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28.04.2000 - 

Umsatzerwartung für das zweite Quartal gedämpft

Chip-Lieferengpass bereitet Intel starkes Kopfzerbrechen

28.04.2000
SANTA CLARA (CW) - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge dürften die Intel-Aktionäre das Ergebnis des ersten Quartals sehen. Die Freude über positive Zahlen wird durch eine schwere Panne des Managements getrübt: Die starke Chipnachfrage wurde unterschätzt, so dass im laufenden zweiten Quartal das Geschäftspotenzial nicht ausgeschöpft werden kann.

Ein Nachfrage-Boom, über den sich eigentlich jeder Hersteller freut, bereitet der Chefetage von Intel derzeit starkes Kopfzerbrechen. "Wir haben den Marktbedarf falsch eingeschätzt", musste Andy Bryant, Senior Vice President für das Finanzwesen, anlässlich der Präsentation des Quartalsergebnisses vor der Presse eingestehen. Die Nachfrage sei für die Jahreszeit untypisch hoch, begründete Bryant die Fehleinschätzung und fügte - vielleicht in weiser Voraussicht - hinzu: "Die Lieferung von Chips in ausreichender Menge wird für Intel bis auf weiteres eine Herausforderung bleiben."

Mit dieser Aussage sorgte Bryant für den Wermutstropfen bei Analysten sowie Aktionären. Er räumte damit nämlich ein, dass Intel den Lieferengpass auf die Schnelle nicht in den Griff bekommen wird und deshalb im zweiten Quartal keine Umsatzsteigerung erwartet. An der Börse kam es bei der Intel-Aktie infolgedessen zu Abschlägen.

Umstellung auf 0,18-Mikrometer-WaferMario Morales, beim Marktforschungsunternehmen IDC Spezialist für das Halbleitergeschäft, nimmt Intel jedoch in Schutz. "Der PC-Markt hat mit seiner unerwarteten Vitalität alle überrascht", beurteilt der Analyst die Marktsituation. Zu dem Boom, so Morales, habe neben dem starken PC-Bedarf in Privathaushalten auch eine plötzliche Auftragswelle in Unternehmen beigetragen.

Anscheinend ist es dem Intel-Konkurrenten AMD besser gelungen, die Entwicklung des Marktes zu antizipieren. Der Rivale hat, nachdem er ausgezeichnete Ergebnisse präsentierte und Intel den PC-Produzenten Gateway als Chipkunden abjagte, derzeit Oberwasser. Trotzdem sieht Morales AMD nicht im Vorteil. "Alle Prozessorhersteller sitzen letztlich im gleichen Boot", meint der Experte. Die Auslastung der Fertigungsstätten richtig zu timen, sei außerordentlich kompliziert.

Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl Intel als auch AMD derzeit ihre Fabrikation von der 0,25-Mikrometer-Technologie auf die kleineren und kostengünstigeren 0,18-Mikrometer-Wafer umstellen. Gegenwärtig sind fünf Fabriken von Intel in der Lage, in 0,18-Technologie zu fertigen.

Trotz der Lieferschwierigkeiten ist es Intel jedoch gelungen, eine deutliche Umsatzsteigerung gegenüber dem Vergleichsquartal 1999 zu erzielen. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von 8,02 Milliarden Dollar und schaffte damit gegenüber 7,1 Milliarden Dollar im Vorjahr ein Plus von 13 Prozent.