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03.09.1999 - 

6,9 Milliarden Dollar für ein kleines Startup

Ciscos größte Akquisition soll den Weg in Carrier-Netze ebnen

MÜNCHEN (CW) - Cisco hat seine 39. und 40. Akquisition bekanntgegeben. Insgesamt 7,4 Milliarden Dollar in Aktien gibt der Networking-Krösus für die Unternehmen Cerent und Monterey aus, um mit ihren Produkten in die Sprachnetze der Carrier vorzudringen.

Mit einer Kaufsumme von 6,9 Milliarden Dollar bedachte Cisco die junge Startup-Company Cerent Corp. aus Petaluma besonders großzügig. Diese führt nur ein Switching-Modell im Portfolio und erwirtschaftete damit im ersten Halbjahr 1999 bei einem Umsatz von zehn Millionen Dollar ein Defizit von 29 Millionen Dollar. Die Geldgeber spendierten dem 1997 gegründeten Hersteller von TK-Switches bis dato 85 Millionen Dollar Anschubhilfe und erhalten nun mehr als das Achtzigfache zurück.

Cisco rechtfertigt den hohen Preis folgendermaßen: Man habe sich angesichts des bevorstehenden Börsengangs von Cerent an der hohen Marktkapitalisierung anderer Networking-Startups orientiert, die den gleichen Schritt unternommen haben. Beispielsweise betrug der Wert von Juniper Networks drei Monate nach dem erstmaligen öffentlichen Aktienverkauf elf Milliarden Dollar.

Cerent fertigt für Carrier die Switching-Plattform "Cerent 454", die ATM-, Frame-Relay- und Ethernet-Verkehr ebenso wie Sprache gleichermaßen über Sonet- und SDH-Glasfaserstrecken überträgt (Sonet = Synchronous Optical Network, SDH = Synchronous Digital Hierarchy). Dabei erreicht dieser Add-drop-Multiplexer sehr hohe Durchsatzraten, so daß sich vorhandene Übertragungswege besser auslasten lassen. Marktanalysten gehen davon aus, daß die TK-Branche in den kommenden Jahren bis zu 100 Milliarden Dollar investiert, um in ihren für die Sprachübertragung ausgelegten Sonet- und SDH-Strecken auch den IP-Datentransfer zu integrieren.

Multifunktionale Router für die Sprachübertragung

Monterey fertigt Router für Netze auf Basis des Dense Wave-length Division Multiplexing (DWDM), die die Funktionen von IP-Routern, ATM-Switches und SDH- beziehungsweise Sonet-Multiplexern übernehmen. Das Vorzeigeprodukt "Wave- length Router" soll im Kern der Glasfasernetze von Carriern und Service-Providern seinen Dienst tun. Das Unternehmen war bislang in Privatbesitz und veröffentlichte noch keine Finanzdaten. Zuletzt beschäftigte Monterey 132 Mitarbeiter.

Mit beiden Unternehmen will Cisco in das Zentrum der TK-Netze vordringen und Wettbewerbern wie Lucent, Nortel, Fujitsu und Alcatel Marktanteile abnehmen. Für den Aufbau von SDH- und Sonet-Netzen fehlten dem Spezialisten für den Datentransfer bislang die Komponenten, lediglich Router mit Anschluß an WAN-Switches konnten die Kalifornier liefern. Daß Cisco zur ersten Adresse für investitionswillige Carrier wird, stellen die Marktforscher von IDC auch nach den jüngsten Akquisitionen in Frage.

Die beiden neuen Tochterunternehmen liefern keine Technologie für heutige Installationen. Der aktuelle Sonet- und SDH-Markt, in dem mehrere Milliarden Dollar pro Jahr über den Tisch wandern, wird von den anderen Herstellern dominiert.

Ob sich die Verfahren von Cerent und Monterey in Zukunft bewähren werden, ist keineswegs sicher. Immerhin deuten lukrative Abschlüsse mit Carriern wie Qwest, Frontier und Williams Communications darauf hin, daß die Produkte von Cerent im Markt angenommen werden.