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06.02.2006

Cisco: Vom Networking zum globalen IT-Player

Mit Michael Ganser, Vice President und Deutschland-Geschäftsführer von Cisco Systems, sprach CW-Redakteur Jürgen Hill.

CW: Cisco ist nicht auf der CeBIT. Warum?

GANSER: Cisco durchlebt den vielleicht wichtigsten Wandel, seit es die Company gibt: den Wechsel von einem Networking-Player zu einem IT-Player. Unsere Ansprache gegenüber den Business-Kunden ändert sich massiv. Es geht nicht mehr darum, einen Router, einen Switch oder ein Security-Interface zu zeigen, sondern wie Cisco die IT-Anwender auf dem Wandel von Transaktionen zu Web-basierenden Interaktionen, wo Networking-IT eine Rolle spielt, begleitet. Diese Informationen können wir nicht optimal auf einer CeBIT in 15-minütigen Standgesprächen vermitteln. Deshalb werden wir eine eigene Großkundenveranstaltung, die Cisco Expo, ausrichten.

CW: Gilt die CeBIT-Abstinenz für den gesamten Konzern, also auch für die Töchter?

GANSER: Nein, wir planen auf der Messe mit Kiss und Linksys als unseren Marken für den Heimnetzwerkmarkt präsent zu sein. Für sie ist die CeBIT eine hervorragende Plattform.

CW: Sie sprachen vorher von der Großkundenveranstaltung "Cisco Expo". Was kann sich der Anwender darunter vorstellen?

GANSER: Das ist ein IT-Kongress, den wir am 9. und 10. Mai in Berlin ausrichten. Dort wollen wir darstellen, wo Cisco die IT-Trends sieht, in welche Richtung die Entwicklung geht und welche Rolle dabei Technologie spielen kann und wird. Lassen Sie mich hierzu den "Economist" zitieren, der kürzlich der Frage nachging, was Unternehmen in Zukunft erfolgreich macht: "Zum ersten Mal sagt man, dass der Einsatz von Technologie mit darüber entscheidet, ob Unternehmen künftig ihre Strategie verwirklichen können." Letztlich wollen wir zeigen, dass Technologie in Deutschland Wachstum ermöglicht - und welche Rolle Netzwerke dabei spielen können.

CW: Wenn Sie diese Botschaft in Deutschland, einem Land, das Technologie meist nur als Kostenfaktor sieht, verbreiten wollen, dann haben Sie eine Mammutaufgabe vor sich.

GANSER: Ja, das ist eine Mammutaufgabe, und davor haben wir Respekt. Dennoch müssen wir den Mut aufbringen und es wagen - auch wenn es ein Risiko ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass IT Deutschland dabei helfen kann, seine Produktivität zu steigern und so zu verhindern, dass immer mehr Unternehmen abwandern und den Standort weiter schwächen. Ich bin davon überzeugt, dass die Betrachtung von Technologie als Kostenblock und CIOs, die lediglich sagen, "Ich versuche IT-Services aufrechtzuerhalten und jedes Jahr günstiger zu produzieren", Deutschland nicht nach vorne bringen. Wir müssen es schaffen, technische und Business-Entscheider enger zusammenzubringen.

CW: Noch mal zurück zur CeBIT. Die Messe gilt als Trendsetter, welche Themen bestimmen in Ihren Augen das IT-Jahr 2006?

GANSER: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die CeBIT zusätzliche Impulse für den IT-Markt setzen wird. Eines der bestimmenden Themen wird dabei wohl Breitband für Deutschland sein sowie das Thema Home Networking verknüpft mit der IP-basierenden Videoübertragung. Für den Unternehmensmarkt dürften intelligentere IT-Strukturen sowie Service-orientierte Architekturen die absoluten Kerntreiber sein. Also die Beantwortung der Frage, wie ich die Assets, die ich im IT-Bereich habe, sinnvoller nutzen kann.

CW: Und wo sehen Sie allgemein die Chan- cen und Probleme für den IT-Standort Deutschland?

GANSER: Hier kommt für mich die deutsche Kultur ins Spiel. Ich habe jetzt zehn Jahre lang in der Schweiz gelebt und in 15 oder 20 verschiedenen Ländern für Cisco gearbeitet. Die meisten Länder, vor allem in Osteuropa, sind sehr lösungsorientiert. Sie haben ein Ziel vor Augen und konzentrieren sich auf die Lösung. Eine der Herausforderungen für Deutschland ist es, eine ähnliche Einstellung zu finden. Hierzulande ist man sich beim Ziel schnell einig, sieht dann aber als Erstes das Problem. Ansonsten bin ich zuversichtlich, was den Standort Deutschland betrifft.

CW: Sind Sie für Ihr Haus angesichts des chinesischen Herausforderers Huawei genauso zuversichtlich?

GANSER: Cisco befindet sich seit der Unter- nehmensgründung vor 21 Jahren im harten Wettbewerb. Dass es heute chinesische Wettbewerber gibt - und Huawei wird nicht der einzige sein, der versucht, sich als billige Alter-

native zu Cisco zu profilieren - , das hat uns zu einer besseren Firma gemacht. Einen Router oder einen Switch 20 Prozent billiger anzuschaffen ist für den Einkauf eine tolle Sache. Wenn das aber die Opex-Kosten, also die Betriebskosten, massiv nach oben treibt oder die Integration von Applikationen massiv erschwert, dann überlegt sich das der Anwender dreimal.