Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.05.2000 - 

Metaframe für Solaris

Citrix versorgt Thin Clients mit Unix-Anwendungen

MÜNCHEN (ws) - Nachdem Citrix bisher nur die Bildschirmausgabe von Windows-Programmen an diverse Clients übertragen konnte, will sich die Company nun als Anbieter von Thin-Client-Lösungen schlechthin positionieren. Ein Meilenstein auf diesem Weg ist das nun fertig gestellte "Metaframe for Unix".

Citrix übernahm für Windows NT die Rolle eines Pioniers, indem es das Microsoft-System Multiuser-tauglich machte. Die Anwendungen laufen in dieser Konstellation auf dem Server ab, an die Clients wird nur die Bildschirmausgabe übertragen. Auf umgekehrtem Weg erfährt das Server-gestützte Programm von Benutzereingaben via Tastatur oder Maus.

Seit der Lizenzierung dieser Systemerweiterungen an Microsoft und deren Integration in das Betriebssystem bestanden die Geschäftsmöglichkeiten von Citrix in erster Linie darin, das relativ spartanische Basissystem um Komfortfunktionen zu bereichern. Unter Unix kommt dem Unternehmen diese Aufgabe von Anfang an zu, da dieses System von Grund auf für den Multiuser-Betrieb konzipiert wurde. Das gilt auch für das grafische Fenstersystem X-Window, das sich im Gegensatz zu Windows für die Bildschirmausgabe nie auf den Rechner kaprizierte, auf dem auch das Programm läuft. Deshalb trifft Citrix in diesem Markt auf die Konkurrenz von X-Terminals und zahlreichen Terminalemulationen für praktisch alle Betriebssysteme. Im Gegensatz dazu beschränkt sich Microsoft bei seinen Terminaldiensten ausschließlich auf Windows-Clients und überlässt Citrix alle anderen Plattformen.

Gegen die etablierte Konkurrenz will Citrix die Vorzüge seines proprietären ICA-Protokolls gegenüber X.11 ausspielen. Diese bestehen vor allem im geringeren Bandbreitenbedarf und erlauben eine akzeptable Nutzung von Unix- und unter Unix laufenden Java-Anwendungen auch über Modemverbindungen.

Dieser Aspekt ist für die Nutzung von Applikationen über das Internet von besonderem Wert, weshalb sich Citrix Chancen bei ASPs ausrechnet. Für diesen Einsatz führt der Hersteller zudem die bessere Web-Integration seiner Client-Software ins Feld. Mittels des Features "Application Launching und Embedding" (ALE) können Anwendungen aus HTML-Seiten heraus über das Anklicken von Links gestartet werden. Im Gegensatz zu X.11 wird bei ICA eine Session bei Unterbrechen der Verbindung nicht beendet. Nach einem erneuten Verbindungsaufbau kann der Anwender seine Arbeit mit einem Programm dort fortsetzen, wo er aufgehört hat. Auf dieser Autonomie der Server-Task beruht auch das "Session Shadowing". Systemverwalter oder der Helpdesk können den Bildschirm einer aktiven Sitzung übernehmen und in die Arbeit des Benutzers eingreifen.

Nachholbedarf bei den PlattformenCitrix wirbt zudem mit der engen Desktop-Integration seiner Client-Software, die es erlaubt, lokale Drucker, Modems, Soundkarten oder auch die Zwischenablage für entfernt ablaufende Programme zu nutzen. Server-seitig bietet die Unix-Version ähnliche Funktionen wie das NT-Pendant, darunter auch die Lastenverteilung zwischen mehreren Servern.

Bei seinem Streben, ein universeller Anbieter bei Server-zentriertem Computing zu werden, hat Citrix im Vergleich zu SCO mit "Tarantella" noch einiges aufzuholen. Die Unix-Company unterstützt neben Windows- und Unix-Programmen auch Host-Anwendungen und deutlich mehr Server-Plattformen. Metaframe for Unix ist derzeit nur für Solaris (Sparc und Intel) verfügbar.