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19.06.1987

CIM - im Prinzip ja...

... aber muß derjenige, der schnell auf Marktforderungen reagieren und dabei auch noch auf individuelle Kundenwünsche eingehen will, schon heute auf die volle computerintegrierte Fertigung (CIM) setzen?

Immerhin steigt die Zahl erfolgreicher CIM-Anfänge und bei den Computerherstellern mehren sich aufgrund der neuentdeckten Liebe zur Fertigung die CIM-Beratungs- und CIM-Demonstrations-Center. Doch Vollintegration ist noch nicht gefragt und "die CIM-Träume sind der Wirklichkeit gewichene wie Hanns G. Schwimann, Vice President eines New Yorker Beratungsunternehmens, kürzlich auf der Hannover-Messe feststellte und dies anhand eines Umfrage-Ergebnisses bei 50 international tätigen Industrieunternehmen belegte.

Die betriebliche Realität daß das Fernziel "Vollintegration" technisch, organisatorisch und finanziell nur langsam über funktionierende Teil-Lösungen zu erreichen sei; In den kommenden fünf Jahren würden auch die innovationsfreudigsten Unternehmen erst die Automatisierung einzelner Fertigungsbereiche betreiben. An der Vollintegration sei heute bestenfalls ein Drittel der Anwender interessiert. Sie könne zwar die restlichen 25 Prozent des erwarteten Rationalisierungspotentials bringen, gehe dafür aber mit großen Risiken und hohen Kosten einher.

Ist das nicht eine Chance, sich Zeit zu nehmen für die Lösung der oft genannten gravierenden Personalprobleme - Qualifikation und Motivation - vor allem auf der mittleren Führungsebene? Denn mit qualifizierten und auch motivierten Mitarbeitern in allen Funktionsebenen steht und fällt die Einführung der CIM-Technologie und sie sind eigentlich der flexibelste Produktionsfaktor eines Unternehmens.

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, daß die moderne Fabrik höchst anspruchsvolle Problemstellungen für die Ingenieure bereithält, und vorbei scheint die Zeit, da man die Fertigung am liebsten in Niedriglohnländer auslagerte. Denn "IM ist CIM-lich kompliziert". Es eröffnen sich zwar neue, völlig anders strukturierte Welten der Fertigung, aber das bleibt nicht ohne Auswirkungen auch auf die betriebliche Hierarchie.

In diesem Spannungsfeld zwischen Neugier, Skepsis und Angst stehen die betroffenen Beschäftigten. Am Ende könnte eine weiter gesteigerte Investition in die Mitarbeiter in einen Zeitvorteil münden - früher als erwartet wäre dann Nutzen zu ziehen aus CIM.

Aus: VDI-Nachrichten Nr. 22 vom 29. Mai 1987, S. 25