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01.06.2001 - 

Macromedia wird Spectra einstellen

Cold Fusion 5 ante portas

MÜNCHEN (fn) - Macromedia hat die Version 5 des Applikations-Servers "Cold Fusion" der übernommenen Softwareschmiede Allaire vorgestellt.

Neben einer gesteigerten Performance wartet Cold Fusion mit einigen Detailverbesserungen auf, die Entwicklern das Programmieren von Web-Seiten erleichtern sollen. Cold Fusion basiert auf einer hauseigenen Scriptsprache, der "Cold Fusion Markup Language" (CFML), über die die Funktionen des Applikations-Servers aufgerufen werden.

In Version 5 können Designer nun bestimmte Funktionen für künftige Entwicklungen wiederverwenden. Vereinfacht wurde auch die Gestaltung von Grafiken: Zwölf gängige Business-Grafiken liefert der Hersteller mit. Auf diese Weise lassen sich eine Tabelle beziehungsweise Abfrageergebnisse aus Datenbanken ohne viel Programmierarbeit als Tortengrafik oder Balkendiagramm in einer Web-Seite darstellen. Zudem fügte der Hersteller eine Schnittstelle zu Crystal Reports 8.0 hinzu.

Neuerdings lassen sich die Ergebnisse unterschiedlicher Abfragen kombinieren, so könne laut Ben Forta, Cold-Fusion-Evangelist bei Macromedia, ein Anwender eine neue Abfrage auf die Ergebnisse eines SQL-, LDAP- oder POP3-Query tätigen - "Query of Queries" bezeichnet der Hersteller dieses Feature. Möglich wird dies durch das Vorhalten der Daten im Cache, was zusätzlich den Datenbank-Server entlastet.

Wie viele andere Hersteller von Applikations-Servern bietet auch Macromedia verschiedene Integrationsvarianten mit Backend-Software an. So lassen sich Anwendungen über die COM-Schnittstelle von Microsoft, Enterprise Javabeans oder Corba ansprechen. Hierzu verfasst der Entwickler CFML-Scripts, wobei Cold Fusion entsprechende Auszeichner (Tags) bereithält.

Nachgelegt hat Macromedia bei den Monitoring-Funktionen. Der Administrator kann über Probes die Performance der Applikations-Server überwachen und wird bei Schwierigkeiten benachrichtigt. Durch die Integration des Simple Network Management Protocol (SNMP) kann Cold Fusion nun auch Alarmmeldungen an Netz-Management-Konsolen wie etwa "HP Openview", "CA Unicenter" oder "Tivoli" versenden. Verbessert wurde auch die Logfile-Analyse. Damit soll es dem Verwalter leichter fallen, bei Darstellungsfehlern von Web-Seiten die Ursache der Störung zu finden.

Cold Fusion 5 läuft nun unter den Linux-Distributionen Suse und Cobalt. Darüber hinaus arbeitet die Software mit den hardwarebasierten Load-Balancer-Systemen der Hersteller Arrowpoint und Cisco zusammen. Macromedia hat die Suchmaschine "K2" von Verity integriert, die eine Volltextsuche in Dokumenten auf Websites erlaubt. Cold Fusion 5 soll im Juni dieses Jahres auf den Markt kommen.

Spectra läuft ausUm die Zukunft von Cold Fusion muss sich die Entwicklergemeinde wohl keine Sorgen machen. Anders sieht es mit dem Allaire-Produkt "Spectra" aus. Von dieser Basisplattform für das Web-Content-Management wird es nur noch die Version 1.5 geben. Danach sollen die Funktionen in den Applikations-Server sowie andere Macromedia-Applikationen einfließen. Macromedia wird für mindestens zwei Jahre Spectra-Kunden Wartung und Support anbieten.

Von der Einstellung des Produkts ist unter anderem der Softwarehersteller Conceptware aus Schwalbach betroffen, der sein Produkt "Gatebuilder" auf Basis von Spectra entwickelte. Conceptware-Chef Stefan Utzinger sieht den Schritt Macromedias indes eher als Bereicherung, da nun sein eigenes Produkt in den Vordergrund rückt. "Wir haben Spectra nie direkt als Konkurrenten gesehen, allerdings haben einige unsere Partner sich gefragt, wa-rum sie Gatebuilder und Spectra kaufen sollten, wo sie doch möglicherweise auch mit Spectra zum Ziel kommen könnten." Conceptware-Kunden mussten zusätzlich zu Gatebuilder auch Spectra erwerben, künftig benötigen sie nur noch den Cold-Fusion-Applikations-Server zusätzlich. Allaire ist es offenbar nicht gelunden, Spectra als Baukasten für Web-Content-Management-Systeme am Markt zu etablieren. Cold-Fusion-Experte Ben Forta legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass das Aus für Spectra nicht aus der Übernahme seines Arbeitgebers durch Macromedia resultiere. Man habe diesen Schritt schon länger erwogen.