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13.04.2001 - 

Studie untersucht Aufgaben des Managements

Chefs wünschen sich bessere Teamarbeit

SEEHEIM (CW) - Auf Manager kommen schwere Zeiten zu: Neben der Rolle als Fach- und Führungskraft sollen sie sich künftig als Coach von Mitarbeitern und Moderatoren interdisziplinärer Teams profilieren, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Rund 100 Personalleiter und Geschäftsführer aus Firmen aller Branchen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz) hat die Unternehmensberatung European Management Partners (EMP) interviewt, um so Stärken und Schwächen in der Führungs- und Zusammenarbeitskultur offen zu legen. Die Studie, die zwischen August und Dezember vergangenen Jahres erstellt wurde, hat EMP vor kurzem veröffentlicht.

Die Befragten bewerteten die Führungsgrundsätze, ihr Rollenverständnis sowie die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Bereichen lediglich als durchschnittlich. Gut abgeschnitten haben Aspekte wie flache Unternehmenshierarchie, das allgemeine Betriebsklima, der mehrheitlich kooperative Führungsstil und die Selbstorganisation der Mitarbeiter.

Mehr Entscheidungsfreiheit gefordertDennoch befand sich unter den häufigsten Aussagen zur künftigen Führungs- und Zusammenarbeitskultur der Wunsch nach mehr Eigenverantwortung für alle Mitarbeiter. Außerdem streben die befragten Manager nach koordinierterer bereichsübergreifender Zusammenarbeit, produktiverer Teamarbeit und besserer Kommunikation im Unternehmen. Weiterhin ist es ein Wunsch, die Grundsätze der Mitarbeiterführung nicht nur schriftlich zu fixieren, sondern auch durch die Vorgesetzten vorzuleben.

Knapp mehr als die Hälfte der Unternehmen gab an, bereits heute schriftlich ausformulierte Führungsgrundsätze zu haben, die aber von der Geschäftsleitung nicht sehr intensiv gelebt werden. Etwas besser als der Firmenvorstand schnitten die anderen Führungskräfte ab, deren Umsetzung der Grundsätze auf der Skala mit sechs bewertet wurde. Für 14 Prozent der befragten Manager haben Führungsgrundsätze geringe (neun Prozent) oder keine Bedeutung (fünf Prozent) für die künftige Entwicklung der Führungs- und Unternehmenskultur.

Als zwiespältig ergab sich das Verhalten der Unternehmen in Bezug auf die Integration der Beschäftigten. Weniger als die Hälfte (43 Prozent) haben bereits Mitarbeiterbefragungen eingeführt (davon 84 Prozent in schriftlicher Form), nur 20 Prozent streben erstmalige Umfragen unter den Arbeitnehmern an. Lediglich 45 Prozent der Personaler, die bereits solche Instrumente einsetzen, wollen sich dieser Möglichkeit der Integration und Zufriedenheitsmessung weiterhin bedienen.

Zuwenig produktive Teamarbeit84 Prozent der Teilnehmer glauben, dass Teamarbeit wichtiger wird. Dabei sollten die jeweiligen Gruppen Aufgaben aus den Bereichen Prozessoptimierung, bereichs- oder länderübergreifende Themen sowie Entwicklungs- und Produkteinführungen übernehmen. Heute fehle es noch an Methodik und Erfahrung zu produktiver Teamarbeit und professioneller Teammoderation, aus Zeitgründen entwickle sich keine Teamkultur, Ziele und Rahmenbedingungen seien unklar, und die Schlüsselfiguren wie Teamchef oder Moderator haben zu viele Projekte auf einmal und seien deswegen überlastet.

Auf den Manager kommen künftig immer mehr Aufgaben zu, in denen seine Soft-Skills gefragt sind. 84 Prozent der Befragten bezeichnen es als wichtig, dass die Führungskraft sich in einer zusätzlichen Rolle als Coach für die Mitarbeiter engagiert. Um ein ehrliches Arbeitsverhältnis zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmern aufzubauen und zu fördern, planen 74 Prozent der Personaler ein 360-Grad-Feedback-System, bei dem der Fluss von Kritik und Würdigung nicht nur von oben nach unten in der Hierarchie verläuft, sondern auch umgekehrt. Für elf Prozent ist ein solches Feedback-System entweder nicht relevant oder im eigenen Unternehmen undenkbar.

Einig waren sich die meisten Manager, dass gerade wegen der ausgeweiteten Aufgabenbereiche Führungsseminare wichtig seien. Allerdings sollten diese Trainings nach Auffassung der Befragten firmenspezifisch konzipiert sein und durch kompakte Einheiten kontinuierliches Lernen bewirken. Dabei nahmen 80 Prozent der Personalverantwortlichen die Dienste externer Berater und Trainer in Anspruch, um die Führungs- und Zusammenarbeitskultur zu entwickeln.