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04.08.1995

CIM-Center veroeffentlicht Untersuchungsergebnisse Nur wenige PPS-Anbieter haben Ueberlebenschancen

AACHEN (CW) - Deutsche Anbieter von PPS-Systemen sind vom Aussterben bedroht, so die Erkenntnis der CIM-Center NRW GmbH, Aachen. Jeden Monat verschwinden demnach ein bis zwei Systeme vom Markt, weil Softwarehaeuser ihre Entwicklungen einstellen, Konkurs anmelden oder von Wettbewerbern aufgekauft werden.

Je nach Definition zaehlen die Aachener zur Zeit zwischen 140 und 200 PPS-Systeme. Davon sollen in zwei Jahren nur noch 30 Pakete mit ueberregionaler Bedeutung uebrigbleiben. Es gebe auch neue Anbieter, doch dabei handele es sich in der Regel um Auffanggesellschaften fuer eingestellte Systeme oder um Kleinfirmen, die eine im Kundenauftrag entwickelte Individualloesung nun als Standardsoftware verkaufen wollten. Die, fuer die im letzten Jahr mehr als 30 Neuabschluesse zu verzeichnen waren, koennen laut CIM-Center an zwei Haenden abgezaehlt werden.

Der Trend zu integrierten Loesungen macht vor allem kleineren PPS- Anbietern zu schaffen. Wurden zunaechst Einkauf und Vertrieb in die Produktionsplanungs- und Steuerungs-Loesung eingebunden, wird jetzt auch die Integration des Rechnungswesens verlangt. Die Kunden wollen die Loesung aus einem Guss - fuer die Hersteller bedeutet dies einen Entwicklungsaufwand in Hoehe zweistelliger Mannjahre.

Bei Generationszyklen von fuenf Jahren ist ein Paket nie wirklich fertig. Wird ein Haupt-Release oder ein neues Produkt freigegeben, ist die naechste Generation bereits in Arbeit. Hinzu kommt der enorme Anpassungsaufwand, wenn ein Programmpaket modernisiert werden soll.

Das ist beispielsweise der Fall, wenn neue Betriebssysteme, relationale Datenbanktechnik oder grafische Benutzeroberflaechen unterstuetzt werden sollen. Oft ist die komplette Neuprogrammierung erforderlich.

Fuer die naechste Generation der objektorientierten PPS-Systeme muessen Softwarehaeuser Entwicklungskosten von 50 bis 300 Millionen Mark aufbringen. Selbst an der unteren Grenze uebersteigt dies die Moeglichkeiten der meisten mittelstaendischen Anbieter.

Als Alternative zur tabellengesteuerten Software e la SAP gewinnen die objektorientierten Systeme jedoch an Bedeutung, wenngleich diese Technik erst am Anfang steht und mehrjaehrige Einsatzerfahrungen nicht vorhanden sind. Um so mehr verbluefft der Bekanntheitsgrad eines Produktes wie "CI" von AT&T Istel, das laut CIM-Center inzwischen vergleichbar populaer ist wie R/3 von SAP oder Triton von Baan. Kunden zeigen offenbar zunehmend Interesse an Systemen, bei denen eine individuelle Modellierung mit Hilfe eines Objektbaukastens im Sinne des "Legostein-Prinzips" vorgenommen werden kann. Ohne ein methodisches und koordiniertes Vorgehen ist allerdings auch bei diesem Verfahren das Chaos vorprogrammiert.

Zu den aktuellen Trends, die das CIM-Center ausmacht, zaehlt die Anpassung grosser Pakete an die Beduerfnisse mittelstaendischer Unternehmen durch eine Reduktion der Komplexitaet. Geschaeftsprozesse und Steuerparameter werden voreingestellt, so dass sich die Einfuehrung beschleunigen und vereinfachen laesst.

Bis dahin scheint der Weg fuer SAP jedoch noch weit zu sein: Zur Zeit muesse fuer die Installation der Standardsoftware ein Team von mindestens fuenf eigenen Mitarbeitern abgestellt werden, das sich ein bis anderthalb Jahre ganztaegig mit dieser Aufgabe beschaeftige.

Das eigene Engagement kann nach Beobachtungen der Berater nur bedingt durch externe Unterstuetzung substituiert werden. Entsprechend gross sei das Interesse der Unternehmen an der in Aussicht gestellten R/3-Light-Version "Heidelberg", deren Freigabe jedoch fruehestens 1996 erfolgen wird.

Das CIM-Center warnt Anwender davor, Technologie generell zu hoch zu bewerten. Es lohne sich nicht, ein oder zwei Jahre auf eine naechste Softwaregeneration zu warten. Vielmehr biete eine konservative Loesung, die stabil laufe und damit in absehbarer Zeit beherrschbar sei, weit mehr als Software, die "wie gruene Bananen erst beim Kunden reift". Der Schwerpunkt bei der Einfuehrung von Standardsoftware liege heute beim Re-Engineering der Prozesse - und damit koenne man jederzeit beginnen.