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25.02.1994

Client-Server-Installation soll mehr Flexibilitaet schaffen Die UNO verabschiedet sich von ihrer alten Mainframe-Strategie

SAN MATEO (IDG) - Unter dem Dach der Vereinten Nationen rumort es - diesmal weniger politisch als DV-technisch. Eine IT-Umgebung, in deren Mittelpunkt veraltete IBM-Mainframes stehen, macht der Verwaltung schwer zu schaffen. Nun soll ein Client-Server-System auf Workstation- und PC-Basis die Probleme in Rechnungswesen und Personalwirtschaft loesen helfen.

"Wir haben heute mehr als 20 verschiedene Systeme im Alter von bis zu 30 Jahren im Einsatz, die nicht miteinander kommunizieren koennen", klagt UN-Projektleiter Gian Piero Roz. "Wir sind kaum noch in der Lage, an aktuelle Informationen ueber Mitarbeiter und Finanzen zu kommen." Roz leitet ein Projekt mit einem Volumen von insgesamt 47 Millionen Dollar, dessen Ziel es ist, die Verwaltungsfunktionen im New Yorker UN-Sekretariat neu zu ordnen und zu automatisieren.

Um ihren DV-Missstand zu beseitigen, hat sich die UNO die Mithilfe der Wirtschaftspruefungs-Gesellschaft Price Waterhouse gesichert. Mit Unterstuetzung der Berater wird gegenwaertig das "Integrated Management Information System" (Imis) entwickelt, eine umfangreiche Client-Server-Anwendung fuer den betriebswirtschaftlichen Bereich. "Imis standardisiert die Art und Weise, in der die UN-Organisationen weltweit ihre Daten verwalten und verarbeiten", fasst Susan Graham von Price Waterhouse zusammen.

Mit dem System liessen sich die Finanzen der UNO auf internationaler Ebene kontrollieren. Die Beraterin nennt zudem verbesserte Management-Informationsfunktionen als wesentlichen Vorzug der neuen Loesung. Bereits heute arbeiten zunaechst rund 400 Endbenutzer mit einer ersten Variante der Client-Server-Loesung fuer das Finanz-Management. Sie verwenden Workstations von Hewlett- Packard und Windows-PCs mit einer X-Terminal-Schnittstelle.

Waehrungen stellen UNO vor Probleme

Die Entlastung der Mainframes gestaltet sich nicht einfach: Mit 184 Mitgliedsnationen und mehr als 20 000 Angestellten in aller Welt kaempft die Organisation mit einem gewaltigen buerokratischen Aufwand. Das jaehrliche Budget von rund drei Milliarden Dollar ist auf 90 Waehrungen zu verrechnen. Als "Master-Waehrung" verwenden die Vereinten Nationen den Dollar - alle Ausgaben der UNO muessen zu Kalkulationszwecken in das US-Geld umgerechnet werden. Angesichts der internationalen Waehrungsschwankungen ist der Aufwand enorm.

Trotz erster Gehversuche im Client-Server-Umfeld sind heute noch die meisten Personendaten in den diversen Mainframe-Systemen abgelegt. Dazu zaehlen etwa Basisinformationen ueber Gehaelter, Teuerungszulagen oder Schulungskosten. Datenhaltung und - verarbeitung sollen jedoch langfristig in die Client-Server-Welt uebertragen werden.

Das UN-Sekretariat in New York hat bereits mit dem Wechsel der DV- Umgebung begonnen. Die Zielumgebung besteht in einer ersten Ausbaustufe aus vier Unix-Systemen der Serie HP 9000-897 von Hewlett-Packard, die sowohl Client- als auch Server-Funktionen wahrnehmen. Auf einem der Rechner laeuft ein Datenbanksystem von Sybase sowie die Server-Komponente der Imis-Anwendung.

Die anderen drei Rechner enthalten die Client-Funktionalitaet der Datenbank und die Anwendungsentwicklungs-Umgebung JAM von der New Yorker Jyacc Inc. In einer zweiten Projektphase soll die Imis- Anwendung mit Hilfe der objektorientierten Entwicklungsumgebung "Pro Kappa" von Intellicorp fuer weitere Aufgaben ausgebaut werden.