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27.08.1999 - 

Startup nutzt Magnetstäbe und den Hall-Effekt

Chips mit einem Herzen aus Glas

MÜNCHEN (CW) - Zukünftige Rechner werden nach Meinung des US-Forschers Richard Lienau mit Speicherbausteinen arbeiten, deren Trägermedium aus Glas besteht.

Das Startup-Unternehmen Micromem Technologies Inc., das mit der Universität von Utah kooperiert, berichtet von einem Durchbruch in der Entwicklung von Speicherbausteinen. Der dort entwickelte Chip verliert im Gegensatz zu herkömmlichen DRAMs auch nach einem Stromausfall die Daten nicht und er soll in puncto Zugriffszeit selbst Flash-Memories in den Schatten stellen.

Die Erfindung Lienaus besteht hauptsächlich aus zwei Komponenten: Magnetstäben und Hall-Effekt-Sensoren. Diese beiden sorgen für ein Spannungsgefälle, bei dem die Stäbe ihren Status von positiv in negativ oder von null zu eins verändern. Im Gegensatz zu DRAMs, die Kondensatoren für die Speicherung nutzen, verlieren die neuartigen Speicher ihre Daten auch bei einem Stromausfall nicht: Die Magnetstäbe halten den erreichten Status über Monate und sogar Jahre hinweg.

Stabil, schnell und kostengünstig

Der zweite Vorteil der MAGRAM-(Ferromagnetic-Memory-)Chips ist die Zugriffszeit, die bei nur fünf Nanosekunden liegen soll. Im Vergleich dazu: Flash-Bausteine neuester Bauart benötigen 120 Nanosekunden für den Zugriff auf die Daten. Der dritte Vorteil liegt in den vergleichsweise niedrigen Herstellungskosten. "Die Verwendung von Glas als Trägermedium halbiert die Anzahl der Fertigungsschritte und verringert erheblich die Produktionskosten", erklärte Micromem-Chef Stephan Fleming gegenüber dem Branchendienst "Computergram". Das Unternehmen will die eigene Technologie möglichst weit selbst vorantreiben, um sich viele Patentrechte zu sichern, hat aber auch schon Gespräche mit großen Herstellern aufgenommen. Derzeit liegt, bedingt durch die eingeschränkten Möglichkeiten in den Universitätslabors, nur eine 8-Bit-Version des Speicherbausteins vor. Fleming erwartet aber keine nennenswerten Schwierigkeiten bei der Umstellung auf ein 16- oder 32-Bit-Design.

Nach Ansicht von Experten hat die neue Technik gute Chancen, Speicher wie Flash-Memories oder RAM-Bausteine in mobilen Geräten aller Art abzulösen, da sie schneller und kostengünstiger als die beiden ist. Lienau befindet sich auf einem Höhenflug: "Die Chips sind strahlungssicher und taugen zum Bau eines Solid-State-Datenrekorders für die NASA."