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30.06.1989 - 

Rekursive Join-Operation vorgesehen:

Codd überarbeitet sein relationales Modell

FRAMINGHAM (IDG)- Edgar F. Codd, der Erfinder des relationalen Datenbank-Konzepts, kündigte für den Herbst eine Neuauflage seines Modells an. Das überarbeitete Regelwerk sieht Updates von Join-Views und rekursive Join-Operationen vor.

Die neue Version mit der Bezeichnung RMV2 soll in einem einzigen Modell Überlegungen vereinigen, die Codd in den vergangen zehn Jahren zu Papier gebracht hat. Diese Ideen beruhen auf sein ursprüngliches Regelwerk aus dem Jahre 1969 und beziehen sich auf Erweiterungen sowie Verbesserungen der bisherigen Gestaltungsprinzipien.

Gegenüber dem alten Modell hat Codd die bisher geforderten 50 Features relationaler Datenbanksysteme auf 333 ausgeweitet. Daß die Erweiterung des Funktionsumfangs viele Anbieter überfordern dürfte, weiß auch der Datenbank-Papst: Von den gebräuchlichsten relationalen Systemen werde bisher höchstens ,die Hälfte der ursprünglichen Anforderungen unterstützt. Das gelte selbst für Produkte wie IBMs DB2 and Nonstop SQL von der Tandem Computer Inc.

"Niemand wird alle 333 Funktionen einsetzen", urteilt Robert Shaine, Wirtschaftsanalyst der Mitre Corp., "einige davon werden aber sicher implementiert." Zu den neuen Features gehören erweiterte Datentypen (extended data types), die Datenbankverwaltung und die systematische Handhabung von fehlenden Informationen .

US-Anwender zeigten sich interessiert an zusätzlichen Fähigkeiten wie den rekursiven Join-Operationen und dem View-Update. Mit den bisher verfügbaren Produkten können nur Views aus einer einzigen Relation oder Tabelle auf den neuesten Stand gebracht werden. Codds neues Datenbank-Modell sieht nicht nur View-Updates aus Joins oder mehreren Tabellen vor, sondern überträgt darüber hinaus dem DBMS die Entscheidung, ob ein Update stattfinden soll oder nicht.

Große Aufmerksamkeit hat der Datenbank-Spezialist den verteilten DB-Systemen gewidmet. In diesem Zusammenhang äußerte er die Ansicht daß ein einziger Befehl auf verteilte Daten so zugreifen müßte, als wären sie lokal verfügbar. Außerdem sei es notwendig, daß ein verteiltes Datenbanksystem auch dann noch funktionstüchtig bleibe, wenn es von den Kommunikationskanälen abgeschnitten werde.