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24.01.2008

CIOs trotzen widrigen Umständen

Accenture vergleicht in seiner aktuellen High-Performance-Studie (siehe Seite 6) die Leistungsfähigkeit von IT-Abteilungen. Dabei schneidet die deutsche Unternehmens-IT im weltweiten und im europäischen Vergleich gut ab. Vier hiesige IT-Abteilungen zählt Accenture sogar zu den weltweit nur 13 High-Performern. Diesen Status erreichen nur Unternehmen, deren IT gleichzeitig innovativ (Leaders in Innovation) agiert und auf der operativen Ebene hervorragende Leistung bringt (Leaders in Execution).

Die Deutschen tun sich vor allem im operativen, weniger im innovativen Bereich hervor. Ihre Systeme funktionieren meistens einwandfrei. Allerdings befriedigt die Technik die Bedürfnisse der Geschäftsseite nur teilweise. Im Vergleich zu den Besten hapert es vor allem bei kundenorientierten Systemen, der IT für Forschung und Entwicklung, den Distributionsanwendungen und den HR-Lösungen. Zwei Aussagen der Studie müssen bei IT- und Business-Managern alle Alarmsignale schrillen lassen: 1. In deutschen Unternehmen sind durchschnittlich 67 Prozent der eingesetzten Applikationen vollständig abgeschrieben (also älter als fünf Jahre). Dabei erfreuen sich vor allem Costumer-Care- sowie die Operations- und Produktionssysteme eines durchschnittlichen Alters von sieben beziehungsweise acht Jahren. Da liegt die Betonung schon von vornherein nicht auf Innovation, sondern auf kostengünstigem Betrieb.

2. In Deutschland bestimmen nur 23 Prozent der CIOs über die Höhe des IT-Budgets. Von den Besten tragen 62 Prozent die volle Verantwortung für ihre Budgets. Erschwerend kommt hinzu, dass hierzulande in 26 Prozent der Fälle der Chief Financial Officer das Budget festlegt. Dieser Verantwortungsmix hat erhebliche Konsequenzen. Denn die IT muss nach dem Motto leben: Wir können nur leisten, was wir finanzieren können. Sie müsste aber, um überhaupt eine Chance zu haben, den Bedürfnissen der Geschäftsbereiche gerecht zu werden, dem Paradigma folgen dürfen: Was wir leisten (sollen), muss finanziert werden.

Immerhin dürfen in Deutschland die meisten CIOs die Verteilung des Budgets bestimmen. Das heißt, sie und nicht die Fach- oder Geschäftsbereiche legen fest, welche IT-Projekte finanziert werden. Wer das weiß, den wundert nicht mehr, wieso in Deutschland laut Accenture nur 15 Prozent der vorhandenen Schnittstellen dem Kunden Zugriff auf die Applikationen eines Unternehmens ermöglichen. Wenn die IT entscheidet, was finanziert wird, dann besteht die Gefahr, dass häufiger IT-zentrische und seltener geschäftsmotivierte Entscheidungen getroffen werden. Und wenn man dann noch bedenkt, dass in Deutschland sehr häufig der oberste Kostensenker, nämlich der Finanzchef, über die Höhe des IT-Budgets entscheidet, muss man vor deutschen IT-Abteilungen unbedingt den Hut ziehen. Obwohl sie zwischen den Stühlen sitzen, bringen sie ihre Unternehmen erheblich voran.

Was meinen Sie? Soll die IT die Entscheidungen über IT-Projekte fällen oder die Fachabteilung? Diskutieren Sie mit unter: http://blog.computerwoche.de