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26.01.1979 - 

Regeln für übersichtliche Darstellung eines Datenflußplanes:

Comeback im Newlook

"Es fehlt in allen Phasen der Software-Erstellung sowohl an systematischen Vorgehensweisen als auch an wirksamen Instrumenten", monierte Professor Grochla vor kurzem in der COMPUTERWOCHE (Nr. 44 vom 27. 10. 1978).

CW-Leser und Systemplaner Werner Rau aus Pforzheim glaubt, ein solches wirksames Instrument zu besitzen. Nicht nur im Bereich der stapelorientierten Systeme, sondern auch bei Online-Systemen und Dialogcomputern ist es nach seiner Auffassung sinnvoll einsetzbar. Selbst bestimmte Datenbankprobleme lassen sich, so Rau, damit besser in den Griff bekommen. Hier sein Beitrag.

Ein Datenflußplan ist eine Landkarte, die es ermöglichen soll, in kurzer Zeit den logischen Aufbau und Ablauf eines gesamten EDV-Systems zu erfassen. Über eine einfache Referenzierung muß er zugleich den Zugriff auf die in den Computerbibliotheken gespeicherten Systembausteine (wie etwa Programme und Dateien) und auf deren Dokumentation ermöglichen.

Erfüllt ein Datenflußplan diese Anforderungen, so wird er bei der Suche nach Fehlerursachen, bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter und bei der Konzeption von Systemänderungen zu einem echten Hilfsmittel.

Nun legen die bestehenden Normen leider nur die Bedeutung von Symbolen fest. In der Praxis begegnet man daher immer wieder Datenflußplänen, die zwar die nach DIN 66001 vorgeschriebenen Symbole verwenden, jedoch eher zur Verschleierung eines Systems beitragen als zu dessen Klarlegung.

Hauptursachen dafür dürften sein:

- Systemanalytiker und Programmierer denken zu häufig in den Kategorien einzelner Programme und vergessen dabei, daß der zentrale Zweck eines EDV-Systems die Verarbeitung von Daten und nicht die Erstellung von Programmen ist.

- Es fehlt an Vorschriften für die Beschriftung der Symbole und für die präzise Bezeichnung der Systemkomponenten (Dateien, Programme, Listen).

- Es fehlen einfache Regeln für die Anordnung der Symbole.

Eine Lagerbestandsführung, bestehend aus vier Programmteilen, soll die Misere verdeutlichen. Dabei haben die Programme folgende Funktionen:

Programm 1 pflegt den Artikelstamm. Die Änderungsdaten werden gegen Tabellenwerte geprüft, die in einer Tabellenstammdatei abgespeichert sind. Fehlerhafte Daten werden auf dem Fehlerprotokoll umgelistet.

Programm 2 schreibt die Bewegungsdaten auf der Bewegungsdatei und die aktuellen Salden auf dem Artikelstamm fort. Die Bewegungsdaten werden gegen den Artikelstamm und ebenfalls gegen Tabellen geprüft.

Programm 3 wählt aus den aufbereiteten Dateien Sätze für drei Auswertungslisten aus.

Programm 4 druckt diese Listen unter Rückgriff auf die betreffenden Tabellen.

Die dazugehörigen "Datenflußpläne":

Datenflußpläne solcher Art sind wenig wertvoll, denn

- die Bezeichnung der Systemkomponenten ist unpräzise. Es ist nicht zu erkennen, unter welchem Namen die Programme und Dateien in der Job Control Language angesprochen werden;

- der logische Systemablauf ist äußerst schwer zu erkennen. Tritt beispielsweise. im Programm "Listenauswahl" ein Fehler in der Artikelstammdatei auf so ist kaum auszumachen, in welchen früheren Programmen die Ursache liegen könnte;

- der beabsichtigte Systemüberblick wurde nicht erreicht.

Die gleiche Aufgabenstellung erscheint in einem völlig anderen Bild, wenn sie mit Hilfe des systematisierten Datenflußplans dargestellt wird.

Zunächst sei die Beschriftung der Symbole erläutert.

Grundvoraussetzung ist eine kurze und eindeutige Kennzeichnung aller Systemkomponenten. Wenn man etwa den Artikelstamm im Dateienkatalog mit "ARTSTA" und in der Dokumentation mit "Artikelstamm" bezeichnet, werden sehr schnell Fragen auftauchen, ob es sich hierbei um die gleichen Objekte handelt.

Die Nummern müssen bei Programmen identisch mit dem EXEC-Aufruf, bei Dateien identisch mit dem Data-Set-Namen der Job-Control-Sprache sein. Bei EDV-Listen ist die entsprechende Nummer in der ersten Zeile des Listenkopfes auf jeder Seite mit anzudrucken. Ferner haben diese Nummern als Suchbegriff für die Dokumentation der entsprechenden Komponenten zu dienen.

Zur Erläuterung der Anordnung der Symbole sei daran erinnert, daß einem Datenflußplan zwei Ideen zugrunde liegen:

- Der Fluß von Daten durch ein EDV-System läßt sich ähnlich darstellen, wie der Fluß des Stroms in einem elektrischen Schaltbild.

- Der Schwerpunkt der Darstellung liegt in der Entstehung und Verwendung der Dateien. Die Programme als Werkzeuge zur Verarbeitung der Daten werden "zur Seite gedrängt".

Daraus ergeben sich folgende Regeln:

- Dateien, insbesondere Stammdateien, werden entsprechend der logischen Reihenfolge ihrer Entstehung von links nach rechts angeordnet. Dabei wird das Symbol auf einem Blatt nur einmal gezeichnet; der senkrechte Strich nach unten deutet an, daß die Datei im weiteren Systemverlauf zur Verfügung steht.

- Programme werden in einer Linie entsprechend dem logischen Systemablauf von oben nach unten angeordnet.

- Systemausgaben (überwiegend EDV-Listen) werden nach rechts außen ausgesondert.

- Die Verwendung einer Datei in einem Programm wird durch einen Kreis an einer Querlinie angezeigt. Die Buchstaben E und/oder A bedeuten, daß die Datei gelesen und/oder verändert wird. Arbeitsdateien, die nur Daten von einem zum nächsten Programm weitergeben, können in der Programmlinie gezeichnet werden.

- Die Fortschreibung von Banddateien kann in der bei Programm P 000 1100 gezeigten Form dargestellt werden. Hierbei wird der Übergang zum Vortrag für den nächsten Verarbeitungszyklus durch eine nach oben gerichtete gestrichelte Linie angedeutet.

Die beschriebenen Regeln wurden aufgrund der Erfahrungen mit Batch-Systemen entwickelt. Sie dürften auch für die Anwendung auf TP-Systemen geeignet sein, wenn man dort anstatt der Programmsymbole Symbole für die Dialogverarbeitungsvorgänge verwendete. Siehe Beispiel.

In diesem Fall zeigt der Datenflußplan sofort an, welche Dateien bei einer bestimmten Online-Aufgabe benötigt und/oder verändert werden.