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Ohne High-Tech geht in Pkws (fast) nichts mehr


19.09.2003 - 

Chips machen Autos schlauer

FRANKFURT/MAIN (CW) - Wer Auto sagt, muss auch Chip sagen - die Mikroelektronik ist aus modernen Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt gab es in dieser Hinsicht wieder allerhand Neues zu sehen.

Moderne Autos sind vollgestopft mit einer Unzahl von Sensoren, Schaltelementen und Anzeigen, die den Wagenlenkern der Neuzeit das Leben erleichtern. Die Automobilhersteller nutzen die Mikroelektronik einerseits zur Überwachung und Diagnose ihrer Fahrzeuge, zum anderen aber auch, um die Sicherheit und den Komfort für die Passagiere zu erhöhen.

Der französische Hersteller Valeo hat auf der IAA ein System präsentiert, das den toten Winkel des Rückspiegels beseitigen und somit dem Fahrer vor einem Überholmanöver den Blick über die Schulter ersparen soll. Dabei erfassen Radarsensoren an der Fahrzeugseite, ob sich etwas neben dem eigenen Pkw befindet. Die dazugehörige Elektronik ermittelt, ob und mit welcher Geschwindigkeit sich ein Objekt im Verhältnis zum eigenen Wagen bewegt, und löst gegebenenfalls einen Alarm aus. Das "Blind Spot Detection System" entstand in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Raytheon. Ab 2005/06 könnte die Lösung in Fahrzeugen zu finden sein.

Cleverer Tempomat

Auch die Anzeigen werden immer schlauer. Johnson Controls präsentierte auf der Messe eine neuartige, rekonfigurierbare Display-Lösung für das Armaturenbrett. Autofahrer sollen damit wählen können, wie sie sich die unterschiedlichen Daten während der Fahrt anzeigen lassen.

Bosch zeigte in Frankfurt eine neue Generation seines Fahrerassistenz-Systems "Adaptive Cruise Control" (ACC). Mit Hilfe von Sensoren erfasst der schlaue Tempomat vorausfahrende Fahrzeuge, berechnet deren Geschwindigkeit und steuert Motor und Bremse so, dass nicht nur die Geschwindigkeit reguliert, sondern auch ein ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt wird. Dass soll die Fahrer nicht nur auf geraden Autobahnen, sondern auch auf kurvigen Landstraßen entlasten.

Siemens VDO hat sich Gedanken zur Handbremse der Zukunft gemacht. Das Unternehmen hat mit der Elektronischen Parkbremse (EPB) ein System entwickelt, das ohne den herkömmlichen Bremshebel auskommt und Fahrern das Anfahren am Berg erleichtern soll. Eine ausgeklügelte Elektronik erkennt, ob das Fahrzeug abzurutschen droht und drückt die Bremsbacken dann automatisch zusammen. Beim Gasgeben löst sich die Bremse wieder. Wird der Motor abgestellt, aktiviert sich die Bremse ebenfalls automatisch. Das selbständige Wegrollen von Fahrzeugen soll damit der Vergangenheit angehören.

Der Hersteller hat mit "Easycontrol" zudem eine neue Steuerung für das Auto-Cockpit vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Drehknopf, auf dessen Oberseite sich ein Touchpad befindet. Mit Hilfe dieses in die Armlehne integrierten Kontrollgeräts soll der Fahrer bequem alle Funktionen des Wagens steuern. Das Touchpad erkennt sogar die Handschrift des Fahrers, der damit etwa ein Ziel für das Navigationssystem "aufschreiben" kann. Akustische Signale begleiten alle Eingaben, so dass der Fahrer die Augen weiterhin auf die Straße richten kann.

Wozu die moderne Elektronik außerdem in der Lage ist, zeigte BMW in seinem neuen 5er. Mit Hilfe des "Connected Service" überwacht das Fahrzeug mit einer Vielzahl von Sensoren ständig alle Betriebsflüssigkeiten und Verschleißteile. Aufgrund der gewonnenen Daten lässt sich berechnen, ob und wann ein Besuch in der Werkstatt fällig ist. Das System meldet dem BMW-Service per Telematik, dass eine Inspektion fällig ist - der Händler ruft darauf hin den Besitzer des Fahrzeugs an, um mit ihm einen Termin zu vereinbaren.

Trotz aller damit verbundenen Annehmlichkeiten hat die zunehmende Intelligenz im Auto aber nicht nur Vorteile. So dürfte nicht jeder Fahrer erfreut sein, wenn sich sein fahrbarer Untersatz so kommunikationsfreudig zeigt wie der neue 5er. Außerdem bringt der Fortschritt neue Risiken mit sich: Studien zeigen, dass bereits mehr als die Hälfte aller Pannen auf Fehler an elektrischen und elektronischen Bauteilen zurückzuführen sind - Tendenz steigend. (ave)