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29.04.1977 - 

Praxisbericht Phywe AG, Göttingen: Von 370135 auf Univac 9030, von DOSVS auf OS3

Chronologie einer Umstellung Teil IIProjektmanagement

Es wurde ein Team mit folgender Arbeitsteilung gegründet:

Verantwortung Univac

- Ausbildung (Datamanagement, Dateibeschreibungen)

- Operatoreinweisung und Unterstützung

- Testunterstützung

- Assemblieren (extern)

- DBOMP-DBS/90 (Anpassung und Umstellung)

- SUR's (System User Report)

- RFC's (Request for Change)

Verantwortung Phywe

- Softwareanpassung (Makros, Unverträglichkeiten)

- Plattenorganisation

- DTF-Anpassung

- Programmumstellung

- Erstellung der Steuerkarten

- Programmtest

- Terminkontrolle

Personelle Besetzung:

Univac

1 Systemberater der Geschäftsstelle Hannover (ständig)

1 Systemberater der Geschäftsstelle Hamburg (gelegentlich, während der Installation ständig)

2 Systemberater der GS Hannover für die DBOMP-DBS/90-Umstellung Phywe

7 Programmierer,

1 Systemprogrammierer

Softwareanpassung

Unverträglichkeiten: Startadresse, Drucksteuerzeichen, Kartenausgabe mit Steuerzeichen, CNTRL (Reader), Konsolbereiche (60 Bytes), COMRG, PDUMP, PROG, CONSO, CONSI, Errobyte-handling, IS-Steuerung, DA-Umrechenroutinen usw.

Gültige Makros wurden unter altem Namen den neuen Konventionen angepaßt. Für bleibende Unverträglichkeiten wurde ein Prüfprogramm erstellt, das den IBM-Source-Code liest und für den Programmierer ein Umstellungsprotokoll schreibt. Alte Makros, die der Programmstandardisierung nicht entsprechen, wurden mit angezeigt.

Terminplan

Die Grobterminplanung sah folgende Start- und Endtermine vor:

- Datamanagementausbildung bis Dezember 75

- Umstellung und Test der Copyroutinen durch den Systemprogrammierer bis Dezember 75

- Programmierte Umstellungshilfe bis Dezember 75

- DTF- und Programmumstellung 15. 1. 76 - 1. 4. 76

- Test ab 20. 1. 76

- Datenübernahme und Endtest ab 1. 4. 76

- Abbau der 370-135 30. 4. 76

Nicht eingehalten wurden die Termine für die DBOMP-DBS/90-Umsetzung. Die volle Funktion, logische Abläufe und Änderungsdienst, war erst nach 3 bis 4 Wochen, also per 31. 5. 76 gewährleistet.

Test

Aufgrund der ungewöhnlichen Konfiguration waren Schwierigkeiten im Testbetrieb vorprogrammiert. Als einzige Testanlage stand uns nur die beim Deutschlandfunk in Köln im Dezember 1975 installierte Anlage an 4 Wochenenden zur Verfügung. Funktionstests konnten auf anderen Anlagen nur durch Anpassung an die gegebene Hardware (Plattenlaufwerke 8416) vorgenommen werden. Von dieser -unbequemen Möglichkeit wurde nur für die DBOMP-Umstellung dreimal Gebrauch gemacht.

Durch die nicht gegebenen Testmöglichkeiten bedingt, wurde die Installation des eigenen Systems vorgezogen. Die Übergabe fand am 23. 3. 76 statt.

Zur Umstellung standen etwa 800 aktive Programme an, von denen nach der ersten Dringlichkeitsüberprüfung 600 für die Umstellung vorgesehen waren. Diese wurden in 4 Klassen wie folgt unterteilt:

A Tagesarbeit

B periodisch wiederkehrende Arbeiten

C Programme auf besondere Anforderung

D Jahresabschluß.

Umgestellt und für die Funktion freigegeben waren am 31. 5. 76 alle Programme der Klassen A, B und ein Teil der Klasse C, insgesamt ca. 400 Programme. In dieser Zählung nicht berücksichtigt sind SORTs und Utilities.

Hardware-, Softwareprobleme

Wie erwartet, verlief die Übernahme nicht problemlos. Es gab Ausfälle aller Einheiten einschließlich des Processors. Die Anfangsprobleme lagen bei den 8430-Laufwerken und bei den Uniservos. Die häufigsten Ausfälle bescherten uns Stanzer und Drucker, den längsten Ausfall die Uniservos mit 5 Tagen im Juli.

Die größten Softwareprobleme traten beim Tape-Handler, bei der 8430-Steuerung, mit dem DUMP-Restore und beim Spool auf. Mit Ausnahme des Spool-Warmstarts sind inzwischen alle aufgetretenen ernsthaften Fehler bereinigt.

Abschließend kann gesagt werden, daß diese Umstellung ähnlich der Umstellung der IBM /360-30 auf die IBM /370-135 verlaufen ist. Die Beurteilung ist eindeutig positiv.

EDV-Leiter der Phywe AG