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27.09.1996 - 

Next raus und Microsoft rein

Chrysler Financial will jetzt im Mainstream mitschwimmen

"Es ist ja nicht so, als ob wir ganz von vorne anfingen", beschwichtigt Paul Anders, Vice-President für Informationssysteme bei Chrysler Financial, die Skeptiker. Vielmehr seien die Software-Entwickler bemüht, ihre Arbeitsergebnisse der vergangenen vier Jahre soweit wie möglich in das neue System einzubringen. So unerfreulich dieser Anbieterwechsel für die Next Software Inc., Redwood City, Kalifornien, auch sein mag - immerhin könnte das Umstellungsprojekt im Erfolgsfall als Beleg dafür dienen, daß sich die mit dem objektorientierten Entwicklungssystem Nextstep erstellten Applikationen relativ problemlos in anderen Umgebungen wiederverwenden lassen.

Chrysler Financial ist eine 100prozentige Tochter des Automobilherstellers Chrysler Corp., der ebenfalls in Southfield ansässig ist. Wie der Name vermuten läßt, besteht der Unternehmenszweck darin, den Chrysler-Händlern und deren Kunden aus ihren Finanzierungsengpässen zu helfen. An 28 Standorten beschäftigt Chrysler Financial rund 2800 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von knapp 340 Millionen Dollar.

Anwender wollen populäre Tools

Wie der IS-Verantwortliche Anders bestätigt, waren die Mitarbeiter im großen und ganzen zufrieden mit ihren Nextstep-Anwendungen - bis auf eine Kleinigkeit: Die Anwender hätten sich des öfteren beschwert, daß sie auf dem proprietären Next-Betriebssystem keine der populären Windows-Applikationen fahren könnten. Damit die User künftig "Microsoft Office" sowie die Lotus-Produkte "cc:Mail" und "Organizer" in Anspruch nehmen können, führt Chrysler Financial jetzt Windows 95 als Unternehmensstandard ein.

Die Entwickler waren über diese Entscheidung wenig begeistert. "Wir schütten das Objekt-Baby mit dem Bade aus", klagte einer von ihnen, "viel von der Infrastruktur geht auf diesem Weg verloren." Aber laut Anders haben nur zwei der 120 Software-Profis die Konsequenzen gezogen und ihre Kündigung eingereicht. Die anderen wurden seit dem vergangenen Juni umgeschult, so daß sie künftig die Anwenderoberflächen mit Visual Basic gestalten und den aus Nextstep übernommenen Objekt-Code, wo immer das möglich ist, in Visual C++ übernehmen können.

Umstellung innerhalb von zehn Monaten

Das Beratungsunternehmen Synergy Inc. aus Washington findet derzeit heraus, welche Teile des unter Nextstep realisierten Software-Designs weiter nutzbar sind. Wieviel sich Chrysler Financials die Software-Umstellung kosten läßt, wollte Anders nicht verraten.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird das Projekt zur Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Branchenkenner wie Scott Winkler von der Gartner Group und Dan Lavin von Dataquest halten diesen Zeitrahmen für ziemlich eng. Möglicherweise lasse er sich dennoch einhalten - wenn tatsächlich große Teile des Anwendungs-Designs wiederverwendet werden können.