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23.11.1984 - 

Auf der "electronica" stellen 2183 Firmen aus:

CMOS-Chips sind auf dem Vormarsch

MÜNCHEN (CW) - Beim diesjährigen großen "Chip-Potpourri" auf der Münchner "electronica" ließen sich insgesamt drei tonangebende Trends erkennen: Die Halbleiter sind als Semi-Custom-Schaltkreise zunehmend maßgeschneidert, sie brauchen für ihre Lauffähigkeit keine Beinchen mehr (SMD-Technik) und sie weisen immer häufiger die CMOS-Technik auf. Neben einem umfassenden RAM- und ROM-Angebot standen auf der Elektronikbörse, bei der rund 2183 Firmen aus 33 verschiedenen Ländern ihre "Exponate" ausstellten, die 32-Bit-Versionen von Mikroprozessoren besonders im Blickpunkt.

Intel führte auf der "electronica" erstmals seine CHMOS-Technik vor. Dieses Produktionsverfahren soll den geringeren Leistungsverbrauch der standardisierten CMOS-Technik mit den Funktionsmerkmalen bestehender HMOS- und NMOS-Fabrikationsformen vereinen. Im Hinblick auf die Geschwindigkeit beziehungsweise Leistung der neuen Produkte ergibt sich laut Intel eine Verbesserung um den Faktor 10.

Mit dem Einsatz der neuen CHMOS-DRAMs beispielsweise könnten sich speziell für tragbare und batteriebetriebene Computer, Instrumente und Farbterminals neue Märkte eröffnen, heißt es bei Intel. Diese neuen Speicherbausteine sind in der Lage, 256 Datenbits einer Speicherreihe mit 65 Nanosekunden entweder sequentiell (Ripplemode) oder beliebig (static column mode) auszulesen.

Gegenüber den zur Zeit verfügbaren 64-KB-DRAMs in HMOS bieten die neuen CHMOS-DRAMs jetzt die vierfache Speicherkapazität, schnelleren Datenzugriff per Ripplemode und eine zirka 80fache Senkung der Stand-by-Versorgungsleistung für den Datenerhalt.

Speziell für Geräte- und Systementwicklungen im Zusammenhang mit lokalen Netzwerken (LAN) zeigte der Halbleiterhersteller auf der electronica Bausteine, die auf der physikalischen und Data-Link-Ebene den Ethernet-Spezifikationen von Rank Xerox, DEC und Intel (Version 1.0) entsprechen.

Motorola bietet neue Telecombausteine an

Motorola wartete anläßlich der Münchner Elektronikmesse unter anderem mit zwei neuen CMOS-Telekommunikationsbausteinen auf, die zur UDLT-Familie gehören. Die beiden Bauelemente ermöglichen laut Hersteller ein vollständiges digitales Telefon.

Für den PBX-Markt stellte Motorola zwei "Chips" vor, die Daten mit "hoher Geschwindigkeit" über existierende digitale private Netze übertragen, wobei bereits installierte verdrillte Leitungen genutzt werden können. Bei einer Voll-Duplex-Kommunikation lassen sich - so der Halbleiterproduzent - mit Hilfe eines verdrillten Kabelpaares bis zu 80 Kilobit pro Sekunde über eine Entfernung von zwei Kilometern übertragen.

Außerdem kündigte Motorola während der Messe an, daß das Unternehmen ab dem ersten Quartal 1985 eine besondere Version des Systems V/68 (Unix) anbieten wird und damit sein VMEbus-Engagement erhöht. Das System soll auf einem aus vier VMEboards bestehenden Platinensatz laufen. Es enthält laut Motorola ein CPU-Modul, das mit einem Cache-Speicher eine Geschwindigkeitserhöhung um 33 Prozent erzielen kann, und einen Winchesterspeicher mit Streaming-Tape-Backup.

Ferner zeigte Motorola Hilfsmittel für die Entwicklung von Systemen mit dem 32-Bit-Mikroprozessor MC 68020.

Fujitsu-Gate-Array mit RAM auf einem Chip.

Auch Fujitsu kündigte auf der "electronica" eine Reihe von neuen Produkten an. Zunächst einmal bieten die Japaner neue Gate-Array-Familien an.

Zu den weiteren Halbleitern, die Fujitsu in Aussicht stellt, gehören neben einem 512-KBit-CMOS-EPROM einem statischen NMOS-Speicher mit Direktzugriff und einer Speicherkapazität von 64 KBit auch neue SIP-Bausteine. Die SIP-Chips erlauben nach Angaben der japanischen Herstellers, wegen der niedrigen Profile der keramischen Gehäuse eine hohe System-Packungsdichte.

