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22.10.2004

Citrix schützt mit Smart Access Fernzugriffe auf Firmennetze

Der Anbieter von Terminal-Server-Lösungen möchte sich als Anbieter von hochsicheren, ortsunabhängigen Fernzugriffstechniken profilieren.

Von Wolfgang Miedl*

Mit seiner im letzten Jahr eingeleiteten "Access"-Strategie bemüht sich der in Fort Lauderdale ansässige Anbieter Citrix , endlich aus dem symbiotischen Verhältnis zu Microsoft herauszukommen. Was Access produktseitig bedeuten soll, zeigte der Hersteller auf seiner jährlichen Anwenderkonferenz "Iforum" in Orlando im US-Bundesstaat Florida.

Kontrolle für Remote Access

So will Citrix den "Secure Access Manager" weiterentwickeln. Zu den Neuerungen zählt "Smart Access". Analog zu von Microsoft und Cisco angekündigten Techniken zum Absichern des Fernzugriffs auf Firmennetze (Endpoint Security) führt Citrix damit eine Sicherheitsanalyse für angebundene Clients ein. Abhängig von ihrem Sicherheitsstatus werden den Endgeräten bestimmte Zugriffsrechte eingeräumt. Ist beispielsweise auf einem Laptop ein Virenscanner aktiv, der Patch-Stand aktuell und der Zugang über eine Firewall abgesichert, erhält der Benutzer vollen Zugrif - andernfalls werden in verschiedenen Abstufungen Zugriffsrechte gesperrt.

Ferner lässt sich mit Smart Access eine Anwendung über einen Citrix-Server fernsteuern. Lädt etwa ein Laptop-User mit eingeschränkten Benutzerrechten in seinem lokal installierten Word ein Dokument vom Firmen-Server, wird dieses Dokument zwar angezeigt, es kann aber weder gedruckt, gespeichert noch editiert werden - nicht einmal im Arbeitsspeicher bleiben dabei Datenspuren zurück. Citrix bezeichnet dies als "Zero-Footprint-Computing".

Beispiel Deutsche Bank

Die praktische Bedeutung der Access-Strategie legte in Orlando Henry Fieglein, Director Global Architecture bei der Deutschen Bank, dar. Das Finanzunternehmen konsolidiert derzeit im Rahmen eines umfassenden Projekts seine weltweite Client-Infrastruktur. Die heterogene IT umfasst 3400 Anwendungen, 8000 Server und 80000 Desktops - eine Migration auf eine einheitliche Plattform ist Fieglein zufolge unter diesen Voraussetzungen nicht realisierbar. Terminal-Server bieten sich als wirtschaftlichste Variante an, um einen Großteil der Anwendungen zu zentralisieren. Mit zusätzlichen Komponenten wie dem Secure Access Manager soll zukünftig ein Großteil der Mitarbeiter der Deutschen Bank in der Lage sein, von jedem beliebigen Ort und Endgerät aus auf seine gewohnte Arbeitsumgebung zuzugreifen. Die Zahl der Terminal-Server-Anwender wird dabei von derzeit 5000 auf 25 000 im Jahr 2006 steigen.

Websphere einbinden

Auf der Konferenz gab Citrix zudem Details über die Kooperation mit IBM bekannt. Dabei geht es unter anderem um ein Portlet für den "Webshere Portal Server". Die von Citrix entwickelte Portalkomponente soll Windows-Anwendungen in das IBM-Portal integrieren. Bisher konnten über Portlets nur Web-Anwendungen angekoppelt werden, nicht aber Applikationen mit "fetten" Clients. Ferner möchte IBM künftig Metaframe zum Publizieren der Browser-Umgebung auf die Endgeräte der Websphere-Anwender nutzen. Das mutet zunächst paradox an, weil ja ein Web-Browser üblicherweise als Thin Client gilt. Eine plausible Erklärung kommt von Citrix: Während HTML- und Bilddaten in großen Firmenumgebungen eine hohe Netzlast zwischen dem Web-Server und den Arbeitsplatz-Browsern erzeugen, begnügt sich das Terminalprotokoll von Citrix mit einem gleichmäßigen, sehr geringen Datenstrom. Zudem seien so Browser-Inkompatibilitäten ausgeschlossen, da allen Benutzern eine einheitliche Version der Anzeigesoftware bereitgestellt wird. Ein weiterer Vorteil laut Citrix: Client-Updates sind überflüssig.

Microsoft: Konkurrent und Partner

Einige Branchenexperten sehen Citrix unter dem beständigen Damoklesschwert von Microsoft. Schließlich bieten die Redmonder seit Jahren mit ihrem Terminal-Server ein kostenloses Produkt an, das mit dem "Metaframe Presentation Server" von Citrix in Wettbewerb steht. Noch hat der Spezialist in puncto Funktionen die Nase vorn, doch mit Microsofts "Bear Paw", so der Codename einer Weiterentwicklung des bisherigen Produkts, könnten die Karten neu gemischt werden. Trotz der Konkurrenz- situation betont das Citrix-Management das enge und gute Verhältnis zu den Redmondern. "Microsoft verdient mit jedem Citrix-Terminal-Server in Form der fälligen Client-Zugriffslizenzen (CALs) auf einen Windows-Server", erläutert Firmenchef Mark Templeton. (fn)

*Wolfgang Miedl

ist freier Autor in Erding bei München.

Neuheiten von Citrix

Citrix bringt nächstes Jahr den "Metaframe Presentation Server 4.0" auf den Markt. Folgende Features wird er enthalten:

- Verbessertes Drucken: leichtere Bedienung sowie eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit;

- Anbindung lokaler Scanner über eine virtuelle Twain-Schnittstelle;

- Unterstützung von 64-Bit-Windows;

- Anwendungsisolation zur Vermeidung von DLL-Konflikten;

- virtuelle Client-IP-Adressen;

- CPU-Last-Management;

- besserer Klang für Voice-over-IP-Verbindungen am Terminal-Client.