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04.10.2005 - 

Kolumne

CIO am Scheideweg

Erfahrene IT-Chefs tendieren dazu, die Segnungen der IT mit größerem Abstand und weniger aufgeregt zu betrachten. Sie feiern nicht mehr jede neue Technologie als wichtigen Durchbruch und betrachten Herstellerversprechen mit einer gehörigen Portion Skepsis. Für sie besteht ihre Aufgabe als CIO darin, sicherzustellen, dass "der Laden läuft", sie ihre IT-Organisation gut führen und "auf Augenhöhe" mit der Business-Seite zusammenarbeiten. Dabei interpretieren einige "Augenhöhe" als Partnerschaft, in der man Dinge gemeinsam angeht; andere dagegen verstehen darunter die frühstmögliche Information durch das Business und das Recht der IT, Umsetzungsvorschläge zu machen, die auch angenommen werden, wenn die Kosten stimmen.

Deshalb sehen vor allem die CIOs, die sich als gleichberechtigte Partner des Business betrachten, eine kontinuierliche Entwicklung ihrer Rolle. Sie gehen davon aus, dass sich ihre Aufgabe in den nächsten zehn Jahren nicht fundamental verändert. Eine klare Positionierung zwischen IT und Wirtschaft halten sie nicht für notwendig. Sie fühlen sich mittlerweile zwischen diesen beiden Polen wohl. Sie wollen die Mittelposition halten: Von der IT her kommend, möchten sie zwischen Technik und Geschäft übersetzen und vermitteln.

Andere CIOs fürchten diese Mitte dagegen als besonders gefährlichen Ort. In dieser Zone stoßen Business- und IT-Interessen aufeinander. Wer dazwischen steht, kann zerrieben werden. Deshalb bevorzugen sie einen Platz auf der Business-Seite. Sie wollen sich um die Organisation, die Prozesse und die Veränderungen im Unternehmen kümmern, möchten erklären und bewei- sen, wie sich Technik für das Geschäft - auch für neue Geschäfte - einsetzen lässt. Diese Business-orientierten Leute sehen sich in erster Linie als Ma- nager mit informationstechnischem Erbe, das es ihnen erlaubt, Vorstöße der IT oder neue Technologien grundsätzlich einzuordnen.

Wenn sich diese Business-orientierte Sicht auf die Rolle des CIO durchsetzt, dann wird es die Position des Chief Information Officer so bald nicht mehr geben. Sie wird geteilt: in den prozess- und geschäftsorientierten Part einerseits sowie den Infrastrukturteil andererseits. Unmissverständlich ausgedrückt, splittet sich die Funktion in Chief Operative Officer und Chief Technology Officer. Allerdings dürfte die Funktion des Cheftechnikers hierarchisch niedriger angesiedelt sein als heute die des CIO.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.