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21.05.1993 - 

KOLUMNE

Client-Server faengt im Kopf an

21.05.1993

Wie sieht Ihre Client-Server-Strategie aus? Die Studie von Information Builders (vgl. Thema der Woche, Seite 7, und CW Nr. 20 vom 14. Mai 1993, Seite 1: "Anwender planen das Client-Server- Zeitalter") sagt schon deshalb wenig darueber aus, weil ihre Autoren vernuenftigerweise gar nicht so gefragt haben. Konkrete Plaene bestehen bei den DV-Chefs mittlerer und grosser Unternehmen in bezug auf Downsizing - alle Erfahrung spricht dagegen, dass sich die DV-Verantwortlichen ein gesondertes Konzept fuer Client-Server (CS) zurechtlegen. Wozu dann die ganze Aufregung um CS? Ginge es nur um die Verstaendigung ueber eine Begriffsdefinition, man koennte sich getrost heraushalten. Auf eine einheitliche Sprachregelung bei CS werden wir noch lange warten muessen: kein Beinbruch, wie die Entwickler und Implementierer von PC-LANs bewiesen haben. Dort kommt man - und das liegt in der Natur der PC-Sache - gut ohne Client-Server-Philosophie aus.

Auch ist nicht bekannt, dass mittelstaendischen Anwenderfirmen, die Mehrplatz-Systeme wie die AS/400 einsetzen, wegen Client-Server- Querelen graue Haare wachsen. Und doch glauben die Midrange- Anbieter, ohne CS-Botschaft in Hochglanzbroschueren nicht auskommen zu koennen.

Bleibt die bisherige Mainframe-Domaene, nahezu identisch mit der IBM-Grosskundenbasis: Hier stellt eine Erneuerung an Haupt und Gliedern die einzige Moeglichkeit dar, den Infarkt der Zentral-DV zu vermeiden - ob man das nun Client-Server-Loesung nennt oder Downsizing auf andere, billigere Plattformen. Dass die notwendige Umstellung nicht einfach wird, ist eine bare Selbstverstaendlichkeit - einfach war auch die Umstellung von der Lochkarte auf dumme Terminals im 3270-Betrieb nicht.

Wer den Anwendern vorspiegelt, sie muessten sich nur dahingehend arrangieren, den Mainframe als Superserver zu akzeptieren - aus Master-Slave, schwuppdiwupp, wird Client-Server -, der betreibt Etikettenschwindel, der betruegt nicht nur andere, sondern auch sich selbst. Downsizing (oder Client-Server-Computing) ist in jedem Fall mehr als das Abschleifen vorhandener Mainframe- orientierter DV-Strukturen, als 3270 unter der Windows-Oberflaeche.

Die DV muss sich auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen, das abzubilden, was das Unternehmen in seiner Organisation, seiner Struktur, seinen Ablaeufen und Prozessen ausmacht - nicht umgekehrt. Keinesfalls heilt die DV, was die Organisation versaeumt. Um ein Beispiel fuer die neue Denkweise anzufuehren: "Portierung darf nicht alles sein, wenn man die Chancen eines sinnvollen Einsatzes besserer Technologien nutzen will", kommentiert Heinz Mistelbauer (Seite 8). Fazit des Cap-Debis- Managers und Guide-Gruppenleiters: Voraussetzung fuer die grundlegende Veraenderung der IV-Infrastruktur ist ein Unternehmensmodell - Client-Server faengt im Kopf an.