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01.08.2003 - 

Potenziale des Quality-Managements

Codegüte entscheidet über den Projekterfolg

MÜNCHEN (CW) - Mangelhafte Codequalität ist ein Problem, durch das so mancher Rahmen eines IT-Projekts gesprengt wird. Konsequentes Code-Quality-Management (CQM) kann hier gegensteuern, verspricht die Berliner SPM Technologies GmbH, Anbieter einschlägiger Tools und Services.

Um die Qualitätssicherung der Softwareimplementierung, eine entscheidende Phase von geschäftskritischen IT-Projekten, ist es oft schlecht bestellt. Die Ergebnisse dieses Projektabschnitts werden erst spät bewertet und lassen sich dann nur noch kostspielig korrigieren. Experten zufolge überschreiten 84 Prozent der Software-Entwicklungsprojekte den vereinbarten Zeit- oder Budgetrahmen. Eine der wesentlichen Ursachen, die in diesem Zusammenhang fast immer eine bedeutende Rolle spielt, ist laut SPM Technologies ungenügende Softwarequalität. Das größte Problem sei allerdings nicht der Mangel an fundierten Methoden, Tools oder die schwer beherrschbare Innovationshöhe, sondern die schlechte Transparenz in der Design- und Implementierungsphase. Die entstehenden Fehler würden zu spät bemerkt, manchmal erst in der Produktion.

In einzelnen Branchen ist man teilweise dazu übergegangen, besonders kritische Komponenten und Systeme komplett redundant zu entwickeln - ein teurer Ansatz, denn die Problemursache wird dabei nicht angegangen. Die Alternative sieht SPM im Code-Quality-Management (CQM). Gemeint ist das regelmäßige, automatische Vermessen des Sourcecodes, die Aufbereitung der Ergebnisse in Form von sofort nutzbaren Reports und die unmittelbare Steuerung der Codequalität noch während der Implementierung.

SPM zufolge bringt die Vermessung des Sourcecodes allerdings mehr als nur die häufig diskutierten Softwaremetriken, deren Interpretation eine gewisse Erfahrung voraussetzt.

Der Fehler wird isoliert

Zusätzlich lasse sich exakt bestimmen, wo und in welchem Maß Programmier- und Dokumentationsstandards nicht eingehalten wurden. Statistische Auswertungen und Tabellen listen alle konkreten Verstöße auf und verweisen direkt an die betroffene Stelle im Sourcecode.

Als CQM-Vorgehensweise empfiehlt SPM ein iteratives Verfahren. Das Prozedere beginnt damit, dass man zunächst Kenngrößen und Zielwerte festlegt, so etwa die maximal erlaubte Anzahl der Verstöße gegen Programmierrichtlinien. Dabei gilt es unternehmenseigene sowie Industriestandards zu berücksichtigen, ebenso Best-Practice-Empfehlungen. Anschließend wird ein Verfahren zur statischen und dynamischen Vermessung des Sourcecodes eingeführt. Hier lassen sich marktübliche Analyse-Tools einsetzen wie "Togethersoft Controlcenter" (Audits und Metriken für Java), "Programming Research QA" (C++) oder "Junit" (Testing für Java).

Weitere Bestandteile der technischen Infrastruktur sind neben den Standardanalyse-Tools ein Code-Repository, ein zentraler Build-Prozess, eine CQM-Engine sowie eine Publishing-Umgebung. Die CQM-Engine von SPM dient dazu, die Auswertung der Vermessungsdaten zu automatisieren sowie zusätzlich Mess- und Zielwerte zu vergleichen. Die anschließend vorliegenden Ergebnisse beinhalten unter anderem eine Darstellung der Ist-Situation und der historischen Entwicklung. Sollte sich zeigen, dass die Abweichungen nicht akzeptabel sind, müssen entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden, und der Prozess startet anschließend erneut bei den Messungen.

Das Nutzenpotenzial einer CQM-Einführung ist erheblich und lässt sich aus der Praxiserfahrung von SPM für drei verschiedene Einsatzszenarien beziffern. So sollen sich etwa die Kosten im unternehmensinternen Entwicklungsprozess durch die kontrollierte Einhaltung vereinbarter Richtlinien um bis zu 50 Prozent senken lassen. Zweitens kann die Objektivität von CQM auch dazu benutzt werden, um die Qualität extern entwickelter Softwarekomponenten zu bewerten. SPM berichtet von Fällen, in denen der Dienstleister die Codierrichtlinien nicht einhielt und der Kunde durch CQM ein Beweismittel dafür in der Hand hatte. Aufgrund der anschließenden Verbesserung der Softwarequalität konnte der Integrationsaufwand für die externe Komponente um 25 Prozent reduziert werden.

Sparen mit Refactoring

Ein drittes Einsatzgebiet ist das Refactoring. Das Ergebnis hier: Durch gezieltes Refactoring ließ sich die Anzahl der Codezeilen um 40 Prozent reduzieren, was wiederum zur Folge hatte, dass aufgrund der geringeren Komplexität der Anwendung die für Fehlerbehebung aufgebrachte Zeit um 50 Prozent verkürzt wurde. Die im ursprünglichen Programm aufgewendeten Kosten für Fehlerkorrekturen gingen um 75 Prozent zurück. (ue)

Abb: Was Korrekturen kosten

Je früher ein Programmfehler entdeckt wird, desto billiger ist seine Behebung. CQM sollte deshalb schon zu Beginn der Implementierung ansetzen. Quelle: SPM/Liggesmeyer