhärten und einen Betrug beziehungsweise einen Diebstahl zu beweisen.

Das Posem-System übernimmt dies vollautomatisch, indem es sich auf die unter Verdacht stehende Kassenperson konzentriert und jede Unregelmäßigkeit per Bildausdruck festhält. Hier arbeiten Rechner, Kamera und Drucker von sich aus gemeinsam, ohne daß jemand die Anlage bedienen muß.

Ebenso einfach ist die Auswertung der Dokumentation, denn auf jedem Bildschirm sind Datum und die genaue Uhrzeit vermerkt. Mit dieser Angabe kann man die "Filmszene" in Sekundenschnelle auf den Bildschirm holen. Das neue Instrument zur Senkung der Inventurdifferenzen soll noch in diesem Jahr eingeführt werden.

*Volker Heiner ist freier Journalist in Krefeld