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15.09.2000 - 

Drohendes Ungemach durch Verzögerungen

Citrix hat Probleme mit Neuentwicklungen

MÜNCHEN (CW) - Thin-Client-Spezialist Citrix macht erneut durch geschäftliche Probleme auf sich aufmerksam. Der Hersteller hat einige Versäumnisse bezüglich der Produktentwicklung eingeräumt und könnte dadurch Kunden und Partner verlieren.

Nach dem Einbruch des Aktienkurses und schlechten Quartalszahlen macht Citrix erneut mit Negativmeldungen von sich reden. Nach Informationen des Branchendienstes "Computergram" musste Citrix per Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) einige unangenehme Fakten offenbaren. Wörtlich hieß es darin unter anderem: "Wenn wir es nicht schaffen, neue Produkte vorzustellen und bestehende Produkte dem rapiden technologischen Wandel anzupassen, könnte die Nachfrage zurückgehen."

Damit bestätigen sich Vermutungen der letzten Wochen, dass das Unternehmen keinesfalls einen nur vorübergehenden Durchhänger hat, sondern mit langfristigen strategischen Problemen kämpft (siehe dazu auch COMPUTERWOCHE 31/2000, S. 13). Citrix hat eingestanden, dass bei der Integration von Technologien der übernommenen Firmen APM, Vdonet und Viewsoft in seine Winframe- und Metaframe-Produkte mit Verzögerungen von bis zu 18 Monaten zu rechnen sei. So war beispielsweise für das erste Quartal 1999 bereits die Fertigstellung einer Java-Lösung angekündigt, die auf Produkten von APM basiert. Als Erscheinungstermin dafür ist nun das vierte Quartal 2000 anvisiert.

Auch die Integration der Videotechnologie von Vdonet bereitet Citrix Schwierigkeiten. Vdonet konkurrierte einst mit Real Networks bei der Übertragung von Internet-Videos. Mittlerweile ist das Unternehmen aber - wie praktisch alle Konkurrenten des Spitzenduos Real Networks und Microsoft - in diesem Marktsegment abgemeldet. Ursprünglich sollte die Multimedia-Technologie von Vdonet in Windows-NT und Metaframe integriert werden. Die neuen Machtverhältnisse lassen das Vorhaben jedoch fragwürdig erscheinen, das Rennen um Videostandards dürfte weitestgehend entschieden sein. Ebenfalls unvollendet ist bis dato der Einbau der Viewsoft-Entwicklungs-Tools "Internet 4" in Metaframe.

Zu den hausgemachten Schwierigkeiten kommt der für Citrix problematische Umstand hinzu, dass der geschäftliche Erfolg stark von Systemintegratoren abhängt, die die Produkte vertreiben. Ganz unverblümt gesteht das Unternehmen in der Pflichtmeldung an die SEC ein, dass die Umsätze weiter zurückgehen könnten, falls die strategischen Partner nicht in der Lage seien, die neuen Produkte des Terminal-Spezialisten in bestehende oder künftige Kundenlösungen zu integrieren.