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08.06.2006

Citrix gönnt Clients Anwendungen

Die Kundenveranstaltung iForum bot Überraschungen.

Den rund 800 Besuchern des diesjährigen Citrix iForums in München wurde mehr vorgestellt als die sonst üblichen neuen Produkte. Der Anbieter enthüllte, er arbeite an einem Produkt, das die bisherige Ausrichtung von Citrix, nämlich Anwendungen nur auf Servern und nicht auf Clients vorzuhalten, auf den ersten Blick auf den Kopf stellt. Bei dem noch laufenden Projekt Tarpon werden Applikationen auf den Clients vorgehalten, aber - hier kommt Überraschung Nummer zwei - ohne dort installiert zu sein. Aus dem interessanten Projekt soll vielleicht schon im Oktober dieses Jahres ein Produkt hervorgehen.

Tarpon funktioniert so: Zunächst wird eine Anwendung auf einem "Tarpon Profiler" installiert. Von dort wird sie auf eine File-Server-Farm übertragen. Hier wird mit Policies festgelegt, welche User auf welche Anwendung zurückgreifen dürfen. So weit ist also alles Server-based Computing. Die User sehen auf ihren Clients eine Liste, welche Anwendungen, die über ihre normalen Server-basierenden Applikationen hinausgehen, außerdem verfügbar sind. Per Mausklick können sie sich diese Anwendungen auf ihren Client holen. Der File-Server schickt eine gewünschte Applikation per Streaming wie ein Image zum Client, wo sie in einem Cache-Speicher vorgehalten wird, ohne lokal installiert zu werden. Die Anwendung ist jetzt startbereit, selbst wenn der Client offline gehen sollte.

Eine neue Art von Server-based Computing

Das Verfahren steht in deutlichem Gegensatz zum bisherigen Citrix-Prinzip, Applikationen ganz auf den Servern laufen zu lassen und nur ihre Benutzeroberfläche an die Clients zu schicken sowie von diesen die Tastaturanschläge und Mausklicks den Servern zu übermitteln. Doch bisher ist es in Citrix-Umgebungen nicht unüblich, dass bestimmte Anwendungen insbesondere auf Fat Clients lokal installiert werden.

Das möchte Citrix mit Tarpon obsolet machen; denn dessen Verfahren brächte mehrere Vorteile mit sich: Die gestreamte Applikation läuft in einem geschützten Umfeld. Der Aufwand für die lokale Installation entfällt. Außerdem ist so sichergestellt, dass mit einer einheitlichen Version gearbeitet wird. Diese Faktoren dürften den Aufwand für Administration, Support, Helpdesk und Change-Management drastisch reduzieren. Die hohen Kosten dieser personalintensiven Dienste könnten sinken. Schließlich wird sich die Lizenznutzung wohl einfacher verfolgen lassen. Allerdings sind die Lizenzmodelle vieler Softwareanbieter wahrscheinlich nicht flexibel genug für das Tarpon-Verfahren.

Noch ein weiteres Projekt enthüllte Citrix: Es trägt den Namen "Pictor" und soll in einer "extreme graphics acceleration" münden. Das Ziel besteht im Wesentlichen darin, Citrix-Umgebungen CAD-fähig zu machen. Entstanden ist das Pictor-Projekt während einer Zusammenarbeit mit dem Flugzeughersteller Boeing, der seine Zulieferer enger in seine "Catia"-basierende CAD-Entwicklung einbinden will, um die Produktionszeiten zu reduzieren. (ls)