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18.01.1991 - 

Großbank setzt auf offene Systeme

Citibanker planen weltweites Netzwerk auf der Basis von OSI

MÜNCHEN (CW) - Die Citibank, einst ein Parade-Anwender von proprietärer IBM-Technik, beschreitet konsequent den Weg zu offenen Systemen. Jetzt hat die Bank einen Großauftrag für den Aufbau eines weltweiten Netzwerks ausgeschrieben, das auf Unix und dem offenen OSI-Protokoll X.400 beruhen soll.

"Die Absichten der Citibank stellen einen massiven Vertrauensbeweis für die Verwendung offener OSI-Standards bei internationalen Geschäften dar", urteilt die amerikanische CW-Schwesterpublikation "Network World" über die jetzt bekanntgewordene Ausschreibung. Nach ihren Informationen soll das Netz nicht nur weltweit sämtliche Citibank-Niederlassungen miteinander verbinden, sondern auch eine Reihe von Kunden einbeziehen.

Zwar räumte ein Sprecher der Bank lediglich ein, daß eine Ausschreibung für ein auf Standards basierendes Netzwerk laufe, "Network World" hat darüber hinaus jedoch erfahren, daß nur X.400 als Grundlage in Frage komme, weil die proprietären Techniken bei der Citibank als unzureichend für die Bedürfnisse der kommenden Jahre gelten. Die Informationen der "Network World" lassen sich auch durch die seit einiger Zeit geltenden DV-Richtlinien bei der Citibank stützen.

Mitte dieses Jahres verkündete Gail Port, Vizepräsident Systementwicklung der New Yorker Bank, daß IBM-Systeme in seinem Unternehmen kaum mehr eine Rolle spielten, seit ein Großteil der Anwendungen auf PC-LANs verlegt worden sei. "Jetzt", so Port damals, "setzen wir auf Initiativen im Umfeld offener Systeme."

Die globale Umstellung auf X.400-Netze betrifft sowohl das Kommunikationsnetz der Citibank als auch das E-Mail-System. Für letzteres verlangt die Bank vom Anbieter, der bis Ende dieses Jahres feststehen soll, daß der weltweite Versand von Dokumenten und Bildern sowie von Fracht- und Kreditbriefen möglich ist. Gleichzeitig nimmt die Citibank die Einführung eines modernen EDI-Systems für den DV-gestützten Dokumentenaustausch auf der Basis des OSI-Netzwerks in Angriff.

Das Netzwerk soll, so "Network World" auf dem Unix-Betriebssystem aufsetzen und die vorhandene proprietäre Infrastruktur einbinden können. Deshalb fordert die Citibank, daß nicht nur das X.400-Message-Handling-System von 1988, sondern auch das einfachere von 1984 unterstützt wird.