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29.09.2000 - 

Kolumne

Cheops - ein Fall für die Abrissbirne

bei der RWE wohl inspirieren lassen, als sie ihrem Vorhaben, ein objektorientiertens Abrechnungssystem zu entwickeln, den Namen des Pharaonen-Grabmals gaben. Die Dimensionen des Plans gereichten dem Namenspatron zur Ehre. Die Java-Applikation sollte nicht nur den RWE-Wunsch nach einer zeitgemäßen Software erfüllen, sondern der gesamten Versorgerbranche eine Alternative zur SAP-Lösung ISU/CCS bieten.

Angesichts der Ausführung hätte Cheops - läge er noch dort - allerdings in seiner Pyramide rotiert. Was im Einzelnen alles schief ging, lässt sich nur vermuten. Doch die Tatsache, dass gerade von Anwendern betriebene große Entwicklungsprojekte häufig scheitern, wirft die Frage auf, ob Anwenderunternehmen solche komplexen Applikationen überhaupt noch selbst realisieren sollten.

Abgesehen davon, dass IT-Abteilungen - auch wenn es sich wie im Fall von RWE um ausgegründete Systemhäuser handelt - nur selten über genügend Personal mit aktuellem Know-how verfügen, fehlen ihnen in der Regel auch Erfahrungen im Management großer Softwareprojekte. Außerdem stehen mehrjährige Entwicklungsvorhaben unter einem erheblichen Kostenrisiko. Das gilt insbesondere dann, wenn die Refinanzierung der Ausgaben von einer Weitervermarktung der Software an Dritte abhängt. Andere Systemhäuser finden es schon schwer genug, Standardsoftware an die Bedürfnisse verschiedener Kunden anzupassen. Der umgekehrte Weg, Individualprogramme für viele nutzbar zu machen, dürfte nicht einfacher sein. Je nach Umfang der Applikation müssen bei individueller Programmierung, zumal wenn das Ergebnis weiteren Nutzern zur Verfügung gestellt werden soll, auch die Kosten und Ressourcen für Updates sowie für Support und Wartung berücksichtigt werden.

Bei der Frage nach Make or Buy sollten sich Anwender deshalb bei komplexen Applikationen, sofern adäquate Lösungen vorhanden sind, für den Kauf von Software entscheiden. Die funktionieren zwar oft auch nicht von Anfang an, aber bei eindeutig formulierten Verträgen muss wenigstens der Anbieter auf eigene Kosten nachbessern. Kommentare zu dieser Kolumne bitte an cwitte@computerwoche.de