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05.11.1976 - 

Anwenderbericht: Krupp Atlas-Elektronik, Bremen

COM - nicht nur für große Anwender

COM ist nicht nur für Banken, Versicherungen oder andere EDV-Großanwender interessant, wie das Beispiel der Fried. Krupp GmbH Krupp Atlas-Elektronik, Bremen, zeigt - einer Firma mit "mittelgroßem" EDV-Betrieb, einem monatlichen Druckvolumen von zirka 8 Mio. Zeilen und einer Vielzahl von verschiedenen Listen.

Im Laufe des Jahres 1973 wurden im Hause Krupp Atlas vorbereitende Gespräche und Tests zur Einführung der Mikroverfilmung von Druckerausgaben mit COM-Dienstleistungsunternehmen geführt. Die Routineproduktion startete im Mai 1974 mit der Verfilmung von 6 Listen. Heute beträgt die Zahl der Listen bereits 16, von denen in 5 Fällen von der Möglichkeit der Einblendung von Formulardias Gebrauch gemacht wird. Wegen der einfacheren Handhabung und Archivierung wurde eindeutig der Verfilmung auf Mikrofiches der Vorzug gegenüber dem Mikrofilm gegeben; zur Zeit läuft nur noch eine Anwendung mit Mikrofilm.

Auf der Anwenderseite stehen in den Bereichen Einkauf, Lager, Kostenrechnung und Fertigung 27 Mikrofiche-Lesegeräte, davon eins mit Hardcopy-Zusatz, und ein Mikrofilm-Lesegerät, ebenfalls mit Hardcopy-Zusatz, zur Verfügung.

Die Anwender beurteilen das neue Arbeitsmittel nach seiner Einführung ohne Einschränkungen positiv.

Das COM-Volumen steigt nach Einführung der Verfilmung der am meisten lohnenden Listen jetzt weniger stark an. Durch anhaltend guten Service und Termintreue der durchführenden Firma konnten die Vorurteile der Fachabteilungen gegen die Verfilmung terminlich brisanter Listen abgebaut werden, so daß innerhalb des nächsten Jahres mit einem weiteren Ansteigen des COM-Volumens zu rechnen ist. Zur Zeit beträgt der Anteil der Mikroverfilmung am gesamten Druckvolumen knapp 25 Prozent.

COM-Einsparung: 6 Pfennig pro Seite

Verfilmungskosten und reine Formularmaterialkosten lassen sich exakt gegenüberstellen. So beträgt alleine die Kosteneinsparung gegenüber den Formularkosten zur Zeit etwa 0,06 Mark pro verfilmter Seite - in der Zeit der hohen Papierkosten lag sie wesentlich darüber. Abgelöst wurde vorwiegend 4-fach-Papier und einige Spezialformulare - bei der Ermittlung der Materialeinsparung ein wesentlicher Gesichtspunkt.

Wirtschaftlichkeitsüberlegungen vor der Einführung einer neuen Verfilmung sind aufgrund dieser auf der Hand liegenden Kosteneinsparung denkbar einfach. Alle weiteren Vorteile der Verfilmung, die sich teilweise schwer bewerten lassen, können hierbei vernachlässigt werden.

Die einmalig anfallenden Kosten für die Anschaffung der im übrigen mittlerweise sehr preiswerten Sichtgeräte mit Ablagezubehör haben sich schon nach rund 10 000 bis 15 000 verfilmten Seiten amortisiert.

Entlastung der Druckperipherie

Ein weiterer, direkt bewertbarer Vorteil liegt in der Reduktion des Druckvolumens durch die Mikroverfilmung. Gerade bei einem Auslastungsbereich, in dem die Entscheidung über die Anschaffung eines weiteren Druckers ansteht, ist. dieser Punkt von wesentlicher Bedeutung.

Es ist durchaus nicht so, daß sich die Verfilmung nur bei langen Listen lohnt. Mittlerweile werden auch viele Listen geringeren Umfangs verfilmt, bei denen die Erstellung einer großen Anzahl von Kopien erwünscht ist.

Der Umfang einer Listenausgabe bewegt sich zwischen 2 und 100 Original-Fiches, wobei jedoch der Durchschnitt bei zirka 10 Fiches pro Ausgabe liegt. Durchschnittlich werden von einem Original-Fiche 6 Kopien erstellt.

Die Vorteile der Verfilmung von Druckerausgabe auf Mikrofiches sehen wir in folgenden Punkten:

- Kostenvorteil gegenüber Formulardruck schon bei Betrachtung der reinen Materialkosten,

- Erhöhung der Druckerverfügbarkeit durch Entlastung von langen Listen,

- Durch äußerst preiswerte Fichekopien breitere Informationsverteilung in den Fachabteilungen, Wegfall von teuren Listen-Xerokopien,

- Bei umfangreichen Listen ist die Verfilmung schneller abzuwickeln als der Druck,

- Übersichtliche und raumsparende Ablage der Fiches in den Fachabteilungen,

- Zugriff mehrerer Sachbearbeiter auf eine Listenverfilmung ist möglich.

Der dritte Punkt ist dahingehend zu erweitern, daß die Mikrofiche-Daten als Ersatz für ein Online-Abfragesystem gesehen werden. So ist zum Beispiel in unserem Materiallager eine besonders effiziente Kombination von Update- und Abfrage-Kompromissen zu finden: Ungeplante Materialentnahmen werden im Lager über dezentrale DSS-Bildschirme (Philips X 1150) von einer indexsequentiellen Lagerbestandsdatei abgebucht. Werden hierbei Fehlbestände angezeigt, so wird mit Hilfe eines ebenfalls vor Ort befindlichen Fiche-Lesegerätes in der Dispoliste nachgesehen, ob aufgrund wirtschaftlicher Losgrößenberechnung bereits bestelltes Material im Haus lagert, das im Vorgriff entnommen werden darf, oder zu welchem Zeitpunkt Material bestellt worden ist.

Zunächst ist hiermit der Informationsbedarf des Anforderers und des Ausgebenden gedeckt - eine vollständige Aktualität der DSS-Lagerbestandsdatei wird erst für einen späteren Zeitpunkt angestrebt.

Platzersparnis ist der entscheidende Pluspunkt in den Anwenderbereichen; allerdings wird hier teilweise bemängelt, daß sich die Anbieter von COM-Zubehör noch nicht ausreichend auf die Benutzerbedürfnisse eingestellt haben.

Fazit: COM außer Haus ist auch für kleine und mittlere EDV-Anwender ein wirtschaftlich und organisatorisch empfehlenswerter Rationalisierungs-Schritt.

Jürgen Kettler ist EDV-Leiter bei der Firma Krupp Atlas-Elektronik, Bremen