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13.01.1989 - 

Firmengründer Konsul Meyer ist nicht mehr Hauptaktionär des Wilhelmshavener Softwarehauses:

Commerzbank hat das Sagen bei ADV/Orga

13.01.1989

FRANKFURT (CW) - Neuer Mehrheitsaktionär der finanziell angeschlagenen ADV/Orga F. A. Meyer AG, Wilhelmshaven, ist die Commerzbank AG. "Im Interesse des Unternehmens" übernahmen die Frankfurter Finanziers die Anteile des Firmengründers Konsul Friedrich A. Meyer, nachdem das Softwarehaus für das Geschäftsjahr 1987/88 - neuerliche Verluste hatte ausweisen müssen.

Immer wieder hatte ADV/Orga-Gründer und Vorstandsvorsitzender Friedrich A. Meyer im Laufe des Geschäftsjahres 1987/88 Umsatzsteigerungen und Gewinne versprochen. Doch im Dezember schließlich mußten die Wilhelmshavener Farbe bekennen: Das zurückliegende Geschäftsjahr, beendet am 30. Juni 1988, bescherte nicht nur eine rückläufige Umsatzentwicklung, sondern auch einen kräftigen Fehlbetrag von 9,5 Millionen Mark. Damit wird ADV/Orga zum zweiten Mal in Folge - im Vorjahr hatte das Softwarehaus einen Verlust von 3,5 Millionen Mark ausweisen müssen - keine Dividende zahlen können.

"Im Interesse des Unternehmens" ist nunmehr die Frankfurter Commerzbank AG bei ADV/Orga mehrheitlich eingestiegen. Sie erwarb die Anteile des Firmengründers Konsul Friedrich A. Meyer, der in gleichem Zuge seinen Vorstandsvorsitz zur Verfügung stellte. Die Frankfurter Finanziers wollen aber keine unternehmerische Führung auf Dauer. Gedacht sei vielmehr an die Beteiligung eines Industrie-Partners, wenn sich für ADV/Orga dadurch zusätzliche Märktchancen ergeben würden.

Weiter verlautete von seiten der Commerzbank, daß man ADV/Orga

keinesfalls als einen "Sanierungsfall" ansehe. Das Softwareunternehmen sei in der Lage, die Verluste durch offene Rücklagen zu decken.

Die Wilhelmshavener werden sich dennoch schwer tun, wieder positivere Resultate zu erwirtschaften. Die unbefriedigende Auftragssituation läßt auch für die kommenden sechs Monate keinen besseren Geschäftsverlauf erwarten. Zudem hat ADV/Orga noch nicht den Wegfall der Datenbankaktivitäten durch die Trennung von Lizenzpartner Cullinet im April 1987 verschmerzt. Immerhin hatte dieser Geschäftsbereich im Vorjahr noch 14,4 Millionen Mark zum Umsatz beigetragen. Auch Umsatzsteigerungen in den Sparten Anwendungssoftware (um 8 Prozent auf 46,6 Millionen Mark) und Informationstechnik (um 12 Prozent auf 32,1 Millionen Mark) konnten 1987/88 das Datenbank-Loch nicht stopfen. Nun setzt ADV/Orga auf ein neues Unternehmenskonzept. Ein Schwerpunkt der künftigen Strategie ist dabei das Gewinnen weiterer Vertriebspartner. Besonders gefragt sind bei ADV/Orga dabei Verbindungen mit namhaften Hardware-Herstellern, da für diese die Anwendungssoftware als Erfolgsfaktor zunehmend in den Vordergrund trete. Verstärkt ausgebaut werden soll zudem der Bereich System- und Software-Engineering-Tools. Diese Softwarewerkzeuge, so verlautet aus Wilhelmshaven, seien eine wichtige Voraussetzung für künftige Produktivitätssteigerungen in der Softwareentwicklung.