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25.06.1976 - 

Scholz Report

Closed Shop oder Open Shop (Sicherheit und Zukunftsaspekte)

Im letzten Scholz-Report wurden die einzelnen Argumente pro und contra Open Shop-Betrieb erörtert. Das Thema soll durch einige ergänzende Punkte abgerundet werden:

Mischbetrieb nach Schichtende

Man kann mitunter auch bei größeren Systemen schon einmal für eine gewisse Zeit den Open-Shop-Betrieb nach Schichtende oder an Wochenenden erlauben, wenn etwa größere Kettentestaktivitäten abzuwickeln sind und die Termine der Einführung neuer Systeme kritisch geworden sind. Man sollte aber berücksichtigen, daß der Programmierer möglicherweise am nächsten Tag nicht zur Verfügung stehen kann, wenn er nachts am System testet.

Open-Shop-Betrieb für die Systemprogrammierung

In den meisten Betrieben wird die Systemprogrammierung im Open-Shop-Betrieb deshalb testen müssen, weil sie für ihre Arbeiten das gesamte System benötigt. Beim Konzept den virtuellen Maschine hat die Systemprogrammierung dagegen für fast alle Arbeiten eine eigene virtuelle Maschine und kann ihre Arbeiten quasi im Closed-Shop-Betrieb durchführen.

Sicherheitsprobleme

Wenn man in Ausnahmefällen bei großen Systemen das Prinzip des Closed-Shop-Betriebes durchbricht, sollte man jedoch konsequent die Strategie verfolgen, die Steuerung des Systems einem verantwortlichen Operator zu übertragen. Man kann dies so organisieren, daß mehrere Programmierer zwar an das System heran dürfen, die Steuerung des Systems - und damit die Systemverantwortung - aber dem Operator obliegt. Bei großen Systemen ist der Gesamtkomplex der Technik (incl. Klima- und Elektrotechnik) so komplex, daß man aus Sicherheitsgründen nur ausgebildete Mitarbeiter mit der Bedienung des Systems betrauen sollte.

Funktionstrennung

Im Open-Shop-Betrieb liegt die zusätzliche Gefahr, daß das Prinzip der Funktionstrennung (Programmierung und Maschinenbedienung sind aus Sicherheitsgründen zu trennen - Vieraugenprinzip) übergangen wird. Der Programmierer kann ohne irgendeine Gefahr des Entdecktwerdens Routinen in das jeweilige Programm einbauen, diese austesten und möglicherweise auch noch original durchfuhren. Dies ist beim strengen Closed-Shop-Betrieb zumindest erschwert.

Zukunftsaspekte

Die Technik der Online-Programmierung, wo der Programmierer im Dialog mit dem Computer zumindest Programme austestet, aber möglicherweise auch interaktiv entwickelt, führt im Prinzip dazu, daß eine dem Open-Shop-Betrieb ähnliche Betriebsart eingeführt wird. Der Programmierer führt seine Arbeiten im Time-Sharing-Betrieb aus und genießt durch diese Art der Verarbeitung eine sehr hohe Priorität, so daß die Technik der Online-Programmierung dazu führt, daß Programme generell schneller fertiggestellt werden. Andererseits muß man sich darüber im klaren sein, daß die Technik der Online-Programmierung dazu führt, daß mehr Testzeit verbraucht wird, weil pro Zeiteinheit aufgrund des gestiegenen Durchsatzes auch mehr Testarbeiten anfallen.

Je mehr ein umfangreicher TP-Betrieb mit Eingabe oder Fortschreiben der Bestände eingeführt ist, um so mehr entsteht das Problem, daß kaum noch parallel andere Arbeiten durchgeführt werden können, weil diese von den Ergebnissen der TP-Verarbeitung abhängig sind. Die somit am Tage freiwerdende Zeit kann den Programmierern zur Verfügung gestellt werden, da Testarbeiten vom Ergebnis produktiver Arbeiten generell nicht abhängig sind. Es leuchtet ein, daß man Programmierer nicht ohne eine straffe Koordination an ein System heranlassen kann, auf dem umfangreiche TP-Anwendungen laufen, weil: sonst die Gefahr von Zusammenbrüchen des TP-Systems erheblich steigen würde.

Einführungsprobleme des Closed-Shop-Betriebes

Einen strengen Closed-Shop-Betrieb kann man nur von einem auf den anderen Tag einführen. Gute Chancen bieten sich, wenn ein neues System installiert wird. Zweckmäßigerweise bildet man die Programmierer in der Bedienung und Steuerung dieses Systems nicht aus wodurch sichergestellt wird, daß Programmierer schon aus diesem Grund nicht an das System herankönnen.

Man muß während der Einführungsphase des Closed-Shop-Betriebes hart bleiben, auch wenn scheinbar Termine nicht gehalten werden können. Einige Überstunden Operating können das Problem etwas mildern. Nach einer gewissen Zeit haben sich die Gemüter beruhigt daß über den Open-Shop-Betrieb nicht mehr diskutiert wird, es sei denn, daß de Closed-Shop-Betrieb schlecht organisiert ist.