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09.07.1993

Christian Boss, Volker Roth Die Zukunft der DV-Berufe Westdeutscher Verlag, Opladen 1992, 304 Seiten, 46 Mark

Den DV-Berufen kommt eine Schluesselrolle fuer die technische und wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik zu. Was liegt vor diesem Hintergrund naeher, als sich auch Gedanken ueber die Zukunftsperspektiven der mit diesen Berufen verschweissten Menschen zu machen?

Mitarbeiter des Instituts fuer Sozialwissenschaftliche Forschung (IFS) in Marburg haben in ihrer Untersuchung herausgefunden, dass die Berufsperspektiven von DV-Kraeften immer unuebersichtlicher und unsicherer werden. Ausgangspunkt dieser recht duesteren Prognose fuer die einst so heiss begehrten DV-Kenner sind eine Befragung von 300 DV-Fachkraeften und diverse Fachgespraeche mit DV-Herstellern, - Anwendern und speziellen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen. Ausserdem wurde angesichts der Tatsache, dass sich die Zahl der Fachkraefte auf Basis der amtlichen Statistik nicht ermitteln laesst, ein neuer typologischer Ansatz zur Erfassung des Berufsfeldes der Datenverarbeitung entwickelt. Ein Kapitel im Buch, das nur methodologisch vorgebildete Leser interessieren duerfte.

Im Mittelpunkt der Forschungsergebnisse stehen Aussagen zur Aus- und Weiterbildungssituation, zur Qualifikationsentwicklung und zu weiteren Aspekten der Arbeitsbedingungen von DV-Fachleuten. Um die Kernaussagen vorwegzunehmen: Die Aus- und Weiterbildungsanforderungen an Computerexperten sind ausserordentlich hoch. Mehr als 85 Prozent der befragten Personen hatten in den vergangenen zwei Jahren an Weiterbildungsmassnahmen teilgenommen. Zweitens: Die Qualifikationsentwicklung ist durch eine Abkehr vom traditionellen Spezialisten gekennzeichnet, der in Zukunft immer mehr von einer engen Zusammenarbeit mit den Anwendern abhaengig ist. Drittens: Datentypistinnen und Operatoren droht das berufliche Aus, waehrend sich die Anforderungen an die grosse Gruppe der Programmierer entscheidend veraendern. Die Forscher ermittelten extrem hohe Arbeitsbelastungen, die als Ursache des Verschleisses an Arbeitsvermoegen und Kreativitaet empfunden wurden.

Die Autoren haben alle getroffenen Aussagen vom Forschungsdesign bis hin zu den Auswertungsmethoden ebenso wissenschaftlich wie gruendlich untermauert. Wer den Titel lesen will, muss jedoch einiges an Geduld mitbringen; die gewaehlte Schrifttype ist klein, die Seiten eng beschrieben, und nur wenige Grafiken goennen dem Auge etwas Abwechslung.