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03.04.1998 - 

Cluster-Lösungen im Vergleich (Teil 3)

Cluster-Lösungen im Vergleich (Teil 3) Digital macht mit Open-VMS-Cluster die beste Figur

TBR wollte auch wissen, wie es um Eigenschaften wie Verfügbarkeit, Konfigurationsflexibilität, die Verbindungs- und Kommunikationsoptionen, darüber hinaus wie einfach die Installation solcher Cluster ist und welche Applikationsunterstützung die verschiedenen Rechnerparks aufweisen.

Zu den wesentlichen Unterscheidungskriterien von geclusterten Rechnerverbünden gehört das Vermögen, mit anderen Computersystemen sowie mit unterschiedlicher Massenspeicherperipherie zusammenarbeiten zu können.Die TBR-Experten definieren diese Eigenschaft als Konfigurationsflexibilität.

Digitals Open-VMS-Lösung schnitt in dieser Kategorie unter den neun Cluster-Modellen mit Abstand am besten ab.Allerdings schränken die Analysten ein, daß in einen VMS-Cluster nur VMS-Rechner eingebunden werden können. Knoten, die unter Digital Unix oder unter NT laufen, sind hingegen nicht in einen VMS-Cluster integrierbar.

Nicht viel anders verhält es sich bei den Konkurrenzangeboten.Offen für andere Plattformen über das divergierende eigene Systemspektrum eines Herstellers hinaus sind die Cluster-Konstrukte der fünf Anbieter (siehe Kasten) alle nicht.

IBMs Parallel-Sysplex-Knoten können nur mit S/390-Maschinentypen zusammengeschlossen werden.Analoges gilt für Big Blues "HACMP"-Lösung, deren Kooperationsfreudigkeit auf "RS/6000"- und "SP/2"-Knoten beschränkt ist; oder für Hewlett-Packards (HPs) "MC/Service- guard"- und "MC/Lockmanager"-Varianten, die nur mit "HP-9000"-Rechnern können, also Intel- und "HP-3000"-Architekturen ausschließen.Auch HPs "S"- und "X"-Klasse-Cluster sind lediglich unter sich selbst und mit einigen der früheren "Exemplar"-Systeme von Convex kooperativ.Convex Computer ist ein Mini-Supercomputerhersteller, den HP geschluckt hat.

Die beiden Cluster von Sun Microsystems arbeiten ferner nur mit "Ultra-Enterprise"-Servern oder "Sparccenter-1000"- oder "2000"-Systemen, nicht hingegen mit älteren Sparc-Maschinen zusammen.

Zu Sun gilt es allerdings zu sagen, daß die Kalifornier ihre beiden von den TBR-Analysten getesteten Cluster-Varianten seit Ende 1997 im "Sun-Cluster"-Konzept zusammengezogen haben und in diesem Eigenschaften der beiden vormals getrennten Produkte vereinten.Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des TBR-Tests war diese Verschmelzung noch nicht vollzogen. Sun Cluster liegt heute als Version 2.0 vor.In Version 4.0 wird es ein über alle Knoten ausgreifendes Dateisystem, eine globale Netzunterstützung sowie Zugriffsmöglichkeiten über acht Knoten (heute zwei) hinweg auf Subsystemkomponenten in einem Cluster besitzen.

In Sun Cluster, Version 5.0, das besser bekannt ist unter dem Codenamen "Full Moon", stellen sich schließlich alle Knoten eines Clusters für den Anwender wie ein einziger großer Host dar (sogenanntes Single System Image).Mit Full Moon wird es dem Anwender ferner möglich sein, alle Rechnerkomplexe einheitlich zu verwalten.

NCRs "Lifekeeper"-Cluster-Lösung vermählt zwar alle "Worldmark"-Server unter Unix miteinander und bindet sie an viele der früheren "34xx"- und "35xx"-Server, die aus der Zeit stammen, da NCR mit AT&T noch die AT&T Global Information Systems (GIS) formte.Es gibt darüber hinaus auch eine Lifekeeper-Ausprägung für die NT-Plattform, in der sich NT-Server verschiedener Hersteller verknüpfen lassen.Ein Lifekeeper-Cluster kann aber keine NT- und Unix-Maschinen zusammenschalten.

Neben der Hardware-Heterogenität sehen die TBR-Experten als weitere wesentliche Merkmale für eine hohe Konfigurationsflexibilität an, ob in einem Cluster verschiedene Betriebssystem-Versionen laufen können - was immer dann von Bedeutung ist, wenn Anwender nicht auf jede aktuelle Betriebssystem-Version wechseln wollen.Wesentlich ist zudem, ob sich Massenspeicher von unterschiedlichen Herstellern ansprechen lassen und ob eine effektive gemeinsame Datenhaltung möglich ist.Ebenfalls als wichtig erachten die Analysten, ob und wenn ja wie flexibel es möglich ist, die einzelnen Knoten als sogenannte Fail-over-Option anzusprechen.

Nach DECs Open-VMS-Lösung konnte sich in der Kategorie Konfigurationsflexibilität IBMs Unix-basierte HACMP-Variante an zweiter Stelle plazieren, dicht gefolgt von NCRs Lifekeeper-System.Auf dem vierten Platz folgen gleichauf Big Blues Parallel-Sysplex-Verbund und HPs X-Klasse-Maschinen.HPs "Serviceguard"- und "MC/Lock-Manager"-Cluster liegen noch vor Suns "HA"- und "PDB"-Lösungen.

Nickeligkeiten

Höchste Weihen wird Suns künftiges Cluster-Konzept in der "Full-Moon"-Variante erhalten.Der Künstlername verdankt sich der leidenschaftlichen Fehde zwischen Sun und Microsoft.Bill Gates taufte seine Cluster-Technologie bekanntlich auf den Namen "Wolfpack".Cleveren Sun-Marketiers kam dabei natürlich zu Recht gleich in den Sinn, daß Wolfsrudel bekanntlich immer bei Vollmond ganz sentimentale Anwandlungen bekommen und den volleibigen Erdtrabanten nachgerade herzzerreißend anheulen.Was lag näher, als Suns Cluster-Konkurrenzprodukt zu Wolfpack Full Moon zu nennen.Mittlerweile hat Microsoft reagiert und sein Produkt in "Cluster Server" umfirmiert.Zufall?

Was verglichen wurde

Die TBR-Analysten verglichen neun verschiedene Cluster-Lösungen von fünf verschiedenen Unternehmen.

-NCRs "Lifekeeper"-Produkt;

-Suns beide Cluster-Angebote "Solstice High Availability Cluster" sowie "Parallel Database Cluster";

-Hewlett-Packard (HP) kam mit den drei Systemen "HP MC/Service Guard", "HP MC/Lock Manager" sowie einer Lösung aus ihrer "Exemplar-X"-Server-Reihe in die Wertung;

-IBM ging mit der auf S/390-Rechnerknoten basierenden "Parallel-Sysplex"-Variante, zum anderen mit der unter "RS/6000"- und "SP2"-Maschinen und Unix laufende "High-Availability Cluster-Multi-Processing"-(-HACMP)Version an den Start;

-last, aber eben nicht least, schauten sich die Experten DECs "Open-VMS"-basierte Lösung an.