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10.10.1986 - 

Rechner und Peripherie direkt am Arbeitsplatz sind besonderen Gefahren unterworfen:

Cola im Plattenlaufwerk behindert Lesefluß

Staub auf Magnetplatten nach Umbauarbeiten, Büroklammern im Druckwerk und auf Platinen, ein Stoß gegen die Zentraleinheit, Cola erst auf und dann im Rechner - die Ursache für Schäden an DV-Equipment in unmittelbarer Büroumgebung sind abenteuerlich vielfältig. Die Tela Versicherung weiß ein Lied davon zu singen.

Im Gegensatz zu großen EDV-Anlagen, die üblicherweise in eigenen und besonders geschützten Räumen installiert werden, erfolgt die Aufstellung von Bürocomputern in einer Umgebung, die keine speziellen Voraussetzungen für die Sicherheit dieser Anlagen bietet. Sie sind damit ungeschützt all den Gefahren ausgesetzt, die sich aus dem normalen Büroalltag, aber auch aus besonderen und ungewöhnlichen Situationen ergeben.

10 000

Bei sommerlicher Hitze erscheint der Wunsch nach einem Schluck eiskalter Cola verständlich. Nach diesem Schluck wird dann die noch fast volle Flasche in Griffweite auf einem freien Plätzchen abgestellt. Wenn dieses freie Plätzchen allerdings zwischen Tastatur und Bildschirm gleich neben der Kassettenstation liegt, kann es kritisch werden. Bei diesem Schaden fiel dann beim erneuten Zugreifen die Flache um. Die Cola, die neben belebenden auch hervorragende klebende Eigenschaften besitzt, lief in Tastatur, Drucker und Kassettenstation und drang sodann bis zur Festplatte vor. Die Reinigung der Festplatte dauerte 12 Stunden, die Reinigung des Basisgerätes nochmals 11 Stunden. Drucker, Tastatur und Kassettenstation mußten ausgewechselt werden. Die Schadenkosten beliefen sich auf fast 10 000 Mark und die Ausfallzeit auf eine knappe Woche.

40 000

Ein dumpfer Knall zeriß die nächtliche Stille, und innerhalb weniger Minuten brannte ein Haus lichterloh. Auch die rasch eintreffende Feuerwehr konnte nicht mehr verhindern, daß das Gebäude völlig ausbrannte. Nach den Ermittlungen der Kripo war aus einer undichten Gasleitung Gas ausgeströmt und entweder durch einen elektrischen Schaltfunken oder durch die Stichflamme eines Gasboilers gezündet worden. Einer Unternehmensberatung, die in diesem Haus ihr Büro hatte, waren eine Prägemaschine und ein Bürocomputer im Gesamtwert von 40 000 Mark verbrannt.

13 000

Bei Arbeitsbeginn gegen 8 Uhr bemerkte ein Mitarbeiter eines Software-Hauses, daß in einem Büroraum Wasser von der Decke tropfte. In Fensternähe verläuft in der Zwischendecke ein Wasserrohr, das offensichtlich undicht geworden war. Das Wasser sammelte sich in der Zwischendecke, sickerte dann durch und tropfte ausgerechnet in einen Bürocomputer, der innen ganz feucht wurde. Da der Computer nachts nicht eingeschaltet war, konnte das 13 000 Mark teure Gerät saniert werden.

100 000

Ein Bauteil, das nur wenige Mark kostet, verursacht einen großen Sachschaden. Während die MDT-Anlage lief, explodierte, wahrscheinlich wegen Alterung, plötzlich ein Elektrolytkondensator. Der Elektrolyt spritzte auch über das wrap-Feld des Rechners und lief in das Plattenlaufwerk. Es kam überall zu Isolationsfehlern und Kurzschlußschäden, die zum Totalschaden führten. Die Kosten für eine Ersatzanlage betrugen rund 100 000 Mark.

8000

In einem Büroraum sollte an einem Heizkörper ein Thermostatventil eingebaut werden. Um das Heizungssystem für diese Arbeit nicht entleeren zu müssen, wurde das Heizungsrohr im Bereich des Heizkörpers vereist. Da die Vereisung nur unvollkommen war, spritzte beim Ausbauen des alten Ventils plötzlich Heizungswasser in den Raum und ergoß sich auch über einen Bürocomputer. Weil die Anlage eingeschaltet war, kam es zu Schäden infolge von Kurzschlüssen. Reparaturkosten: 8000 Mark.

