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12.09.1975 - 

120 COM-Antagen in der Bundesrepublik

COM kommtaber langsam

MÜNCHEN - Knapp 120 COM-Anlagen waren im August 75 in der Bundesrepublik in Betrieb: Unumstritten an der Spitze liegen mit je 36 lnstallationen die Datagrafik GmbH und die Agfa-Gevaert AG, die in Deutschland die Pertec-Systeme vertreibt. Um die bisher dünn gesäten COM-Kunden bemühen sich außerdem: Siemens, die mit Dicom von Hell, Kiel, das einzige "deutschstämmige" System anbietet; Kodak (mit Cubic); NCR (mit Quantor); Sperry Rand (mit Seaco); Memorex; Calcomp; Benson und die 3M-Company. Vier weitere Hersteller (Gould, Information International, Singer und Canon) sind mit ihren COM-Geräten am deutschen Markt bisher nicht vertreten.

Als Branchenregel gilt: der DV-Anwender ist in erster Linie daran interessiert, daß sein System (bezogen auf Hardware wie Software) einwandfrei läuft. COM kommt da, wo der Output Probleme aufwirft und durch Einführung der DV organisatorische Vorarbeit geleistet wurde. Denn - so formulierte es ein 3 M-Sprecher - "der Computer beseitigt Hemmungen. Außerdem ordnet bei COM,der Rechner". Ordnung und gute Organisation sind unabdingbare Voraussetzungen für erfolgreichen Mikrofilm-Einsatz- und Mikrofilm-Fachleute haben im Verwaltungsbereich beobachtet, daß viele Unternehmen vor den entsprechenden Vorarbeiten zurückschrecken, wenn es "nur" um die Vorteile der Mikroverfilmung geht und kein Druck oder keine Problemlösung von seiten der EDV-Abteilung dahintersteht.

Andererseits können COM-Systeme als Wegbereiter für weitere, weniger anspruchsvolle Mikrofilm-Anwendungen gesehen werden.

Star mit 9 COM-Anlagen in Karlsruhe

Deutscher COM-Star-Anwender ist mit neun 3700-Systemen die Fiducia Revisions- und Treuhand-Institut AG in Karlsruhe. Sie rechnet für Volksbanken in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie für Genossenschaftsbanken in Baden. Jede Nacht produziert die Fiducia für ihre 345 Kunden COM-Dispositionslisten, die am nächsten Morgen bei den Banken sind: Der Sachbearbeiter steckt den neuesten Mikrofilm ins Lesegerät und ist damit täglich über die aktuellen Kontostände informiert. Die Erfahrungen der Fiducia haben dazu geführt, daß COM gerade im Bereich der Genossenschaftsbanken inzwischen weit verbreitet ist. Die unausweichlichen Arbeitsspitzen am Ultimo führen allerdings dazu, daß bei Kreditinstituten oder ihren Rechenzentren oft zwei Geräte stehen, wo bei gleichmäßigem Arbeitsanfall eines ausreichen würde.

Papierhalden abbauen

Großunternehmen können die erhebliche Leistungsfähigkeit von COM-Anlagen am ehesten ausnutzen. So will die Bertelsmann AG mit Hilfe, einer jetzt neu in Gütersloh installierten NCR-Anlage zunächst "die Papierhalden abbauen, die der Computer liefert" und später ein COM-Service-Center aufbauen, das hauptsächlich für die konzerneigenen Unternehmen arbeiten soll.

50 Prozent Einsparung

Vielseitig nutzt die Siemens AG ihre COM-Anlagen: das monatliche Mitgliederverzeichnis fÜr die Betriebskrankenkasse wird ebenso auf Mikrofilm ausgegeben (Kosten-Einsparung etwa 20 Prozent) wie die Listen mit der monatlichen Lagerbestandsfortschreibung oder die vierteljährlichen Ersatzteil-Preisverzeichnisse (Einsparung jeweils etwa 50 Prozent). Halbjährliche Listen mit Referenz-Informationen für den Zentraleinkauf konnten überhaupt erst durch COM-Einsatz erstellt werden.

450 000 Mikrofiches pro Monat

Mit drei COM-Anlagen produziert die Datev in Nürnberg monatlich 450 000 Mikrofiches, die statt eines auf Papier ausgedruckten Journals an die angeschlossenen Steuerberater verschickt werden. In der Beraterkanzlei nehmen zwei Schuppenfolien des Formats 18x24 cm die mikroverfilmte Jahres-Buchhaltung eines durchschnittlichen Mandanten auf.