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18.05.2001 - 

Hohes Wachstum allein durch Eigenentwicklung nicht möglich

Ciscos Strategie setzt auf Akquisitionen

"Das Internet ist eigentlich Cisco", behauptet selbstbewusst John Chambers, CEO des Netzgiganten. Das Unternehmen erzielte mit seinen 44 000 Mitarbeitern im letzten Jahr 18,9 Milliarden Dollar Umsatz. "Die Cisco-Story" beschreibt die Geschichte der Firma von 1984 bis 1999. Auf die Krise der Technologiewerte, die auch vor Ciscos Börsenkurs nicht Halt machte, geht es indes nicht mehr ein. Von Inge Steutzger*

Cisco produziert unter anderem Multiprotokoll-Router, Asynchronous-Transfer-Mode-(ATM-) und Ethernet-Switches, Access-Server, Software-Router und Netz-Management-Software. Doch über Networking-Lösungen hinaus drängt das Unternehmen inzwischen auch in den Markt für Telekommunikation, etwa die Internet-Telefonie (Voice over IP). Und in Europa stattet Cisco mit seinen Partnern 13 der 15 europäischen UMTS-Mobilfunknetze mit Internet-Technologie aus.

Bis dahin war es ein langer Weg, den das Autorenduo in der "Cisco Story" zumeist chronologisch nachvollzieht. Gegründet wurde Cisco 1984 von dem Paar Sandra Lerner und Leonard Bosack, die in Stanford studierten. Um E-Mails zwischen den Netzen ihrer Fakultäten austauschen zu können, benötigten sie einen Router. Die beiden erfanden diesen zwar nicht, waren aber in seinen Bau involviert und trieben die Idee ohne offizielles Budget weiter voran. Zwei Jahre nach der Cisco-Firmengründung mit nur wenig Eigenmitteln lieferte Don Valantine das nötige Risikokapital in Höhe von 2,5 Millionen Dollar.

Valantine wechselte nach und nach die Führungsriege aus und holte John Morgride ins Boot. Dieser heckte mit den beiden Gründern zwar noch den erfolgreichen Börsengang im Jahr 1990 aus, bald darauf aber wurden Lerner und Bosack von den Vice Presidents geschasst. Sie verkauften ihren Zweidrittel-Anteil für 170 Millionen Dollar, ließen sich scheiden und gingen eigene Wege.

Die Firma ihrerseits entwickelte in den 90er Jahren die heute hochgeschätzte Strategie "Innovation durch Akquisition", womit Cisco freundliche Übernahmen meint. Statt nur intern zu entwickeln, kaufte Cisco, seit 1991 von John Chambers gelenkt, also Ideen und Firmen auf. 1996 war Stratacom, ein Marktführer bei Frame Relays und ATM, an der Reihe, den Cisco für 4,5 Milliarden Dollar erwarb.

Die Akquisition vollzieht sich nach formalen Kriterien: Dem Verhandlungs-, Kauf- und Bewertungsprozess folgt eine Integrationsphase, auf die man bei Cisco großen Wert legt. Um vom zugekauften Know-how profitieren zu können, sollen Spitzenkräfte des aufgekauften Unternehmens gehalten werden. Nach der Übernahme von 20 Firmen arbeiteten immerhin noch 70 Prozent der Führungskräfte der aufgekauften Unternehmen bei Cisco. Die Mitarbeiterfluktuation aus akquirierten Unternehmen beträgt sieben Prozent.

Neben Zukäufen gewannen auch Partnerschaften und Allianzen mit Herstellern passender Produkte in den letzten Jahren an Bedeutung: Dazu zählen beispielsweise die Kooperation mit Digital und Synoptics, dem Marktführer bei Netzknoten (Hubs). Hewlett-Packard wurde durch die Allianz mit Cisco Wiederverkäufer und Serviceanbieter. Um in der Switching-Technologie voranzukommen, kooperierte der Netzwerkriese unter anderem mit MCI, NEC und Northern Telecom. Bei der Umsetzung der schnellen Layer-3-Switching und Gigabit-Ethernet-Techniken im Jahr 1997 war Cisco allerdings nicht unter den ersten Anbietern.

Vertrieb via InternetDer Direktvertrieb läuft bei Cisco hauptsächlich über die Marktplatzseite Cisco Connection Online (CCO). Zur internen Kommunikation und Kooperation entstand schon sehr früh das Intranet Cisco Employee Connection (CEC). Es soll helfen, den Kundendienst zu verbessern. Diesen erbringt nicht nur Personal vor Ort, sondern auch die technische Hilfestellung über das CCO.

Das Buch vermittelt einen kompakten Überblick über die Cisco-Firmengeschichte und setzt nicht allzu große Netzkenntnisse voraus. Allerdings hätten die Autoren dem Leser durch etwas mehr kritische Distanz zum Unternehmen einen noch größeren Dienst erwiesen.

*Inge Steutzger arbeitet als freie Autorin in München.

David Bunnell, Adam Brate: Die Cisco-Story. Clevere Akquisitionen, Technologievorsprünge, begeisterte Kunden. Landsberg am Lech: Moderne Industrie 2001. 278 Seiten, 59 Mark.