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08.08.2003 - 

Initiativen von IBM, Microsoft und Reddot

CMS-Anbieter entdecken den Mittelstand

MÜNCHEN (CW) - Die Branchengrößen IBM und Microsoft wollen mit ihren Content-Management-Systemen (CMS) den Mittelstand erreichen. Big Blue möchte diesem Ziel durch Übernahme von Aptrix näher kommen, Microsoft kündigte eine kostengünstige Version seines CMS an. Die Reddot AG beabsichtigt, ihre Position in diesem Markt durch zusätzliche Produkte zu stärken.

Die IBM ist einer der führenden Anbieter von Enterprise CMS (ECMS). Als zentraler Baustein für derartige Lösungen gilt der "Content Manager", der mittlerweile in der Version 8.2 vorliegt. Aufgrund seiner Herkunft aus dem Dokumenten-Management weist er laut Forrester Research Defizite beim Management von Web-Content auf. Die Übernahme des australischen Spezialisten für Web-Content-Management (WCM) Aptrix soll laut IBM diese Lücke schließen. Wie eine auf Lotus Domino basierende Software diese Aufgabe für die DB2-Anwendung Content Manager im Detail übernehmen soll, ließ Big Blue bis dato aber offen. Der wichtigste Einsatzort für den zugekauften "Content Server" dürfte wohl die Lotus-Plattform bleiben, wodurch er sich für die Nutzung im Mittelstand anbietet. Zu diesem Zweck kündigte die IBM bereits ein Bundle unter der Bezeichnung "Lotus Workplace Content Developer" an. Schon bisher war die Aptrix-Software Teil des "Lotus Web Content Management System", wo sie zusammen mit "Domino.Doc" und "Domino Workflow" ihren Dienst verrichtete.

Konkurrenz zu Partnerangeboten

Mit der Übernahme von Aptrix konkurriert die IBM beim WCM mit einer Reihe von Partnern, die auf Basis von Lotus Domino entsprechende Produkte entwickelt haben. Einer davon, Timetoact aus Köln, gibt sich zumindest nach außen hin gelassen und begrüßt den Schritt von Big Blue (http://www.timetoact.de/ttacms.nsf/id/IBMbuysAptrix?Open). Damit stärke die IBM das Vertrauen in die Zukunft der Lotus-Groupware als Plattform für das Content-Management. Kleinere Anbieter von WCM-Lösungen werden wahrscheinlich weniger Big Blue fürchten müssen, dessen Domäne traditionell große Unternehmen sind. Vielmehr droht nun Microsoft, in den Markt für mittelständische WCM-Software zu drängen. Die Company kündigte eine "Standard Edition" ihres "Content Management Server 2002" an. Die bisher verfügbare "Enterprise Edition" bewegt sich mit mehr als 40000 Euro pro CPU im Vergleich zu anderen Server-Produkten aus Redmond im Hochpreissegment. Für die Standardausgabe nannte der Hersteller noch keine Preise, sie werden aber voraussichtlich auf ähnlichem Niveau liegen wie die entsprechende Edition des "Commerce Server". Diese kostet zirka 7000 Euro.

Eingeschränkte Skalierbarkeit

Die Standard Edition soll laut Ankündigung hinsichtlich des Funktionsumfangs mit der Enterprise-Variante identisch sein. Sie wird nur die Inhalte für eine einzige Website aufnehmen und auf 15 Benutzer (Autoren und Administratoren) beschränkt sein. Zudem läuft sie ausschließlich auf Ein-Prozessor-Maschinen.

Unklarheit herrscht allerdings über die mittelfristige Perspektive für die kleine Ausgabe. Der Content Management Server soll nämlich im Rahmen des "Jupiter"-Projekts im Lauf der nächsten Jahre mit dem Biztalk- und Commerce-Server zu einem umfassenden E-Business-Framework verschmolzen werden. Microsoft machte keine Angaben darüber, ob dabei eine WCM-Software für mittelständische Firmen abfällt.

Klarer ist in dieser Hinsicht die Position der Oldenburger Reddot Solutions AG (http://www.reddot.de). Die Company verkauft ihr CMS primär an mittelständische Unternehmen, die in den meisten Fällen damit ihren Web-Auftritt realisieren. Reddot möchte zukünftig verstärkt die typischen Funktionen des Enterprise-Content-Management anbieten, diese aber auf die Bedürfnisse ihrer typischen Kundschaft zuschneiden. Im Vordergrund steht dabei die firmeninterne Verteilung und Verwaltung von Informationen. Einen Schritt in diese Richtung unternahm das Softwarehaus, indem es 2002 mit Hummingbird eine Kooperation einging. Aus ihr resultierte die Integration des CMS mit dem Dokumenten-Management-System und der Portalsoftware der amerikanischen Firma.

Reddot möchte das für ECMS geforderte Funktionsspektrum indes auch durch Erweiterung des eigenen Produktportfolios anbieten. Diese Aufgabe übernehmen unter anderem der "Content Personalization Server" (CPS) sowie der "Content Integration Server" (CIS). Ersterer kann Inhalte je nach den Interessen und Vorlieben eines Benutzers zusammenstellen. Zu diesem Zweck erzeugt und verwaltet er individuelle User-Profile. Wahlweise entstehen diese durch die Analyse des Surfverhaltens oder durch explizite Angaben registrierter Benutzer. Derartige Funktionen werden sowohl im Intranet als auch für Besucher der Website benötigt.

Dem CIS als Bindeglied zu bestehenden Applikationen hingegen kommt größere Bedeutung im Rahmen des firmeninternen Content-Managements zu. Die Software umfasst neben einem Programmier-Framework auch eine Portalsoftware. Dort lassen sich auch Inhalte von externen Anwendungen darstellen, die mittels des CIS angebunden wurden. Wahlweise unterstützt das Produkt die Integration in IBMs "Websphere Portal Server".

Königsdisziplin Knowledge-Management

Eine ausschließlich firmeninterne Funktion kommt schließlich dem geplanten Knowledge-Management-Server (KMS) zu. Er dient nicht nur dem Wissens-Management im engeren Sinne, sondern übernimmt die für ECMS geforderte Unterstützung von Workflow und Collaboration. Ersterer lässt sich auch innerhalb des CMS abbilden, beschränkt sich dort aber primär auf Erstellung und Freigabe von Texten. In puncto Teamarbeit soll der KMS die Bildung virtueller Arbeitsgruppen sowie Diskussionsforen unterstützen. Unter das eigentliche Wissens-Management fallen die Verwaltung von Metadaten und die Kategorisierung von Inhalten. Für die Fertigstellung des KMS gab die Firma noch keinen Termin bekannt. (ws)