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Wachstumsrate im "Silicon Island" nur noch 13,5 Prozent:

Chipkrise zeigt Auswirkungen in Japan

20.09.1985

TOKIO (CW) - Die weltweite Krise in der Halbleiter-Branche hat jetzt auch das "Silicon Island" (Kyushu), das japanische Gegenstück des kalifornischen "Silicon Valley", erreicht. Auf der am südlichen Zipfel Japans gelegenen Insel werden rund 40 Prozent aller im Lande gefertigten Mikrochips hergestellt.

Wie jetzt aus Industriekreisen verlautete, war die Produktion im Mai erstmals rückläufig. In den vergangenen zehn Jahren war man Wachstumsraten von 25 bis 100 Prozent gewöhnt. Erstmals mußten große Herstellerfirmen auf Kurzarbeit umschalten oder, wie beispielsweise Toshiba Corp., ersetzten Fluktuationen nicht.

Aus einer Untersuchung der Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai", in die die 19 wichtigsten Hersteller von Mikrochips einbezogen wurden, geht hervor, daß die Branche in diesem Jahr eine Wachstumsrate von höchstens 13,5 Prozent erwarten kann. 1984 waren es noch stolze 50,2 Prozent. Als untrügliches Zeichen wertet die Zeitung ebenfalls den erwarteten Abfall der Investitionen dieser Firmen um 5,6 Prozent, nachdem 1984 und 1983 noch Steigerungsraten zwischen 51,9 und 100 Prozent verzeichnet worden waren.

Branchenkenner versichern, daß die Halbleiterindustrie wegen des rasanten technischen Fortschritts hohe finanzielle Risiken trägt. Die Investitionsrentabilität müsse bei 70 Prozent im ersten Jahr liegen. Die in den anderen Industriebereichen gültige Amortisationszeit (rund zehn Jahre) müßte halbiert werden. Nach Angaben von Vertretern der Hitachi-Gruppe, zweitgrößter Hersteller Japans in diesem Bereich, sei ein noch schnellerer Amortisationsprozeß wünschenswert.

Die wichtigsten Hersteller, so Insider, werden in diesem Jahr Einbußen hinnehmen, die sie mit Gewinnen in anderen Produktionsbereichen ausgleichen müssen. Einige hoffen auf einen neuen "Zyklus" in den kommenden Jahren aufgrund des 256 K DRAM-Chip.

Die führenden Firmen wie NEC oder Toshiba setzen jedoch bereits auf die Herstellung von Mikrochips mit einer Speicherkapazität von 1 Megabit, von denen Toshiba ab 1986 rund 100 000 Einheiten pro Monat in einem neuerbauten Werk in Oita, mitten auf dem "Silicon Island", herstellen will. Die im vergangenen April privatisierte Fernmeldegruppe Nippon Telegraph and Telephone Corp. will zusammen mit Toshiba und Hitachi ein Mini-Synchrotron mit einem Durchmesser von fünf Metern bauen. Er soll die Herstellung von Mikrochips von 64 Megabit, der tausendfachen Kapazität der 64 K ermöglichen.