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19.11.1998 - 

Interesse an Linux und Be-OS

Comdex '98: Auf der Suche nach Microsoft-Alternativen

MÜNCHEN (CW) - Wie in den vergangenen Jahren versucht Microsoft, die Comdex, die wichtigste Fachmesse der PC-Branche, mit Ankündigungen zu dominieren. Diesmal wurden jedoch erstaunlich viele Alternativen zu den Produkten aus Redmond präsentiert.

Sogar die Messeleitung setzte in diesem Jahr auf die Attraktivität der Microsoft-Konkurrenz. Verfehlte Messepolitik, hohe Standpreise und die ständige Dominanz des Herstellers aus Redmond haben nach und nach immer mehr Anbieter wie Netscape, IBM, Compaq und Intel vom Messegelände vertrieben. Viele von ihnen kommen zwar nach Las Vegas, präsentieren sich aber lieber in einem der vielen Hotels.

Daher setzt Veranstalter ZD Events große Hoffnungen auf die Attraktivität des neuen Linux-Pavillons. Dort präsentieren mehr als ein Dutzend Firmen Produkte rund um das kostenlose und jedem im Sourcecode frei zugängliche Unix-Betriebssystem. Den Ausstellern ging es darum, zu demonstrieren, daß sich die mit Windows NT, der Server-Suite "Back Office" und den Büropaketen von Microsoft verfolgten Produktivitätsziele genausogut mit nicht kommerziellen Produkten erreichen lassen.

Zu den Ausstellern zählten hier die Betriebssystem-Spezialisten Red Hat und Caldera, die neue Linux-Versionen vorführten, vor allem aber Unternehmenskunden die Angst vor mangelndem Service nahmen. Für die Anwendungsseite sei als Beispiel Corel genannt. Die kanadischen Softwerker versuchten sich erneut mit Java-basierten NCs.

Schon dieses allgemeine Linux-Interesse kann Microsoft angesichts seiner Ambitionen im Server-Bereich nicht recht sein. Konkreter gegen die "SQL-Server"-Datenbank der Gates-Company richtet sich die Ankündigung von Oracle, einen preisgünstigen Datenbankrechner auf den Markt zu werfen (siehe Seite 1). Bauen wollen das leicht zu bedienende Server-System mit "Oracle 8i" und einem darunterliegenden Unix-Kernel Microsoft-Partner wie Dell, Compaq, Hewlett-Packard, aber auch der Microsoft-Gegner Sun Microsystems.

Selbst Microsofts Chiplieferant Intel sucht offensichtlich größere Distanz. Das Unternehmen ergänzt seine kürzlich getätigte Investion in den Linux-Anbieter Red Hat Software nun durch eine Minderheitsbeteiligung an dem Betriebssystem-Bauer Be Inc. Das Unternehmen hat auf der Comdex mit "Be-OS 4.0" die zweite auf Intel-Chips laufende Version vorgestellt. Hitachi will noch in diesem Jahr drei PC-Modelle mit vorinstalliertem Windows und Be-OS sowie mit Be-OS-Anwendungen ausliefern. Ebenfalls als gegen Microsoft gerichtet läßt sich die Vorführung von Java-Chips deuten. IBM, NEC, Fujitsu und LG Semiconductor haben sie in Prototypen von Set-top-Boxen, Handys und andere Consumer-Geräten eingebaut.