Außerdem erklärte Fujitsu anläßlich der "electronica", daß die Lieferfähigkeit bei CMOS-ROMs mit einer Speicherkapazität von 1 MBit ins Haus steht.

Als treibende Kraft hinter einer neuen Generation von elektronischen Geräten und Systemen sieht Texas Instruments die VLSI-Technik mit hunderttausenden von Transistoren auf einem einzelnen Silizium-Chip.

Zu den Messeschwerpunkten des Halbleiterherstellers zählen neue Logik- und Speicherentwicklungen, wie auch lineare Funktionen, die mit CMOS-Technologie verwirklicht wurden.

Als Bindeglied zwischen Umwelt und Elektronik definiert TI die Silizium-Sensoren. Die Möglichkeit einer integrierten Signalaufbereitung die kostengünstige Batch-Verarbeitung sowie die gesteigerte Zuverlässigkeit werden die Halbleitersensoren, Marktstudien zufolge, überproportionale Steigerungsraten erreichen lassen. So sollen von den für 1985 erwarteten 3, 2 Milliarden Mark (Sensor-Wertanteil weltweit) 49 Prozent im Automobil, 27 Prozent im Haushalt, 14 Prozent im Bereich Messen, Steuern, Regeln und je 5 Prozent in der Nachrichtentechnik sowie in der Unterhaltungselektronik zu finden sein.

Drei Sensorfamilien stellte Texas Instruments aus: Den integrierten Temperatursensor STP35 mit hoher Genauigkeit über den gesamten Temperaturbereich für die Steuerung von Klimaanlagen und allgemeinen Industrieanwendungen, den " Spreading-Resistance"-Sensor, der sich wegen eines geringen Stromverbrauches besonders für Anwendungen in batteriebetriebenen Systemen eignet und den Hallsensorschalter der Serie TL3000 mit Spannungsregler für die kontaktlose Kommutierung von Gleichstrommotoren oder magnetischen Zählschranken.

Integrierten Kommunikationssystemen sowie Maschinen- und Prozeßsteuerung widmete National Semiconductor, Fürstenfeldbruck seinen Beitrag zur diesjährigen Münchner Elektronikmesse.

Produkte wie die Familie der 32000-Mikroprozessoren, Peripheriebausteine, Gate-Arrays und spezielle Mikrocomputerplatinen für den Industriebereich waren die Ausstellungsschwerpunkte. Auch Linear-, Logik-, Schnittstellen-, Speicher-, Hybird- und optoelektronische Bausteine wurden vorgestellt.

Nach eigenen Angaben will sich das Fürstenfeldbrucker Unternehmen auf die Anwendungsbereiche Nachrichtentechnik, Arbeitsplatzrechner, Großrechner und industrielle Steuerungen konzentrieren.

Als Messeneuheiten kamen zwei neue monotithische CMOS-Analog-/Digital-Wandler mit 12-Bit-Auflösung und Vorzeichen (Polarität) auf den Markt. Einsatzschwerpunkte dieser Bauelemente sind Peripheriegeräte wie Plotter, Digitalisier-Table- aus und Sensor-Bildschirme sowie Roboter, Maschinen- und Prozeßsteuerungen.

Gleichzeitig gaben Microsoft und National Semiconductor zum Messebeginn bekannt, daß das Betriebssystem Xenix ab sofort auch für die Mikroprozessorfamilie 32000 erhältlich ist. Zum kompletten 32-Bit-Rechner zählen die drei CPU-Prozessoren NS32008, NS32016 und NS32032, eine Speicherverwaltungseinheit, Fließkommaeinheit, Interrupt-Steuereinheit sowie die Zeitgeber-und Steuereinheit.

Ferranti, das sich in erster Linie die Produktion von halbkundenspezifischen Schaltkreisen auf seine Fah-nen geschrieben hat, stellte anläßlich der "electronica" eine neue CAD-fähige Serie von Digilin-Arrays vor. Diese Bauelemente ermöglichen die Kombination von digitalen und analogen Schaltungen auf einem Chip.

Mit Hilfe einer analogen Peripheriezelle dieses Arrays läßt sich Herstellerangaben zufolge beispielsweise ein kompletter Komparator realisieren. Auf dem Ferranti-Stand waren außerdem neue "autoroutable" Gate-Arrays zu sehen. Die Produkte der Serie Ula-Ar zeichneten sich dadurch aus, daß Entwicklung und Verdrahtung per CAD durchgeführt werden und sich damit die Entwicklungszeiten verkürzen lassen.