40 000

Im Bürogebäude einer Firma waren bei Umbauarbeiten auch Mauerdurchbrüche auszuführen. Zum Schutz gegen dabei entstehenden Staub wurde die MDT-Anlage abgedeckt und der EDV-Raum abgedichtet. Nach Wiederinbetriebnahme der Anlage kam es zu head-crash-Schäden und innerhalb kurzer Zeit mußten mehrere Schreib-Lese-Köpfe ausgetauscht werden. Die Servicetechniker reinigten daraufhin die Anlage, an eine Inspektion der Magnetplattenbestände dachte niemand. Erst als weitere head-crashs auftraten, wurden alle Plattenstapel untersucht. Es zeigte sich, daß trotz der beim Umbau getroffenen Schutzmaßnahmen Staub in die Plattenstapel gelangt war, der die head-crash-Schäden verursacht hatte. Zur Vermeidung weiterer Schäden müssen die Magnetplatten gereinigt und zum Teil ersetzt werden. Der Gesamtschaden belief sich auf etwa 40 000 Mark.

6000

In einer Fabrik wurde an einen Netzverteiler, der auch starke Motorantriebe versorgt, ein Bürocomputer angeschlossen. Von den Motorantrieben erzeugte Störimpulse wurden in die Stromversorgung des Computers eingekoppelt und zerstörten Bauteile auf mehreren Platten. Die Reparaturkosten werden rund 6000 Mark betragen. Außerdem muß der Netzanschluß verlegt werden, damit zukünftig weitere Schäden durch Störimpulse vermieden werden.

16 500

Die räumliche Enge, die bei vielen MDT-Aufstellungen herrscht, war die Ursache für folgende Schaden: Bei Beschicken des Druckers einer MDT-Anlage verlor der in Hockstellung befindliche Operator das Gleichgewicht und fiel mit dem Rücken gegen die Zentraleinheit. Diese quittierte den unsanften Stoß mit "Error 3" und war, einmal aus dem Rhytmus gebracht, zum weiteren Abarbeiten der Aufgaben nicht mehr fähig. Der herbeigerufene Wartungstechniker diagnostizierte head-crash auf der Fest- und auf der Wechselplatte. Für die Reparaturen an der Hardware wurden etwa 11 500 Mark und für Datenrekonstruktionskosten rund 5000 Mark bezahlt.

37 000

In einem Büro sollte der Bürocomputer einen neuen Platz bekommen. Beim Umsetzen der Anlage rutschte einem Mitarbeiter die Zentraleinheit aus den Händen und fiel zu Boden. Da äußerlich kaum eine Beschädigung sichtbar war, nur eine Kunststoffecke war abgebrochen, sah der Mitarbeiter keinen Grund, die Anlage nicht selbst wieder einzuschalten. Kurz nach dem Einschalten quoll dicker Qualm aus dem Gehäuse, insbesondere aus der hinteren Ventilatoröffnung. Vor lauter Schreck riß der Mann den Netzstecker heraus, packte einen in der Nähe stehenden Feuerlöscher und löste ihn aus. Da es ein Pulverlöscher war, wurde nicht nur die Zentraleinheit innen und außen mit Löschpulver beaufschlagt, sondern der ganze Büroraum sah aus wie eine Schneelandschaft. Eine erste Überprüfung durch den Computerhersteller ergab, daß die Zentraleinheit ersetzt und das Datensichtgerät gereinigt werden muß. Der Kostenvoranschlag liegt bei etwa 37 000 Mark.

70 000

Als der Inhaber eines Modegroßhandels nach den Feiertagen wieder ins Geschäft ging und die Bürotüre aufschließen wollte, stellte er fest, daß diese beschädigt und unverschlossen war. Nichts Gutes ahnend betrat er das Büro und blieb entsetzt stehen, als er das Chaos sah. Es sah aus wie nach einer Bombenexplosion. Während der Feiertage waren Einbrecher eingedrungen und hatten verschiedene Büromaschinen, Diktiergeräte, Kopierer und ein Datensichtgerät gestohlen. Warum sie außerdem noch wie die Vandalen hausten, ist nicht bekannt. Vielleicht hatten die Einbrecher Bargeld erwartet. Jedenfalls ließen sie ihre Wut an der EDV-Anlage aus, die sie völlig demolierten. Zusätzlich verschütteten sie noch aggressive Putzmittel. Der Schaden wird auf über 70 000 Mark geschätzt, da sich eine Reparatur der EDV-Anlage, soweit technisch überhaupt möglich, wirtschaftlich nicht mehr lohnen wird.

8000

Um einen Plattenstapel ganz sicher zu kennzeichnen, klebt ein Operator das Kennungsetiket direkt auf den Plattenstapel und nicht wie üblich auf die dazugehörige Abdeckhaube. Infolge der hohen Rotationsgeschwindigkeit des Stapels und der dadurch entstehenden starken Luftströmung löste sich das Etikett, wirbelt durch den Stapelraum und blieb an den Schreib-/Leseköpfen hängen. Die anschließenden Ereignisse sind leicht vorstellbar! Es kam zu einem head-crash, bei dem Plattenstapel und Schreib-/Leseköpfe beschädigt wurden. Darüber hinaus mußte aber in diesem Fall sogar noch das gesamte Laufwerk ausgetauscht werden. Es entstanden Reparaturkosten in Höhe von 8000 Mark.

