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24.07.1981 - 

IDC-Untersuchung gibt Einfach-Sprachen wie "C" und "Forth" gute Zukunftsaussichten:

Cobol vorn - Zwischenhoch für Ada und Pascal

WIESBADEN (je) - Knapp die Hälfte aller Programme amerikanischer EDV-Anwender sind Cobol-Programme; bei Großanwendern liegt diese Zahl sogar noch darüber (57 Prozent). Dies ist eine der Aussagen der jetzt vorliegenden Untersuchung über Stand und Entwicklung der Programmiersprachen, die die International Data Corporation (IDC) in den USA durchgeführt hat. Wie die IDC Deutschland GmbH, Wiesbaden, dazu weiter mitteilt, zeichnet sich eine steigende Akzeptanz funktional strukturierter Sprachen auf Kosten prozeduraler Sprachen ab.

Die IDC-Untersuchung - sie analysiert speziell die Sprachen Fortran, Cobol, Algol, PL/1, Pascal, Ada, C, APL und Forth - stellt zur derzeitigen Situation fest, daß hinter dem eindeutig führenden Cobol die zweiten Plätze umstritten sind: Bei Großanwendern hat Assembler mit zwölf Prozent diesen Rang inne, bei Kleinanwendern RPG mit 25 Prozent. Das ehemals meist verbreitete Fortran ist dagegen hinter Assembler zurückgefallen und kann gerade noch zehn Prozent der Großanwender-Programme für sich verbuchen (Gesamtanteil sogar nur neun Prozent).

Gegenwärtig sind nach IDC-Beobachtungen besonders bei den Sprachen Pascal (für kleinere Systeme) und Ada erhebliche Aufwärtsentwicklungen zu verzeichnen, doch wollen die Marktforscher nicht ausschließen, daß "in zehn bis fünfzehn Jahren Sprachen die Spitzenreiterposition einnehmen werden, die heute noch nicht einmal in der Entwurfsphase stecken . Was die Sprachen im einzelnen betrifft, so kommt IDC zu folgenden Hauptaussagen:

Fortran: Seit der Markteinführung von PL/1 und später Pascal hat die Bedeutung von Fortran stetig abgenommen. Dieser Trend wird anhalten nicht zuletzt wegen der mangelnden Eignung zur strukturierten Programmierung.

Cobol: Die dominierende Position wird zwar noch eine Zeitlang gehalten werden können, doch gehört Cobol "ganz sicher nicht zu den Sprachen, deren Marktanteil sich vergrößern wird" (IDC). Hauptnachteil: die produktivitätshemmende Schreibintensität.

Algol: Diese Sprache ist über Universitäten und Institute kaum hinausgekommen, doch übte sie großen Einfluß auf das Design später entwickelter Sprachen wie Pascal und Ada aus.

PL/1: Die Loyalität der Programmierer zu "ihrer" Sprache ist nirgendwo höher als bei PL/1. Das "Pech" dieser Sprache war das ungünstige Klima zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung im Jahre 1966: Die kurz zuvor heraus ankommenen 360/OS-Systeme der IBM hatten die Anwendergemeinde risikoscheu gemacht. Heute verhindern Pascal und Ada eine stärkere Ausbreitung .

Pascal: Für die meisten Computer (auch Desktop-Modelle) sind inzwischen Pascal-Compiler verfügbar. IBM hat einen solchen Compiler für seine großen Modelle vorgestellt. UCSD-Pascal ist dabei, Basic und Fortran aus dem Markt der Kleinrechner zu verdrängen. Funktionen und Prozeduren können definiert und aufgerufen werden; die Regeln für den Geltungsbereich von Variablennamen sind relativ komplex.

Ada: Letzteres gilt auch für Ada, doch ist Ada flexibler als Pascal und verfügt über zusätzliche Features. Es ist sicher, "daß der Einsatz von Ada in den nächsten Jahren einen schnellen und starken Zuwachs erfahren wird" (IDC)

C: Compiler für diese "in ihrer Syntax extrem unkomplizierte" (IDC) Sprache sind bereits für DEC-, Honeywell-, IBM- und Perkin-Elmer-Systeme erhältlich und in Kürze wohl auch für weitere Systeme.

APL: Programme dieser Sprache sind Einzelfall-orientiert und häufig schwer zu verstehen. APL wird "nie mehr als eine mögliche Alternative für eine Minderheit von Programmierern sein" (IDC).

Forth: Diese "gewundene Sprache" (IDC) mit hierarchisch aufgebauten Einfach-Operationen hat sich inzwischen speziell auf dem Gebiet der Minicomputer und Mikroprozessoren beachtlich ausgebreitet.

Funktional orientierte Sprachen, glaubt IDC, werden langfristig das Rennen machen, denn der Prozeduraufruf als Alternative zum Funktionsaufruf beruhe weitgehend auf älteren - derzeit aber noch vertrauten - Programmiermethoden, die die Programmstruktur und Sprachsyntax unnötig verkomplizierten. Einstweilen jedoch kann IDC keinem Anwender empfehlen, "Cobol in die Ecke zu stellen". IDC Deutschland ist telefonisch erreichbar unter der Rufnummer 0 61 21/37 70 86.