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Neue Plattform, neues SRM-System


04.10.2002 - 

Commerce One baut auf Web-Services-Technik

MÜNCHEN (fn) - Der E-Business-Spezialist Commerce One hat mit "Conductor" eine neue Softwareplattform angekündigt. Über Web-Services-Funktionen will der Anbieter für elektronische Bestellvorgänge relevante Applikationen über Unternehmensgrenzen hinweg einbinden. Auf dieser Basistechnologie setzt die überarbeitete "Supplier Relationship Management Suite" auf.

Zwar betont Chairman und CEO Mark Hoffman die Wichtigkeit der Anwendungsintegration, er meint damit jedoch nicht die Enterprise Application Integration (EAI). Vielmehr sollen Firmen über die neue Softwareplattform Conductor Verbindungen zu ERP-, CRM- und SCM-Produkten beziehungsweise Legacy-Applikationen herstellen, um so Beschaffungsprozesse zu realisieren. Für die Kopplung dieser Systeme sieht der Hersteller Web-Service-Mechanismen vor. Zurzeit baut das in Kalifornien beheimatete Unternehmen seine bestehende Systemumgebung "Commerce One 5.0" um Web-Services-Features aus. Eine erste Betaversion hat der Firmenchef für das vierte Quartal dieses Jahres angekündigt, die allgemeine Verfügbarkeit stellte Hoffman für Mitte 2003 in Aussicht.

Mit Commerce One 6.0 verändert der Hersteller zudem seine Produktstrategie, denn die Web-Services-Plattform soll nun auch unabhängig vom SRM-Angebot (SRM = Supplier-Relationship-Management) vertrieben werden. Schon in der Vergangenheit hätten Unternehmen die Plattform des Anbieters zur Integration sowie zum Erstellen von Geschäftsprozessen verwendet, ohne gleichzeitig dessen E-Procurement-Software einzusetzen, begründet Hoffman den Sinneswandel seiner Firma.

Neben eigener Technik bindet Commerce One Produkte von Partnerfirmen ein. Da wäre zum Beispiel der Integrationsspezialist Actional zu nennen. Dessen "Soapswitch" ummantelt die APIs diverser Applikationen und stellt sie anderen Systeme über Web-Services-Schnittstellen zur Verfügung. Auf Anwendungsintegration zielt auch die Kooperation mit der zu Progress Software gehörenden Sonic Software ab, die nachrichtenbasierte Integrationsplattformen (Message-oriented Middleware) entwickelt. Von Baltimore Technologies stammen Werkzeuge zum Absichern von Geschäftstransaktionen, ergänzt werden diese Mechanismen durch das "Trust Services Integration Kit" des Sicherheitsdienstleisters Verisign. Cognos steuert Business-Intelligence-Lösungen bei. Von Contivo übernimmt Commerce One die Datenmodellierungs- und Mapping-Techniken.

Ursprünglich bot Commerce One mit "Buysite" ein Beschaffungssystem für Firmen und mit "Marketsite" eine Softwareplattform für Online-Marktplätze an. Mittlerweile vertreibt das Unternehmen SRM-Applikationen, die als "Buy"- und "Source"-Suite erhältlich sind. Mit den Einkaufsprodukten sind Firmen in der Lage, Waren und Dienstleistungen aus elektronischen Katalogen über ein Web-Interface zu bestellen, elektronische Rechnungen zu verwalten sowie diese elektronisch zu begleichen. Die Source-Familie beinhaltet Komponenten zur Auswahl von Lieferanten, zur Verwaltung von Rahmenverträgen sowie zum Einrichten von Internet-Auktionen. Die Sourcing-Funktionen erwarb Commerce One vergangenes Jahr mit der Übernahme von Exterprise. Da-rüber hinaus entwickelte dieser Hersteller mit "Active Market" eine Umgebung zum Modellieren von Geschäftsprozessen. Active Market und Marketsite verschmelzen nun zur Web-Services-Plattform Conductor, auf der die SRM-6.0-Software aufsetzen wird. Letztere integriert die Source- und Buy-Module besser miteinander, so dass Unternehmen damit alle Beschaffungsvorgänge, angefangen bei der Lieferantenauswahl, über das Verhandeln von Verträgen und die Bestellabwicklung bis zur Bezahlung abwickeln können.

Neben dem Softwaregeschäft betätigt sich Commerce One als Marktplatzbetreiber und erzielt Einnahmen aus Transaktionsgebühren. "Firmen haben nach wie vor Interesse an Marktplatzsoftware", betont Hoffman, allerdings sei das Geschäft mit solchen Lösungen nicht mit dem in den Jahren 1999 und 2000 zu vergleichen, als Marktplätze wie Pilze aus dem Boden schossen. Von Interesse seien in erster Linie private Marktplätze, die von einem Konzern oder einem Verbund verschiedener Großunternehmen einer Branche errichtet werden.

Mit Kommunikationsdienstleister Tenovis gewann Commerce One jüngst einen Kunden in Deutschland. Das Unternehmen wird die Sourcing-Lösung des Herstellers zur Lieferantenauswahl, zum Aushandeln von Verträgen via Web sowie zum Auswerten der Lieferantenqualität nutzen.

Auch mit seinem Einkaufssystem konnte der Hersteller einen Abschluss tätigen. Magna Steyr Fahrzeugtechnik, ein deutscher Automobilzulieferer, führt bis Ende des Jahres eine E-Procurement-Plattform auf Basis der Buy Suite ein. Künftig sollen 2000 Anwender darüber ein monatliches Bestellvolumen von 30000 Aufträgen abwickeln können. Neben selbst entwickelten Backend-Systemen bindet auch Magna SAP-Software ein.

Commerce One und SAP waren früher einmal Partner, nun gehen beide Firmen jedoch eigene Wege. Lediglich die in Kooperation errichteten Marktplätze betreiben die Unternehmen noch gemeinsam.