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08.03.1991 - 

Im Heimmarkt konnten die Texaner kaum wachsen

Compaq: Das Europa-Geschäft sticht die US-Aktivitäten aus

08.03.1991

MÜNCHEN (bk) - Einmal mehr hat der texanische PC-Highflyer Compaq Computer Corp. ein glänzendes Geschäftsjahr hinter sich gebracht. Dabei machte ein starkes Europa-Wachstum das nahezu stagnierende US-Geschäft wett. Der europäische Umsatz lag erstmals in der neunjährigen Firmengeschichte über dem des Heimmarktes.

"Wir haben 1990 in Europa ein phantastisches Jahr hinter uns gebracht", verkündete Andreas Barth, neuerdings Vice-President Europe bei Compaq Computer, vor der Presse in München. Zum einen hätten erstmals die Einnahmen aus dem europäischen Geschäft die der amerikanischen Aktivitäten übertroffen. Zum anderen sei die zweite Position im Markt der professionellen PCs hinter IBM weiter ausgebaut worden. So habe man den 1989 erzielten Marktanteil von neun Prozent in Europa - IBM als Nummer eins kam 1989 auf 24 Prozent - 1990 auf zehn Prozent steigern können, während der Anteil von IBM auf 22 Prozent gefallen sei.

53 Prozent der Gesamteinnahmen

In der Tat kann sich der Umsatzanstieg des amerikanischen PC-Anbieters im Europa-Geschäft sehen lassen. Nahmen die US-Einnahmen lediglich um fünf Prozent zu, so kletterte der Europa-Umsatz gegenüber 1989 gleich um 49 Prozent auf 1,8 (Vorjahr: 1,3) Milliarden Dollar. Damit steuerte das europäische Geschäft rund 53 Prozent zu den Gesamteinnahmen des Jahres 1990 bei, die sich auf knapp 3,6 Milliarden Dollar beliefen, 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

An Gewinn konnte der texanische PC-Hersteller im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt rund 455 Millionen Dollar einfahren, was gegenüber den 1989 verdienten 333 Millionen Dollar eine Steigerung von 36 Prozent bedeutet. Damit kommt Compaq 1990 auf eine Umsatzrendite von 12,6 Prozent. Betont Eckhard Pfeiffer, seit Januar in Houston als Executive Vice-President und Chief Operating Officer für die weltweiten operationellen Unternehmens. Aktivitäten von Compaq tätig: "Eine solche Umsatzrendite kann derzeit kein anderes Unternehmen der PC-Branche aufweisen." Große Ziele streben die Texaner auch 1991 an: Die Vier-Milliarden-Dollar-Umsatzgrenze soll übersprungen werden.

Dabei wird laut Barth das Europa-Geschäft erneut eine wichtige Rolle spielen. Ausgehend von einem stückzahlenmäßigen Marktwachstum von zwölf bis 15 Prozent 1991 im europäischen professionellen PC-Geschäft, wollen die Texaner hier auch im laufenden Geschäftsjahr wieder zweistellig wachsen. Dazu sollen die europäischen Aktivitäten weiter verstärkt werden. "Noch in diesem Jahr", so Europa-Manager Barth, "wird die dritte Ausbauphase unserer schottischen Produktionsstätte abgeschlossen sein." Dort werden mittlerweile an die 70 Prozent aller Produkte gefertigt, die in die internationalen Märkte gehen.

Darüber hinaus ist demnächst Baubeginn für das geplante europäische Distributionszentrum im niederländischen Gorinchem, das Anfang 1993 seinen Betrieb aufnehmen soll. Die Errichtung des Zentrums auf einem 31 Hektar großen Gelände läßt sich Compaq an die 57 Millionen Dollar kosten. Neue Überlegungen stellen die Europa-Strategen des PC-Anbieters zudem in Sachen Absatzkanäle an. Nachdem das Fachhändlernetz in Europa im vergangenen Jahr um 237 auf 1687 Händler in Europa erweitert wurde, will Compaq nun den Endkunden auch direkt ansprechen und sich so ein zweites Standbein neben dem indirekten Vertriebsweg aufbauen. Betont Pfeiffer:

"Unsere Vorbereitung für den Direktvertrieb im europäischen PC-Markt laufen."

Zufrieden sind die Compaq-Strategen auch mit dem Verlauf des bundesdeutschen PC-Geschäftes. Nach Großbritannien mit einem Anteil von 14 Prozent und Frankreich mit zwölf Prozent war die deutsche Tochter in München, die zugleich für die schweizerischen und österreichischen Markt zuständig ist, im vergangenen Jahr mit neun Prozent die drittstärkste Europa-Division des texanischen PC-Anbieters. In Deutschland konnte sich die GmbH zudem 1990 nach IBM und SNI mit einem Marktanteil von 6,2 Prozent in bezug auf Stückzahlen den dritten Platz in der Rangliste der Top-Anbieter sichern, nachdem man im Jahr zuvor noch an fünfter Stelle rangiert hatte.

Der Gesamtumsatz für den zentraleuropäischen Raum belief sich auf 424 Millionen Dollar, was eine Steigerung von 64 Prozent bedeutet.

Im deutschen PC-Geschäft nahm die GmbH 492 (Vorjahr: 364) Millionen Mark ein und peilt laut Kurt Dobitsch, dem neuen Geschäftsführer der GmbH, im laufenden Geschäftsjahr die 600-Millionen-Mark-Grenze an.