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15.11.2002 - 

Netzwerkausrüster legt solide Quartalszahlen vor

Cisco gibt für die nahe Zukunft keine Entwarnung

MÜNCHEN (CW) - Trotz eines soliden Ergebnisses im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 warnen die Cisco-Verantwortlichen vor zu hohen Erwartungen. Nach wie vor hielten sich die Kunden mit größeren Investitionen zurück.

"Ich bin langfristig sehr optimistisch, kurzfristig gibt es jedoch eine Menge Hindernisse", prognostiziert Cisco-Chef John Chambers anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2002/03. Vor allem die Unternehmenskunden seien immer noch sehr vorsichtig, was ihre IT-Ausgaben betrifft. Ferner müsse die Branche damit rechnen, dass die großen Telekommunikationsunternehmen ihre Investitionen in IT-Ausstattung weiter reduzierten.

Diese Warnungen - die der Cisco-Chef übrigens seit einiger Zeit gebetsmühlenartig zu jeder Quartalsveröffentlichung ausruft - wollen allerdings nicht so recht zu den jüngst veröffentlichten Zahlen passen. Cisco nahm im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 rund 4,85 Milliarden Dollar ein. Das sind neun Prozent mehr als noch im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch beim Gewinn konnte der im kalifornischen San Jose ansässige Netzausrüster deutlich zulegen. Statt einem Verlust von 268 Millionen Dollar wie noch vor einem Jahr stand diesmal für die Monate Juli bis September 2002 mit 618 Millionen Dollar ein deutliches Plus in der Bilanz. Klammert man Sonderfaktoren aus, betrug der Gewinn sogar eine Milliarde Dollar beziehungsweise 14 Cent pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld des Quartalsberichts von einem Gewinn von 13 Cent je Anteilschein ausgegangen.

Trotz Chambers'' skeptischer Äußerungen bemühen sich die Cisco-Verantwortlichen, die positiven Entwicklungen hervorzuheben. So sei es beispielsweise mit Hilfe von Sparmaßnahmen gelungen, die Margen zu verbessern, auch wenn die Preise für Netzprodukte weiter sinken, erläutert Finanzchef Larry Carter. Die Bruttomarge von 69 Prozent sei die höchste in der Firmengeschichte. Die Barreserven von 21,2 Milliarden Dollar verschafften dem Unternehmen außerdem ein beruhigendes finanzielles Polster. Nach Einschätzung von Bill Lesieur, Analyst bei Technology Business Research, hat es Cisco geschafft, seine Umsätze in einem schrumpfenden Markt konstant zu halten. Prinzipiell mache der Netzausrüster das Beste aus der Krise. Ferner sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Cisco auch Aufträge mit großen Telcos sichern wird, glaubt Tal Liani von Merrill Lynch. Bislang mache dieses Marktsegment nur etwa drei Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Andere Branchenbeobachter sehen die Situation für Cisco weniger rosig. Sie verweisen beispielsweise darauf, dass sich die Einnahmen nur aufgrund von Deferred-Umsätzen auf einem hohen Niveau halten. Dabei handelt es sich um Einkünfte, die bereits in den Vorquartalen durch Lieferungen an Zwischenhändler oder Leasingverträge mit Großkunden generiert wurden, aber erst jetzt fakturiert werden. Dieser Bilanzposten übertraf mit 3,75 Milliarden Dollar bereits zum dritten Mal seit einem Jahr die Einnahmen mit neuen Aufträgen. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es rund 3,5 Milliarden Dollar. Wie lange Cisco noch von seinem Auftragsbestand zehren kann, bleibt abzuwarten. (ba)

Abb: Stagnierender Umsatz, solider Gewinn

Zwar klettern die Einnahmen von Cisco nicht mehr, doch Bruttomarge und Liquidität sind exzellent. Quelle: Cisco