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25.10.2002 - 

Oxaion löst Frida ab

Command-ERP arbeitet mit Java

MÜNCHEN (CW) - Die Command AG aus Ettlingen hat mit "Oxaion" ein um Java und XML erweitertes ERP-System entwickelt. Die Drei-Schichten-Architektur löst die bisherige Lösung "Frida" ab. Allerdings kommt auch die neue Business-Software nicht ganz ohne RPG-Restbestände im Backend aus.

Mit Oxaion tauscht die Command AG nicht nur den Namen, sondern auch die Architektur seiner ERP-Software aus. Das alte Frida-System wurde bereits für die "IBM S/38" entwickelt, den Vorgänger der "AS/400", die heute unter der Bezeichnung "I-Series" vermarktet wird. Viele Anbieter von Business-Programmen für diese Midrange-Server sehen sich nach neuen Plattformen wie Windows um. Command entschied sich für eine dreischichtige Java-Architektur. Das Backend beinhaltet die Datenbank, den "Oxaion Backend-Server" sowie "Standard Business Components", in denen Geschäftsabläufe vordefiniert sind. Hier verrichten noch immer einige RPG-Programme ihren Dienst. So ist unter anderem die Finanzbuchhaltung nach wie vor in der betagten Programmiersprache realisiert.

Zu den wesentlichen Neuerungen von Oxaion zählt die "Java Enterprise-Technology" (JET). Auf diesem Applikations-Server laufen Commands Enterprise Javabeans. Er kommuniziert mit dem Backend über XML-Schnittstellen. Die Präsentationslogik des Servers, die "User Interface Description", basiert ebenfalls auf XML, die entsprechenden Maskendefinitionen lagern in einer eigenen Datenbank.

Der JET-Server muss nicht, kann aber auf einem I-Series-Rechner laufen, als Alternative können Firmen auch Windows- oder Linux-Computer in Betracht ziehen. Zudem ist es nach Angaben des Anbieters möglich, mehrere JET-Server zwecks Lastverteilung vor ein Backend-System zu schalten. Die Entkopplung von Datenbank- und Applikations-Server bietet einen weiteren Vorteil: Unternehmen können einzelne JET-Instanzen in Außenstellen betreiben, um Anwender an eine zentrale ERP-Umgebung anzubinden. Mit JET sind Firmen zudem in der Lage, Fremdsysteme zu integrieren. So ist es möglich, über XML eine bestehende Software in die Oxaion-Oberfläche einzubinden. Je nach Integrationstiefe stehen dem Anwender dann Matchcode-Funktionen sowohl für Oxaion als auch für die externe Applikation zur Verfügung.

Das Frontend realisierte der Hersteller komplett in Java. Für den Endanwender am PC erscheint die Oberfläche trotzdem im Windows-Look-and-Feel. Da nur wenige Programmfunktionen lokal ablaufen, lassen sich nach Angaben des Herstellers auch Thin Clients oder ältere Rechner verwenden.

Neben dem Java-Client bedient Oxaion auch HTML-Frontends. Über ein optionales Web-Portal können Kunden des ERP-Anwenders beispielsweise online im Produktkatalog stöbern, die Verfügbarkeit von Artikeln erfragen oder Aufträge erteilen. Individuell konfigurierbare Standardmasken für das Browser-Interface liefert der Hersteller mit.

Da in manchen Unternehmen noch immer Terminals stehen, erlaubt es Oxaion über das Zusatzprodukt "Oxaion Classic", 5250-Bildschirme anzubinden.

Laut Command nutzen die meisten Anwender mit Wartungsvertrag die Version 5.2 von Frida, so dass eine Migration auf Oxaion keine allzu großen Probleme bereiten sollte. Abgesehen von der JET-Entwicklung wurden viele Teile des neuen Systems, das ohne Umtaufung vermutlich als "Frida 5.3" das Licht der Welt erblickt hätte, bereits in dem vorhergehenden Release implementiert. (fn)

Abb: Applikations-Server vermittelt zwischen Web und RPG

Der JET-Server läuft sowohl auf I-Series-Systemen als auch unter Windows und Linux. Quelle: Command AG