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08.11.1991 - 

Veranstalter weisen Kritik an Wachstum zurück

Comdex: Spekulationen über das zweite Jahrzehnt des PCs

LAS VEGAS (see) - Der Beginn der zweiten PC-Dekade kreierte die Angelpunkte der Herbst-Comdex: Der Betriebssystem-Streit um OS/2 oder Windows war dabei der aktuellste Punkt. Vorerst noch Zukunftsmusik spielten dagegen die Multimedia-Aussteller, während die Netzwerke, obwohl als Highlight apostrophiert, mangels neuer Produkte blaß blieben. Die Comdex selbst soll weiter wachsen.

Über 130 000 Besucher, so schätzt der Comdex-VeranstaIter Interface Group, kamen nicht umhin, in der Stadt herumzufahren, um die auf zwei Ausstellungszentren und mehrere Hotels verteilten Exponate von rund 1900 Ausstellern in Augenschein zu nehmen. Das Urteil, die Comdex sei zu groß geworden, wies Interface-Chairman Sheldon G. Adelson hingegen zurück. Es gebe keine Beschränkung des Wachstums der Comdex und ihres Lerneffektes für die Besucher. Die Messe sei analog zu den neuen Technologien gewachsen: Pen-Computing etwa, Netzwerke und Multimedia. Sie repräsentiere "neue Märkte und neue Möglichkeiten".

Kahn: 90er Jahre das Jahrzehnt der Software

Das die Comdex-Ausstellungen begleitende Konferenzprogramm umfaßte Vortragsreihen zu den Schwerpunkten Networking und Multimedia sowie die sogenannten "CEO Perspectives": Top-Manager der amerikanischen DV-Industrie legten in diesem Rahmen ihre Vorstellungen der Zukunft der DV-Technik dar und erläuterten die entsprechenden Strategien ihrer Unternehmen.

Intels Präsident und Chief Executive Officer Andrew S. Grove entwickelte beispielsweise seine Vision einer "computerunterstützten Zusammenarbeit". Die Geschwindigkeit der Innovationszyklen seit der Erfindung des Personal Computers Anfang der 80er Jahre, forderte Grove, dürfe nicht abnehmen. Es bedürfe indes eines Multivendor-Ansatzes, um Anwendungen auf der Basis von Text, Sprache, Grafik und Bewegtbildern nutzbringend in weltweit verteilten Umgebungen einzusetzen.

Als das "Jahrzehnt der Software" bezeichnete Phillippe Kahn, Chairman von Borland International, die 90er Jahre. Objektorientierte Verfahren werden nach seiner Ansicht den Weg zu neuen Anwendungen weisen. Im Gegensatz zum viel strapazierten Downsizing, dem Einsatz von Mainframe-Applikationen auf dem Desktop, kreierte Kahn als neues Schlagwort das Upsizing: Dem PC, so seine Sicht, werde - auch mittels objektorientierter Software - die Fähigkeit verliehen, wie ein Großrechner zu agieren. Weitere "CEO Perspectives" legten Microsoft-Mitbegründer Bill Gates und IBM-Präsident Jack Kuehler dar.

Doppelt so groß wie bisher, visionierte Interface-Chef Adelson, könnte die Comdex schon 1996 sein. Der US-Branchentreff wird nach seiner Überzeugung dennoch nicht aus dem Ruder laufen, sondern im Gegenteil "den doppelten Nutzen sowohl für Besucher wie für Aussteller", bieten. Technologische Schwerpunkte, die sich bereits abzeichneten, werden laut Adelson bald bedeutend genug sein, um jeder für sich eine eigene Teilausstellung innerhalb der Comdex zu bilden.

Die Networking-Ausstellung etwa, so zeichnet es sich nach Adelson bereits jetzt ab, wird in einem Jahr die vierfache Fläche beanspruchen wie auf der Comdex Fall '91. Anwendungen und Hardware für den Multimedia-Markt sollen sich im Herbst 1992 aus einigen kleinen Hotelräumen mindestens auf die gesamte Ausstellungsfläche eines Hotels ausgeweitet haben. Wenn nötig, bekräftigte Adelson, werde die Einzelshow auch in eines der großen Ausstellungszentren umziehen.

"Das Überleben der Wiederverkäufer in der Computerindustrie hängt vom Durchsatz an Computerprodukten ab", stellte Adelson fest. "Für sie ist es unverzichtbar, die Ausstellung zu besuchen. Comdex ist da, wo die Informationen sind", so sein abschließendes Urteil.