20 000

Fast "Backofentemperaturen" schlugen dem Operator entgegen, als er morgens zu Schichtbeginn den Rechnerraum betrat. In der Nacht war die Klimaanlage ausgefallen, der Rechner heizte kräftig weiter. Irgendwo zwischen 35°C und 50°C stellte er zwar die Arbeit ein und ging auf Störung, schaltete aber nicht ab. Die "Folgen" dieser heißen Nacht betrugen 20 000 Mark.

6500

Die ebenen Flächen von Bürocomputern werden in vielen Fällen als zusätzliche Ablagemöglichkeit für Papier und Büromaterial zweckentfremdet. Im vorliegenden Fall wurde eine Schachtel mit Büroklammern auf einen Nadeldrucker gestellt. Durch die beim Druckvorgang entstehenden Vibrationen fing besagte Schachtel zu wandern an und fiel samt Inhalt in das Druckwerk. Mit einem kurzen metallischen Knirschen und Rauchzeichen - einige Büroklammern drangen bis zur Stromversorgung vor - verabschiedete sich der Drucker. Das Gerät mußte völlig zerlegt werden, um alle Büroklammern entfernen zu können. Zusätzlich mußte der Druckkopf, zwei Platinen und das Stromversorgungsmodul ausgetauscht werden. Die Kosten für Reparatur und Ersatzteile beliefen sich auf 6500 Mark.

140 000

Im abgrundtiefen Haß auf Computer oder aus Angst vor der Orwell'schen Zukunftsvision "ermorderte" ein nächtlicher Einbrecher einen Bürocomputer. Dabei riß er die Baugruppen aus dem Computer und durchstieß sie mit einem spitzen Gegenstand. Weitere EDV-Geräte wie Bildschirme, Tastaturen, Kassettenlaufwerke wurden kurz und klein geschlagen. Die anderen elektronischen Geräte und Einrichtungsgegenstände interessierten den Einbrecher nicht. Da er aber trotzdem "gründliche Arbeit" geleistet hatte, beliefen sich die Kosten für einen neuen Computer auf 140 000 Mark.

25 000

In der Sägehalle eines holzverarbeitenden Betriebs ist vermutlich aufgrund eines technischen Defektes Feuer ausgebrochen. In der Halle fand das Feuer reichlich Nahrung und breitete sich mit rasender Geschwindigkeit auch auf die angrenzenden Räume aus. Auch das Verwaltungsgebäude wurde zum Teil ein Raub der Flammen. Der dort installierte Computer erlitt durch Brandwärme, Rauch und Löschwasser Totalschaden. Der neue Computer kostete 25 000 Mark.

20 000

Durch das defekte Antriebssystem einer Magnetbandstation wurde ein Magnetband vom Anwender unbemerkt so stark mechanisch beschädigt, daß die darauf befindlichen Informationen nicht mehr gelesen werden konnten. Ein Sicherungsduplikat war nicht vorhanden. Um wenigstens die wichtigsten Daten zur Verfügung zu haben, mußten diese in aufwendiger manueller Tätigkeit aus den vorhandenen Unterlagen nochmals erfaßt werden. Von den rund 160 000 Datensätzen, die sich auf dem Band befanden, wurde aus Zeitgründen nur etwa ein Drittel rekonstruiert. Mit der Wiedererfassung der Daten waren vier Personen fast zwei Monate beschäftigt. Die dafür aufgewendeten Personalkosten beliefen sich auf knapp 20 000 Mark.

23 000

Es kommt immer wieder vor, daß auch hochwertige Geräte für einen gewissen Zeitraum nicht benötigt werden. In einem solchen Fall wurde ein Bürocomputer in einem abgeschlossenen Raum zwischengelagert. Da dieser Raum selten betreten und auch nicht regelmäßig kontrolliert wurde, blieb der Schaden längere Zeit unbemerkt. Durch ein undichtes Dach war Regenwasser eingedrungen, das durch eine Zwischendecke lief und schließlich auf das abgestellte Gerät tropfte. Innerhalb weniger Wochen war der Computer so stark korrodiert, daß er verschrottet werden mußte. Der Schaden betrug rund 23 000 Mark.

55 000

Vermutlich durch eine glimmende Zigarettenkippe entstand in der Nacht vom Samstag zum Sonntag in einem Verwaltungsgebäude ein Schwelbrand. Dieser Brand, der mehrere Stunden unentdeckt blieb, setzte größere Mengen korrosiver Brandgase frei, die hauptsächlich durch Verschwelen der Kunststoffmöbel entstanden. Infolge der sehr starken Beaufschlagung mit korrosiven Brandgasen wurde die im gleichen Stockwerk installierte MDT-Anlage so schwer beschädigt, daß die Reparatur nicht mehr sinnvoll war.

*Der Beitrag wurde dem Schadenreport aktuell, Ausgabe 2A- 1, entnommen, der von der Tela Versicherung, München, herausgegeben wird.