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27.09.2007

Cognos im Spagat zwischen Analysten und Kunden

Anwender fragen sich, was die Übernahmen und neuen Produkte noch mit ihnen zu tun haben.

Noch ist unklar, wie sich die geplante Übernahme des Konkurrenten Applix auf Cognos‚Äò Angebot an Software für Planung und multidimensionale Datenanalyse auswirken wird. Aufgrund von Überlappungen wäre eine lose Kopplung zwischen den Produkten (etwa über Web-Services) oder aber eine Ablösung denkbar. Erst vor zwei Jahren hatte Cognos mit "Cognos 8 BI" eine neue Produktarchitektur für Business Intelligence (BI) auf den Markt gebracht. Auf einer Tagung der deutschsprachigen Cognos User Group in Bad Liebenzell fragten daher besorgte Teilnehmer, ob Cognos künftig die multidimensionale Datenbank "TM1" von Applix dem eigenen Analyse-Server "Powerplay" vorziehen könnte, der eine Kernkomponente von Cognos 8 BI ist. Andeutungen aus dem Management beider Hersteller lassen sich dahin interpretieren, dass TM1 wohl parallel zum Einsatz kommen soll und künftig den Planungslösungen von Cognos als Basis für die Datenanalyse dient. Laut User-Group-Vorstand Kai Noack würden Cognos und die Kunden von dieser Konstellation profitieren. TM1 würde aus strategischer Sicht das derzeit viel diskutierte Thema Arbeitsspeicher-basierende Datenauswertungen (In-Memory Analytics) adressieren und Anwendern erstmals 64-Bit-fähige Analysesoftware verfügbar machen.

Deutsche Anwender haben andere Interessen

Während so Applix die kommende Produktentwicklung unmittelbar beeinflussen wird, zeigen deutsche Kunden anderen, als "Topthemen" gepriesenen Angeboten von Cognos bisher die kalte Schulter. Dies betrifft beispielsweise neue Angebote für mobile Anwendungen, Software as a Service, BI-Appliances und die Kombination von BI mit Suchtechnik. "Mobile BI-Lösungen oder die Nutzung von BI-Gadgets beispielsweise spielen für unsere Mitglieder keine Rolle", sagte Noack gegenüber der computerwoche. Man habe sogar manchmal den Eindruck, dass die Produktstrategie von Cognos für den US-Markt gemacht sei und vor allem von Analysten formuliert werde. "Cognos besetzt viele Analystenthemen und muss dazu wohl oder übel Angebote schaffen."

Die Zurückhaltung der Anwender zeigt sich auch daran, dass die Mehrheit der 50 Teilnehmer Cognos 8 BI nicht einsetzt. Vielmehr nutzen die meisten von ihnen weiterhin die frühere BI-Suite "Cognos Series 7", für die der Hersteller nun unbegrenzten Support versprochen hat, berichtet Noack. "Drei Anwender wollen sogar noch neue Projekte starten, weil sie eine erprobte Lösung bevorzugen und ihnen Cognos 8 BI wenig Neues bietet." Im Frühjahr 2008 soll Version 7 mit vielen neuen Features beispielsweise in der Benutzeroberfläche auf den Markt kommen. Die Software soll auch mit einer verbesserten Server-Administration der Reporting-Software "Impromptu Web Reports" aufwarten.

Sanfte Migration und komplexe Lizenzen

Angesichts der verlängerten Produktzyklen geht Cognos in puncto Migration auf Cognos 8 BI künftig einen anderen Weg. Man habe eingesehen, dass Migrations-Tools allein nicht immer helfen können, Reports unverändert in die neue Umgebung zu überführen, sagte Noack. Ebenso seien die Datenmodelle bei einem Umstieg stets noch einmal nachzubearbeiten. Daher spricht Cognos nun von einer "sanften Migration", sprich: Wenn die Wartung ausläuft, will man Kunden zur Nutzung von Cognos 8 BI bewegen. Dabei müssen sich Anwender künftig mit einem neuen Lizenzmodell anfreunden: Unterschied Cognos bisher nach eher technischen Aspekten zwischen "Benutzerklassen", so wird künftig nach diversen Rollen wie "Autor" oder "Konsument" berechnet. (mb)