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07.12.2004

CIOs wechseln die Seiten

Die Ära der Job-Hopper ist vorbei. In den Schaltzentralen der IT-Macht gab es nicht viele Veränderungen. Doch teilweise waren sie spektakulär.

Das Personalkarussell 2004 eröffneten zwei illustre Chief Information Officers (CIOs), die zum Jahreswechsel ihre Ämter niederlegten - Gisela Wörner von Eon zog es hinein ins Privatleben, Peter Sany zog es nach sechs Jahren fort von Novartis. Die CW-Redaktion, unterstützt von einem halben Dutzend renommierter Berater und Wirtschaftsinformatiker, hatte den polyglotten Schweizer gerade erst zum "IT-Executive des Jahres" gekürt. Nachfolger für beide Manager waren schnell gefunden. Während von Wörner bis dato nichts mehr zu hören war, tauchte Sany im Sommer plötzlich an unerwarteter Stelle wieder auf: Er wurde Cheftechniker beim mittelständischen Softwarehaus Avaloq in Zürich, das ins internationale Geschäft strebt.

Im Frühjahr wechselte Dietmar Lummitsch von der TÜV Süddeutschland Holding AG nach fünf Jahren zur Altana Pharma AG. In Konstanz bekleidet er die Position des CIO und hat die komplette IT-Verantwortung in den weltweiten Niederlassungen des Konzerns. Lummitsch ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Wechsel von einem Anwender zum Anbieter zum Berater und wieder zurück keine Ausnahme ist: Der Diplomingenieur und -kaufmann startete seine Karriere als Softwareingenieur und Projektleiter bei Philips Systeme und Sondertechnik. Weitere Stationen waren Senior-Projekt- und Unit-Manager bei Digital Equipment und Geschäftsführer der Eu-Log-System Managementgesellschaft. Außerdem fungierte er als technischer Direktor bei Utimaco Safeware und Senior Manager bei Andersen Consulting.

Mächtige Bereichsfürsten

Wenig später musste Friedrich Fröschl, IT-Chef der Siemens AG, seinen Hut nehmen. Offiziellen Angaben zufolge verließ Fröschl den Konzern "auf eigenen Wunsch"; Siemens-intern allerdings wurde der Abschied auf ein angespanntes Verhältnis zum Vorstand zurückgeführt. Demnach habe sich Fröschl, der seit November 2001 den gesamten IT-Bereich sowie das E-Business-Geschäft des Münchner Unternehmens leitete, durch "unglückliches Agieren mit den Bereichsfürsten" sowie "Defizite bei der Durchsetzung von Maßnahmen" aus der Siemens AG hinausmanövriert. Der Ex-CIO selbst wurde konkreter: So sei es zwischen ihm und Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer zu Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung der angestrebten IT-Konsolidierung gekommen. Fröschl zog es dem Bekunden nach auf einen Beraterposten in der Finanzbranche.

VW-IT in Bewegung

Im Volkswagen-Konzern gab es im Herbst gleich zwei Veränderungen an der IT-Spitze. Klaus Straub wurde CIO von Audi, sein Vorgänger Klaus Mühleck übernahm die Verantwortung für die gesamte IT der Muttergesellschaft Volkswagen AG. Straub kam von Siemens VDO Automotive, wo er seit 2001 CIO und Corporate Vice President war. Seine Karriere hatte der 40-jährige Diplomingenieur 1990 bei Mercedes-Benz begonnen, wo er mehrere Führungspositionen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen bekleidete. Bei Daimler-Chrysler war auch Mühleck einst IT-Manager gewesen, bevor er Mitte 2001 CIO von Audi, Seat und Lamborghini wurde. Der 48-jährige Diplomingenieur löste Dieter Schacher bei Volkswagen ab, der sich in den Ruhestand verabschiedete.

Auch Arno von der Eltz, bisher Senior Vice President und CIO bei Wacker Chemie, wechselte die Seiten. Ihn zog es fort aus der IT und hinein ins operative Geschäft. Ab Januar 2005 übernimmt der gelernte Diplomkaufmann die weltweite Verantwortung für den Geschäftsbereich "Polymers". Sein künftiges Einsatzgebiet ist eine von fünf Säulen, in denen sich der Konzern weltweit aufstellen wird. Von der Eltz muss sich dann nicht mehr mit Servern und Betriebssystemen herumschlagen, sondern mit Baudispersionen, Polyvinylbutyralen und Vinylchlorid-Polymeren. (ajf)