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IT im Anlagen- und Maschinenbau/Kommentar


20.04.2001 - 

CIM-geschädigt

Helga Biesel Redakteurin CW

Was denn noch alles sollen Maschinenbauer in ihre Produkte und Herstellungsverfahren integrieren, fragen sich die Strategen der erfolgsgewohnten deutschen Vorzeigebranche. Klar, der Anteil an Software wird bei der Entwicklung von Maschinen immer höher (Seite 74), aber Computer Aided Design (CAD) oder andere C-Techniken gehören seit mindestens 20 Jahren zum Alltag des Konstrukteurs (Seite 72), genauso wie NC-Steuerungen, Remote Control oder Tele-Services. Auf eine Renaissance von Computer Integrated Manufacturing (CIM) wartet jedoch niemand.

Misstrauisch geworden, versagen sich neuerdings etliche Realisten unter den Anwendern dem Thema "Integration ohne Ende". Besonders auffällig wird dies im Hinblick auf die Internet-Nutzung im Entwicklungs-, Konstruktions- und Fertigungsbereich oder auch bei der unternehmensübergreifenden Nutzung von Portalen beziehungsweise Web-Plattformen (Seite 80) und bei Versuchen, komplexe Anlagen Web-basiert zu steuern. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Als der Maschinen- und Anlagenbau Ende der 80er Jahre - getrieben von der damaligen CIM-Euphorie - glaubte, die Gesamtheit eines Maschinenbauunternehmens vom Leitstand aus wie eine herkömmliche Fertigungsstraße steuern zu können, geriet die Branche auf teure Abwege. Visionen von der vollautomatischen Fabrik, die sich bei Bedarf und auf Knopfdruck vervielfältigt, taten ein Übriges, die traditionelle Bodenhaftung zu verlieren. Ergebnis: Pleiten, Pech und Pannen.

Heute ist es das Schlagwort "E-Manufacturing", propagiert von Forschungsinstituten (Seite 78), das an die einstige CIM-Schlappe erinnert, auch wenn standardisierte E-Commerce-Anwendungen in anderen Branchen dafür sprechen, erfolgreiche Beispiele auf ihre Realisierbarkeit im Anlagen- und Maschinenbau zu überprüfen. Doch: Gebranntes Kind scheut das Feuer.