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21.03.1997 - 

Reporting bildet das Fundament für ein Data-Warehouse

Chemson umschifft Klippe der Abap-Programmierung

Wer maßgeschneiderte Berichte aus der SAP-Software R/3 generieren will, kommt um Eigenentwicklungen kaum herum. Wie Josef Schrei, DV-Leiter bei Chemson im österreichischen Arnoldstein, erläutert, erfordert der Logistikbereich firmenspezifische Auswertungen, die sich mit einer Globallösung nicht abdecken lassen. Deshalb gibt die SAP ihren Kunden die Programmiersprache Abap/4 an die Hand.

Als Tochter der deutschen Chemetall-Gruppe wurde Chemson 1995 in die konzernweite Neuorganisation der Informationstechnik involviert. Im Einklang mit der Strategie des Gesamtunternehmens sollten die beiden DV-Abteilungen in Österreich und in Newcastle, England, auf die Anwendungspakete der SAP AG umgestellt werden. Geplant ist der Einsatz folgender R/3-Module: Financial Accounting (FI), Controlling (CO), Anlagen-Management (AM), Einkauf (MM), Verkauf (SD) sowie Qualitäts-Ma- nagement (QM) und Produktionsplanung (PP/PI). Im Sommer diesen Jahres will Chemson alle R/3-Pakete in Betrieb genommen haben. Danach ist die Fertigstellung eines Data-Warehouse geplant.

Dazu mußte das Unternehmen aber zunächst sein Berichtswesen auf die neuen Software-Applikationen abstimmen, sprich: die Möglichkeit schaffen, aus dem R/3-Data-Dictionary die für Management-Entscheidungen notwendigen Auswertungen zu generieren. Die "Abap-Workbench", die SAP für diesen Zweck vorgesehen hat, schien Schreier wenig attraktiv: Seiner Erfahrung nach erfordert sie viel eigene Programmierleistung, und billig ist sie auch nicht.

Deshalb entschloß sich der DV-Verantwortliche, das unternehmensweite Reporting auf ein Produkt der Information Builders Inc. (IBI), New York, zu stützen. Die Entscheidung für das Werkzeug "Snappack" fiel ihm um so leichter, als dessen Basissoftware, das 4GL-Tool "Focus", bereits auf den alten VMS-basierten Rechnern der Firma lief. Eine Rolle spielte selbstverständlich auch die Tatsache, daß IBI in Form eines SAP-Zertifikats quasi den Segen von oben erhalten hat.

Laut Schreier ist Snappack nicht nur konsequent menügeführt, sondern es verfügt auch über relativ einfache Methoden für die Layout-Gestaltung. Insgesamt lasse sich der Programmieraufwand gegenüber Abap/4 um bis zu 90 Prozent verringern.

Darüber hinaus sei das Tool in der Lage, Meta-Informationen über die gesuchten Daten auf einer Beschreibungs-Ebene mitzuführen, ohne daß deshalb die Feldbezeichnungen von denen der SAP-Software abweichen würden. Auf diese Weise ließen sich Voreinstellungen automatisch in jeden Bericht übernehmen. Auch in puncto Laufzeitverhalten zeige sich das IBI-Werkzeug der SAP-Sprache überlegen - je nach Applikation bis zum Zwanzigfachen des Durchsatzes. Last, but not least sei für den Gegenwert von zehn Abap-Workbench-Lizenzen bereits das Nutzungsrecht für alle 20 bis 30 Snappack-Arbeitsplätze zu haben.

Schreiers Auführungen zufolge kann Snappack nicht nur die Daten aus dem Oracle-basierten R/3-Dictionary herauslesen, sondern sie anschließend auch in das Data-Warehouse weiterreichen. Focus verfügt über ein eigenes Datenbanksystem, das als Fundament für das in Arbeit befindliche Chemson-Warehouse dienen soll.

Im übrigen konnte das Werkzeug seine Nützlichkeit bereits bei der R/3-Einführung unter Beweis stellen: Es wurde dafür eingesetzt, die unter R/3 erfaßten Grunddaten zu überprüfen.